Gestern Abend beim Einschlafen hörte ich einen Frosch, der sehr laut quakte. Irgendwie war das so beruhigend, dass ich super schnell einschlief und sehr erholsam geschlafen habe. Heute Morgen wurde es durch die Sonne im Dachzelt ziemlich muckelig, sodass ich relativ zeitig aus dem Schlafsack kroch und in Ruhe frühstückte.
Da die Sonne so stark schien, kurbelte ich sogar die Markise aus, sehr gemütlich. Ich überlegte, ob ich heute weiterfahre oder noch einen Tag hier bleibe. Der Platz ist so schön, dass ich einfach noch eine Nacht dranhänge. Somit war heute eher ein ruhiger Tag angesagt. Ich machte eine kleine Wanderung den Berg hoch, da ich aber nach meiner Erkältung noch immer nicht ganz fit bin, wollte ich mich auch nicht überstrapazieren und den ganzen Tag durch die Berge rennen.
Somit verbrachte ich den Nachmittag in der Hängematte, die auch Teil meines Equipments ist. Ich benutze sie zwar nicht oft, aber wenn es sich mal anbietet und Bäume in der Nähe sind, ist das echt sehr entspannt. Der Ausblick über den Bulli aufs Meer war so weit und einfach cool. Ich schaute zeitweise einfach nur aufs Meer und genoss die Weite.
Auch das Lamm machte Bekanntschaft mit der Hofziege, irgendwie lustig. Ich räumte auch im Bulli mal wieder auf, brachte den Müll raus, entleerte das Abwasser und füllte Frischwasser auf. Doch erstaunlich wie lange man dann doch mit so nem Kanister auskommt. Auch der Strom stellt wie erwartet keine Probleme dar. Die Batterie wird durch die Solaranlage immer wieder schön geladen.
Zum Abend zog eine kleine Regenfront durch und sorgte für einen wunderschönen Regenbogen. Geschirr spülen war auch mal wieder angesagt, jetzt ist alles wieder fresh für die Weiterreise. Morgen geht’s voraussichtlich ein bisschen weiter die Küste Richtung Westen.
Gegen halb 4 wachte ich heute Morgen auf. Der Bulli wackelte vom Wind und es zog ein wenig im Dachzelt. Eigentlich echt gemütlich. Im Halbschlaf realisierte ich jedoch, dass die Markise noch draußen und nicht wirklich festgebunden war. Mir schossen die Bilder in den Kopf, wie Markisen dann abheben und einmal komplett umklappen. Meist hat das eine kaputte Markise zur Folge. Also stand ich auf, kletterte nach unten und kurbelte sie ein. Den Tisch und den Stuhl nahm ich auch direkt mit. Ein paar Camper weiter war auch jemand draußen. Keine Ahnung was er zu der Zeit gemacht hat, könnte auch eine Szene aus nem schlechten Film gewesen sein, in der jemand so um die Ecke guckt. Ich kletterte aber nochmal in meinen Schlafsack und schlief noch ein paar Stunden sehr erholsam, bis ich dann irgendwann aufwachte und erst einmal den Blick auf den See aus dem Dachzelt heraus genoss.
Ich spülte einmal mein Geschirr ab, räumte ein wenig im Bulli auf und machte mich auf den Weg. Anders als im letzten Jahr auf meiner Reise gönne ich mir dieses Mal dann doch öfter mal die Bezahl-Autobahn. Da kommt man echt entspannter und schneller voran und hat noch was von den Plätzen, zu denen man fährt. Ich fuhr quer durch Richtung Genua und steuerte eine Art Bauernhof an, hier nennt man das irgendwie Agricamping. Dort öffnet die Saison leider erst im Juni. Der Ausblick war aber echt atemberaubend. Die Anfahrt jedoch so eng und mit so vielen kleinen Serpentinen, dass ich teilweise in den Kurven zurücksetzen musste.
