Tag 6: 21.09.2026: wieder zurück in Deutschland

Das Rauschen des Meeres war im Dachzelt sehr gut zu hören. Irgendwie hat das wirklich was beruhigendes, wenn die Wellen so dahinrauschen. 

Nachdem wir aus den Kojen geklettert sind, gefrühstückt haben und Geschirr gespült haben, ging’s los. Erst einmal noch den günstigeren Sprit in Schweden tanken und dann ab auf die Øresundbrücke bei herrlichem Sonnenschein. 

Der Wind hatte es jedoch in sich. Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt. Nach vielen Windböen und einigen Kilometern erreichten wir Rødby. Hier ging’s wieder auf die Fähre Richtung Deutschland. Durch den vielen Wind schaukelte es hier auch deutlich mehr als auf dem Hinweg. 

Wir machten einen Zwischenstopp in Travemünde und haben hier lecker in der L’Osteria gegessen. 

Danach ging’s weiter, erst einmal ohne konkretes Ziel, nur Richtung zu Hause. 

Wir entschieden uns, noch in Bremen bei Ben und Shirin vorbeizufahren. Wir verbrachten einen schönen Abend mit den Beiden und brachen gegen Mitternacht noch einmal auf, um etwas außerhalb von Bremen zu übernachten. Der erste Platz war so voll, dass wir nochmal gut 10 Minuten in den nächsten Ort fuhren. 

Hier stehen wir jetzt neben einem Freibad. 

Müde fielen wir ins Bett. 

Tag 5: 19.09.2026: Durch die Pampa bis Lomma

Die Nacht mitten in der Pampa war ruhig. Als es nachts anfing zu regnen, wachte ich einmal kurz auf, konnte aber sehr gut wieder einschlafen. 

Nachdem wir in Ruhe gefrühstückt haben, machten wir uns auf den Weg Richtung Westküste. Um noch was von der Landschaft zu sehen, fuhren wir viel ohne Autobahn mitten durch die südschwedische Pampa und erreichten am frühen Nachmittag den heutigen Campingplatz in Lomma. 

Der viele Wind schaukelte uns unterwegs gut durch. Auch am Campingplatz merkt man die Windböen ganz schön. 

Wir gingen in einer Regenpause eine Runde am Wasser spazieren und ich sogar anschließend noch eine Runde laufen. Das tat echt gut bei dem sonst vielen Sitzen hier. 

Zum Abend hin kommt immer mal wieder ganz schöner Nieselregen runter, ziemlich von der Seite. Das macht die Gänge zum Toilettenhäuschen eher ungemütlich…

Dank Heizung ist’s aber im Bulli sehr angenehm und wir verbringen die Zeit mit Lesen. 

Tag 4: 18.09.2026: vorbei am Ikea-Museum Richtung Westen

Zwei Nächte in Getnö waren einfach sehr schön und taten richtig gut. Hier ist es einfach immer wieder schön und man kann so richtig abschalten. Nachdem wir heute Morgen einmal den Abwassertank ausgeleert und das Geschirr gespült haben, ging’s zum gut 15 Minuten entfernten Toftåsa Myr, einem Moor, durch das man gehen kann. 

Die gut 5km lange Runde war echt cool und wir konnten mitten durchs Moor laufen. Zwischendurch hatte man einen traumhaften Blick auf die Seen. Das ist schon sehr cool hier. 

Als wir wieder am Auto waren, fuhren wir weiter Richtung Westen. In Älmhult, dem Ort, in dem Ikea seine Hauptzentrale hat, haben wir ganz klassisch Köttbullar mit Kartoffelbrei gegessen. 

Anschließend ging’s im ICA Maxi, einem riesigen Supermarkt, für die nächsten Tage einkaufen. Anschließend ging’s weiter. 

Der erste Platz, den wir anfuhren, war irgendwie ein kleiner Fehler im Navi und wir landeten auf irgend einer Schotterstraße, auf der man nicht wirklich stehen konnte. 

Der nächste, eigentliche Platz war zwar schön, kam uns aber aufgrund des holprigen Weges nicht so ganz geheuer vor. Ich glaube wenn wir da reingefahren wären, hätten wir zwangsweise 4 Wochen da Urlaub machen können, bis uns jemand wieder rauszieht😂. 

Weiter ging’s zum nächsten Platz. Aber auch hier war die Anfahrt ziemlich matschig, weshalb wir uns dagegen entschieden, da reinzufahren. 

Da wir in der Region sind, in der ich letztes Jahr im Sommer mein Problem mit der VW-Bulli Bremse hatte, kenne ich mich hier ganz gut aus und erinnerte mich an einen Platz, auf dem ich schon einmal stand. 

