
Auf dem Schotterparkplatz am Wulfener Hals auf Fehmarn war es irgendwie heute Nacht ziemlich unruhig. Es liefen noch bis spät in die Nacht Leute herum und auch morgens waren die Vögel irgendwie ziemlich laut. Im Dachzelt hört man halt auch alles. Mehr oder weniger gut ausgeschlafen krabbelte ich dann aus dem Dachzelt. Wir gingen zum Supermarkt auf dem Campingplatz und holten frische Brötchen. Nach einem entspannten Frühstück ging es dann auf die Bahn.
Heute standen gut 450km auf dem Programm. Diese waren jedoch deutlich anstrengender als die letzten Tage. Wir hatten Stau bei Lübeck, Hamburg und Bremen. Die Leute fuhren echt ziemlich bescheuert, riskant und einfach sehr umentspannt. Das ist im Norden echt um Welten entspannter. Gekoppelt mit viel Regen war’s wirklich anstrengend. Als wir nach über 7 Stunden Fahrt müde in Hamm ankamen, waren wir echt froh.
Wir wurden direkt von Papa begrüßt und kamen erst einmal an.
So richtig realisiert habe ich es noch nicht, mit dem alten gelben Golf, den ich kenne, seitdem ich denken kann, bis zum Nordkapp gefahren zu sein. Alleine, mit Dachzelt, Camping-Zeug und der Motivation, es einfach zu machen und durchzuziehen. Ein bisschen bescheuert ist das irgendwie schon, aber auch einfach sehr sehr geil. Von dieser Reise werde ich bestimmt noch in Jahrzehnten erzählen. In den zwei Wochen, in denen ich unterwegs war, bin ich insgesamt 6583km gefahren. Das sind im Schnitt ca. 470km am Tag. Ich bin also quasi 2 Wochen lang jeden Tag von Hamm nach Berlin gefahren. Irgendwie schon crazy. Zwar waren es auch mal über 800 und mal deutlich weniger, aber ich saß schon ziemlich lange im Auto.
Ich schaue dankbar auf sehr ereignisreiche Wochen zurück, schöne Erlebnisse, Begegnungen und einen Mix aus vielen verschiedenen Wetterzuständen. An manchen Tagen im hohen Norden bei 7 Grad und Regen war die Sehnsucht nach zu Hause und den warmen Temperaturen durchaus vorhanden, im Auto oder Schlafsack war’s aber sehr angenehm. Und ich glaube das hat diese Reise auch ausgemacht. Sie war einfach anders als meine Reisen sonst, auf denen ich weniger Strecke mache und auch mehr an den Orten vor Ort bin. Dachzeltreisen ist einfach anders als Reisen mit dem Bulli, gerade bei nassem und kaltem Wetter. Aber auch das funktioniert.
Ein paar Worte möchte ich aber noch zu meinem Reisefahrzeug verlieren. Ich bin echt überrascht, wie problemlos, zuverlässig, komfortabel und auch sparsam mich dieses Auto auf der Reise begleitet hat. Ich hatte anfangs echt ein wenig meine Bedenken, habe verschiedenes Werkzeug und auch ein paar Ersatzteile eingepackt, für den Fall der Fälle. Außer dem durchgebrochenen Trichter für den Ölmessstab hatte ich jedoch keinerlei ernsthafte Pannen. Dass ich bei der Strecke gut 1-1,5 Liter Motoröl nachgekippt habe, sehe ich bei einer Laufleistung von mittlerweile 333.000km mit erstem Motor als vertretbar an.
Meine ABS-Lampe hat zwischenzeitlich etwas Disco-Feeling gegeben und auch der Drehzahlmesser hat empfindlich auf Wetter- und Feuchtigkeitsveränderungen reagiert, der 1,9er unter der Motorhaube hat aber einfach funktioniert. Die norwegischen Berge ging’s entspannt hoch und auch wieder runter. Und das alles bei einem Verbrauch von um die 5 Liter pro 100km. Den genauen Verbrauch habe ich noch nicht ausgerechnet, da ich hier noch nicht tanken war. Ein paar Sachen stehen jedoch an, vor allem vor dem TÜV im Dezember…
Abschließend lässt sich in jedem Fall sagen, dass man durchaus mit einem über 28 Jahre alten Golf bis zum Nordkapp fahren kann und daraus quasi einen Camper macht. Vielen Dank euch fürs Dabeisein auf dem Blog hier. Eins kann ich schonmal verraten: Die nächste Reise ist schon geplant, hier geht’s also bald wieder weiter.
























































































































































