Es ging also wieder runter, auch diesmal wieder in mehreren Zügen in den Kurven, und das obwohl ich ja eigentlich im Auto Sitze hihi. Der nächste Platz, den ich ansteuerte, war knapp 60km entfernt. Nach gut 45 Minuten Fahrt erreichte ich dann den nächsten Agricampingplatz. „Camping Full“ stand vorne dick dran. Ich ging trotzdem einmal zur Rezeption und fragte, aber da ließ sich leider nichts machen. Komplett ausgebucht.
Das gehört auch zu dieser Art des Reisens dazu, dass man manchmal von Platz zu Platz fährt und hofft, dass noch was frei ist. Im worst Case kann ich ja glücklicherweise auch überall stehen, und wenn‘s ein einfacher Parkplatz oder Seitenstreifen ist.
Ich gab die Hoffnung jedoch noch nicht auf und versuchte einen weiteren Platz. Dafür ging’s nochmal richtig in die Berge, wieder ziemlich weit hoch auf ziemlich engen Straßen, auch diesmal nicht mit der Gewissheit, ob der Platz geöffnet hat und noch was frei ist. Aber ich hatte Glück, erreichte auch jemanden hier und wurde freundlich empfangen.
Der Blick von hier oben runter aufs Meer ist echt einfach atemberaubend. Diese Weite ist einfach sehr beruhigend und ich könnte stundenlang einfach nur in die Ferne schauen.
Mit auf dem Platz steht noch ein Pärchen aus Aschaffenburg. Die beiden sind aber irgendwie nicht so wirklich gesprächig… Dafür gibts andere Nachbarn, die zwischendurch mal den ein oder anderen Laut von sich geben.
Der Blick beim Blog-Schreiben gerade ist auch sehr cool. Allmählich gehen die Lichter unten an und man sieht auch die Lichter der Autos auf der Autobahn.
Irgendwie habe ich heute kaum Fotos gemacht. Lag wahrscheinlich daran, dass ich durch die ganze Platzsuche auch über 5 Stunden gefahren bin. Ich genieße auf jeden Fall hier jetzt die weite Sicht und bin auch heute mal wieder froh über meine Standheizung. Tagsüber ist teilweise schon fast T-Shirt Wetter, aber abends und nachts wird‘s dann echt frisch.
Die Temperaturen heute Nacht sanken ganz schön unter den Gefrierpunkt. Draußen waren es -5,3 Grad, gemessen unterm Auto, aber im Auto war’s nur etwas wärmer. Das Spielkind in mir findet ja Statistik-Grafiken total spannend, wahrscheinlich auch mit ein Grund, warum sämtliche Technik hier verbaut ist und ich mir hier solche Graphen anzeigen lassen kann.
Also auch im Innenraum waren es unter 0 Grad, im bis zum Hals zugeschnürten Schlafsack war’s jedoch deutlich wärmer. Also der funktioniert wirklich top. Man muss nur drin bleiben… Dennoch war ich heute Morgen sehr froh, das kleine Knöpfchen zu drücken und wenige Minuten später warme Luft im Auto zu haben. Diese Standheizung ist in der Übergangszeit wirklich Goldwert.
Nachdem es dann auch ohne Schlafsack temperaturmäßig angenehm war, klappte ich das Bett unten wieder um und frühstückte bei herrlichem Sonnenwetter und traumhaftem Blick auf die Berge.
Anschließend ging’s kilometerlang nur bergab bis ins Tal. Ich stand heute Nacht tatsächlich auf knapp 1600m Höhe. Ursprünglich war der Plan, zu einem kleinen See zu fahren. Als ich jedoch an der Abzweigung zum Gardasee war und das Wetter wirklich top heute war, entschied ich mich, doch zum Gardasee zu fahren.