Also ab dahin. Leider ist dieser Platz mittlerweile durch einen Baumstamm abgesperrt. Ein paar hundert Meter vorher wurden wir dann aber fündig und stehen jetzt entspannt im Wald bzw. einer Art Lichtung. 

Draußen regnet es immer mal wieder, hier im Auto ist’s aber dank Standheizung schön warm. 

Entspannt lassen wir jetzt den Abend ausklingen und schauen morgen mal spontan, wohin es uns so verschlägt.   

Tag 3: 17.09.2026: Ein Tag auf Getnö

Auch heute schliefen wir wieder lange. Irgendwie war das wohl nötig. Nach knapp 11 Stunden Schlaf starteten wir mit einem kleinen Frühstück in den Tag und nutzten das schöne Wetter, um einmal zur Inselspitze zu laufen.

Über kleine Trampelpfade und auch Schotterwege ging’s vorbei am Wasser und mitten durch schöne Wälder. 

Den Nachmittag verbrachten wir im Bulli und gönnten uns eine Tasse Kaffee bzw. heiße Schokolade im kleinen Campingplatz-Café. Sehr gemütlich. 

Da es immer mal wieder etwas regnete, verzogen wir uns den Rest des Tages ins Warme und haben viel gelesen. 

Hier kann man richtig gut runterkommen. Der Blick aufs Wasser ist einfach schön. Morgen geht’s dann wieder weiter. 

Tag 2: 16.09.2026: Spätsommer in Schweden

Die lange Reise gestern und auch die vielen Schritte durch die Stadt waren gut anstrengend, weshalb wir heute Morgen erst gegen kurz nach 10 aus dem Kojen gekrochen sind. Der Schlaf war wohl nötig. Nach einem kurzen Frühstück checkten wir aus und machten uns auf den Weg Richtung Øresundbrücke. 

Ich kann es nicht oft genug sagen, aber diese Brücke ist einfach jedes Mal aufs Neue einfach nur beeindruckend. Was da technisch hintersteckt und wie schnell man von Dänemark in Schweden ist ist immer wieder cool. Die Kennzeichenerfassung funktionierte direkt einwandfrei und somit rollten wir ohne anzuhalten nach Schweden rein.

Nachdem wir getankt und bei MAX Mittag gegessen haben, ging’s in die Pampa.

Wir fuhren durch kleine Dörfchen bis nach Ryd. Dort bunkerten wir ein paar Lebensmittel.

Anschließend ging’s nach Getnö Gard. Hier war ich ja wirklich schon häufig, aber es ist immer wieder aufs Neue einfach schön hier. 

Wir stehen ziemlich weit vorne mit Blick auf den See, hat irgendwie was beruhigendes aufs Wasser zu gucken. 

Den Abend verbringen wir entspannt im Warmen. Die Heizung läuft, da es draußen echt schattig ist. 

Tag 1: 15.09.2026: auf ein weiteres Abenteuer in den Norden

Abfahrt um 07:00 Uhr stand heute Morgen auf dem Programm. Mit Mats, einem Kumpel ging‘s heute Morgen los Richtung Norden. Eine knappe Woche wollen wir durch Südschweden fahren und ein wenig den Spätsommer bzw. Frühherbst genießen.

Also ging’s mehr oder weniger gut ausgeschlafen auf die Bahn. Mitten in der Woche und außerhalb der Ferienzeiten war das jedoch ziemlich entspannt. Zwar brauchten wir auch gut 6,5 Stunden bin Fehmarn, ließen uns aber auch Zeit und fuhren ganz gemütlich Richtung Dänemark.

Auf die Fähre konnten wir direkt und ohne Anhalten fahren. Das habe ich vorher auch noch nicht so erlebt. Perfektes Timing nennt man das wohl. Die letzten knapp 2 Stunden bis zum Campingplatz in Copenhagen waren dann auch schnell um. Der Platz ist etwas außerhalb und in der Einflugschneise vom Flughafen.

Um in die Stadt zu kommen kann man ganz gut mit den Öffis fahren. In einer Großstadt bietet sich das echt an. Vom Hauptbahnhof, an dem auch ein Freizeitpark ist, ging’s zu Fuß weiter. Wir schlenderten durch einen Teil von Kopenhagen und holten uns bei einem Imbiss eine Kleinigkeit zum Abendbrot.