Dabei knackte ich mit dem Bulli tatsächlich die 270.000 Kilometer. Schon krass, wir haben den Wagen mit gut 190.000km gekauft und sind jetzt in den letzten 4 Jahren knapp 80.000 Kilometer damit gefahren, also etwa 20.000 pro Jahr. Und das hauptsächlich auf irgend welchen Reisen durch Europa. Und ich muss sagen, dass sich echt jeder Kilometer gelohnt hat und das Fahren weiterhin sehr viel Spaß macht.
Irgendwo am Ostufer des Sees machte die Bremse beim Bremsen ganz furchtbare Geräusche, so als würde Metall auf Metall kratzen. Ich dachte kurz, dass der Wagen auseinander fällt. Also raus auf einen kleinen Parkplatz und einmal gucken. Feststellen konnte ich aber nichts. Beim Rückwärtsfahren kam dann aber die Erleichterung. Das Geräusch war schlagartig weg. Wahrscheinlich nur ein kleines Steinchen…
Ich machte irgendwo eine kurze Pause und lief etwas am Wasser lang. Ziemlich urig hier.
Ich entschloss mich, einen Campingplatz am Südufer des Sees anzusteuern. Frei stehen bzw. Campen ist hier ziemlich schwierig und ich hatte auch mal wieder das Bedürfnis eine warme Dusche aufzusuchen.
Gegen 13 Uhr erreichte ich somit den heutigen Stellplatz, noch ziemlich früh am Tag, aber dann hat man noch was vom Ort. Irgendwie war ich ziemlich geschafft und saß viel vorm Bulli und schaute aufs Wasser. Es sprangen Fische aus dem Wasser und platschten wieder rein. Auch ein Fischreier oder Haubentaucher hat frische Beute gemacht und einen ganzen Fisch einfach aufgegessen. Irgendwie Crazy. Habe ich so noch nicht gesehen.
Zum Abend hin ging ich noch eine Runde am Wasser spazieren und genoss die Sonnenuntergangsstimmung. Zurück am Campingplatz bestellte ich mir in der platzeigenen Pizzeria eine Pizza 4 Formaggi. Eine Käsesorte sah aus wie Ananas und hat irgendwie nicht geschmeckt. Keine Ahnung was das war. Aber sonst war die Pizza echt top.
Auf dem Platz neben mir hat noch ein Pärchen aus der Nähe von Aachen eingecheckt. Wir quatschten ein bisschen, was sehr entspannt war. Das ist auf so ne Solo-Roadtrip auch mal sehr entspannt mit Leuten zu quatschen. Zwar genieße ich auch die Zeit alleine, aber ab und zu dann doch mal in Interaktion mit anderen Menschen zu kommen tut definitiv auch gut. Monatelang alleine unterwegs zu sein wäre auch nichts für mich, jedenfalls aktuell.
Auch heute geht’s wieder müde ins Bett, denn morgen geht’s wieder weiter.
Es fing in der Nacht erneut an zu schneien und als ich heute Morgen aufwachte, fielen immer noch dicke Flocken vom Himmel. Ich habe mal aus Neugier einen Zollstock in den Schnee gesteckt. Tatsächlich über 40cm Schnee. Irgendwie krass.
Ich frühstückte in Ruhe und entschied mich, heute wieder weiterzufahren. Also packte ich alle Sachen zusammen, räumte im Haus auf und putzte einmal ein wenig durch. So viel ist in den drei Tagen ja nicht dreckig geworden. Der Bulli war wieder total eingeschneit. Ich nutzte aber ein sehr praktisches Feature, um mir die Arbeit zu erleichtern: Die Standheizung.
Etwas herausfordernder war es, die Mengen an Schnee vom Dach zu bekommen. Ich wollte nicht mit so ner riesigen potenziellen Dachlawine meine Reise fortsetzen…
An einer Tankstelle kaufte ich eine Vignette für die österreichischen Autobahnen. Allmählich sieht meine Frontscheibe aus wie ein Sticker-Sammelalbum, es kommen immer mal wieder neue Sticker dazu. Irgendwie cool, weil jeder Sticker irgendwie Erinnerungen an bestimmte Reisen auslöst.