Wir waren nämlich noch verabredet. Und zwar mit Josephine und Kim, die hier in Kopenhagen wohnen. Die beiden habe ich vor gut 1,5 Jahren auf meiner großen Südeuropa-Tour in Portugal kennen gelernt. Irgendwie haben wir uns nicht aus den Augen verloren und sind in Kontakt geblieben. Als dann feststand, dass es heute nach Kopenhagen ging, haben wir uns für heute Abend verabredet. Nach der kurzen Stadtbesichtigung ging es dann zu den Beiden nach Hause. Dort wurden wir herzlich von den Beiden und noch einem befreundeten Pärchen empfangen und hatten einen richtig schönen Abend mit leckerem Essen und coolen Gesprächen.

Die 50 Minuten mit dem Linienbus zurück zum Campingplatz zogen sich allerdings ein wenig. Müde geht’s jetzt ins Bett.

Tag 14: 19.08.2026: 6583km in 14 Tagen

Auf dem Schotterparkplatz am Wulfener Hals auf Fehmarn war es irgendwie heute Nacht ziemlich unruhig. Es liefen noch bis spät in die Nacht Leute herum und auch morgens waren die Vögel irgendwie ziemlich laut. Im Dachzelt hört man halt auch alles. Mehr oder weniger gut ausgeschlafen krabbelte ich dann aus dem Dachzelt. Wir gingen zum Supermarkt auf dem Campingplatz und holten frische Brötchen. Nach einem entspannten Frühstück ging es dann auf die Bahn. 

Heute standen gut 450km auf dem Programm. Diese waren jedoch deutlich anstrengender als die letzten Tage. Wir hatten Stau bei Lübeck, Hamburg und Bremen. Die Leute fuhren echt ziemlich bescheuert, riskant und einfach sehr umentspannt. Das ist im Norden echt um Welten entspannter. Gekoppelt mit viel Regen war’s wirklich anstrengend. Als wir nach über 7 Stunden Fahrt müde in Hamm ankamen, waren wir echt froh.

Wir wurden direkt von Papa begrüßt und kamen erst einmal an. 

So richtig realisiert habe ich es noch nicht, mit dem alten gelben Golf, den ich kenne, seitdem ich denken kann, bis zum Nordkapp gefahren zu sein. Alleine, mit Dachzelt, Camping-Zeug und der Motivation, es einfach zu machen und durchzuziehen. Ein bisschen bescheuert ist das irgendwie schon, aber auch einfach sehr sehr geil. Von dieser Reise werde ich bestimmt noch in Jahrzehnten erzählen. In den zwei Wochen, in denen ich unterwegs war, bin ich insgesamt 6583km gefahren. Das sind im Schnitt ca. 470km am Tag. Ich bin also quasi 2 Wochen lang jeden Tag von Hamm nach Berlin gefahren. Irgendwie schon crazy. Zwar waren es auch mal über 800 und mal deutlich weniger, aber ich saß schon ziemlich lange im Auto.

Ich schaue dankbar auf sehr ereignisreiche Wochen zurück, schöne Erlebnisse, Begegnungen und einen Mix aus vielen verschiedenen Wetterzuständen. An manchen Tagen im hohen Norden bei 7 Grad und Regen war die Sehnsucht nach zu Hause und den warmen Temperaturen durchaus vorhanden, im Auto oder Schlafsack war’s aber sehr angenehm. Und ich glaube das hat diese Reise auch ausgemacht. Sie war einfach anders als meine Reisen sonst, auf denen ich weniger Strecke mache und auch mehr an den Orten vor Ort bin. Dachzeltreisen ist einfach anders als Reisen mit dem Bulli, gerade bei nassem und kaltem Wetter. Aber auch das funktioniert.

Ein paar Worte möchte ich aber noch zu meinem Reisefahrzeug verlieren. Ich bin echt überrascht, wie problemlos, zuverlässig, komfortabel und auch sparsam mich dieses Auto auf der Reise begleitet hat. Ich hatte anfangs echt ein wenig meine Bedenken, habe verschiedenes Werkzeug und auch ein paar Ersatzteile eingepackt, für den Fall der Fälle. Außer dem durchgebrochenen Trichter für den Ölmessstab hatte ich jedoch keinerlei ernsthafte Pannen. Dass ich bei der Strecke gut 1-1,5 Liter Motoröl nachgekippt habe, sehe ich bei einer Laufleistung von mittlerweile 333.000km mit erstem Motor als vertretbar an.

Meine ABS-Lampe hat zwischenzeitlich etwas Disco-Feeling gegeben und auch der Drehzahlmesser hat empfindlich auf Wetter- und Feuchtigkeitsveränderungen reagiert, der 1,9er unter der Motorhaube hat aber einfach funktioniert. Die norwegischen Berge ging’s entspannt hoch und auch wieder runter. Und das alles bei einem Verbrauch von um die 5 Liter pro 100km. Den genauen Verbrauch habe ich noch nicht ausgerechnet, da ich hier noch nicht tanken war. Ein paar Sachen stehen jedoch an, vor allem vor dem TÜV im Dezember…

Abschließend lässt sich in jedem Fall sagen, dass man durchaus mit einem über 28 Jahre alten Golf bis zum Nordkapp fahren kann und daraus quasi einen Camper macht. Vielen Dank euch fürs Dabeisein auf dem Blog hier. Eins kann ich schonmal verraten: Die nächste Reise ist schon geplant, hier geht’s also bald wieder weiter.

Tag 13: 18.08.2026: über Dänemark nach Deutschland

Ursprünglich war der Plan noch ein paar Tage hier oben unterwegs zu sein, jedoch haben wir uns gestern Abend dazu entschieden, schon heute den Rückweg Richtung Hamm anzutreten, da wir zu Hause noch ein paar wichtige Sachen zu erledigen haben. Somit stand heute Morgen zeitig Aufstehen auf dem Programm, um ordentlich Strecke machen zu können. Nach einem kleinen Frühstück ging’s los. Wir fuhren östlich am Vettern vorbei und kamen irgendwann auf die große E4. Hier hat man einen traumhaften Blick auf den Vättern. Irgendwann kamen wir dann in Jönköping raus, haben bei MAX Mittag gegessen, beim ICA Maxi (einem Supermarkt) Pfand weggebracht und im Rusta noch eine Kleinigkeit gekauft. Anschließend ging es zu Bolmenfisk, einer Fischräucherei, bei der sich ein Abstecher eigentlich immer lohnt. 

Kurz vor Helsingborg tankten wir nochmal zu schwedisch günstigen Preisen die Autos randvoll und rollten weiter Richtung Malmö und Øresundbrücke. An Kopenhagen vorbei ging’s dann anschließend nach Rødby, wo wir die Fähre nach Fehmarn nahmen. 

Gegen 21:30 Uhr kamen wir dann am Wulfener Hals an und holten direkt unsere vorbestellte Pizza ab. Die schmeckt hier wirklich hervorragend. 

Nach über 730km freuten wir uns alle über die Dusche und fallen auch ziemlich müde ins Bett. Morgen geht’s dann weiter. 

Tag 12: 17.08.2026: Bekannte Gesichter

Die Morgenroutine hier beim Dachzelt-Reisen ist meistens ziemlich ähnlich. Aufwachen, dann irgendwann aufstehen, rausklettern, Landschaft genießen, mal wohin gehen, Müsli frühstücken, Dachzelt aufräumen und zusammenklappen, Route zum nächsten Ziel berechnen und aufbrechen. Das, was dann variiert sind die Zeiten. Heute startete ich die Etappe gegen 10 Uhr und rollte Richtung Süden. Die E4 bin ich ja auf dem Hinweg schon gefahren, allerdings in die andere Richtung. 

Bei Gävle bog ich dann ab und fuhr Richtung Südwesten, erst einmal über kleinere Straßen, anschließend aber wieder über Größere. 

Am frühen Nachmittag erreichte ich meinen Stellplatz in der Nähe von Örebro. Hier gibt’s eine kleine Badestelle mit Picknickbänken, einem kleinen Unterschlupf und einem Plumpsklo. 

Viel los ist hier jedoch nicht. Zwei Jungs aus der Nähe von Borken zelten hier und haben es sich gemütlich im Unterschlupf eingerichtet. Zwischendurch kamen dann auch noch ein paar Spaziergänger vorbei. 

Ich habe heute tatsächlich mal meine Hängematte ausgepackt, die eigentlich viel zu wenig genutzt wird. Bei dem Wetter und den Bäumen bot sich das aber einfach an. 

Bei dem heute traumhaften Sonnenuntergang startete ich meine Drohne und machte ein paar coole Aufnahmen. Als ich damit fertig war hörte ich ein Autogeräusch, erst einmal ja nichts ungewöhnliches. Und auf einmal stand da ein sehr bekanntes Auto vor mir. Der blaue Dexter, Papas Kastenwagen, mit dem Matthias und Nelly aktuell unterwegs sind. Eigentlich waren wir erst für morgen verabredet, aber deren Stellplatzsuche stellte sich als etwas herausfordernd dar, weshalb die Beiden kurzentschlossen bis zu mir fuhren. Die Wiedersehensfreude war groß und wir bestaunten noch ein wenig den spektakulären Sonnenuntergang, bis es etwas zu regnen anfing und wir uns ins Auto zurückzogen. Das ist echt ein richtiger Gamechanger, wenn man es warm und trocken hat.

Den Abend verbrachten wir mit ein paar Runden UNO und Quatschen. Morgen geht’s dann wieder weiter.