Raus aus dem Tal lag kurz hinter Söll kaum noch Schnee. Aber auch ziemlich plötzlich war’s wieder grün und die Temperaturen kletterten wieder weit in den positiv-zweistelligen Bereich. Bei Innsbruck ging’s dann auf die Brennerautobahn. Hier ging’s ziemlich den Berg hoch, irgendwann dann aber auch sehr viel bergab. Die Landschaft ist wirklich sehr schön.
In Trient fuhr ich von der Autobahn. Die letzte Dreiviertelstunde ging’s dann ziemlich steil den Berg hoch, ich schlängelte mich unzählige Serpentinen ins Gebirge hoch. Das war echt irgendwie anstrengend, die Aussicht aber dafür umso atemberaubender.
Irgendwann kam ich dann endlich an, erstmal parkte ich an einer Skihütte, parkte aber nach einem Spaziergang nochmal um und habe jetzt einen traumhaften Blick auf die Berge.
Irgendwie habe ich durch die ganzen Wetterwechsel und das konzentrierte Fahren ganz schöne Kopfschmerzen und tue mir die Ruhe hier an. Ins Bett geht’s heute wohl auch früh. Ich nutzte aber noch den Gunst der Stunde und der schönen Landschaft, ein bisschen mit der Drohne zu fliegen. Die Aufnahmen sind echt cool geworden.
Mal schauen wohin es morgen so geht. Eine grobe Richtung steht schon fest, aber wohin genau entscheide ich spontan.
Ich wachte früh auf, obwohl ich spät schlafen gegangen bin. Lag vielleicht daran, dass ich wusste, dass es Schnee geben soll. Da freue ich mich wirklich wie ein kleines Kind, wenn draußen alles weiß ist. Als ich gegen 07:30 Uhr die Vorhänge aufzog, war draußen tatsächlich alles weiß. Dicke Flocken fielen vom Himmel und die Schneedecke war mehr als geschlossen.
Nach dem Frühstück habe ich ein bisschen gelesen, gearbeitet und bin auch einmal ins Dorf runtergefahren, um noch ein paar Lebensmittel einzukaufen. Bei solchen Wetterbedingungen ist der Allradantrieb im California schon sehr sehr praktisch. Ohne Probleme kommt man die Berge rauf. Berg runter ist da aber teilweise etwas schwierig. Dazu später mehr…
Zum Mittagessen gab’s heute eine Gemüse-Hackfleisch-Feta-Reispfanne, die auch noch locker für morgen reicht. Sehr praktisch hier eine richtige Küche zu haben und auch eine Spülmaschine ist durchaus praktisch.
Nach dem Essen ging ich eine Runde spazieren, ganz schön verschneit alles hier. Ich bin sehr dankbar meine Wander- bzw. Winterschuhe eingepackt zu haben. Ich habe zwar eher mit Wanderungen als mit fast 40cm Schnee gerechnet, aber umso besser, dass ich sie dabei habe. Die Schneehose liegt allerdings schon im Sommerschlaf zu Hause. Naja, egal.
Wieder am Haus machte ich erst einmal einen Mittagsschlaf, während Frau Holle draußen weiterhin fleißig war. Schon sehr gemütlich, mit Blick in den Schnee eingekuschelt im Schlafsack zu liegen. Ich nutzte den Gunst des Hauses, eine Maschine mit Unterwäsche zu waschen. Wer weiß wo‘s die nächste Waschmaschine gibt…
Bei dem Wetter zog es mich noch einmal nach draußen, weshalb ich noch einen Spaziergang, diesmal jedoch einen größeren, machte. Vorbei am Stanglwirt ging’s vorbei an einem Bach bis zur bekannten Goinger Kirche.
Ich setzte mich kurz rein, zündete eine Kerze an und genoss die komplette Stille. Irgendwie strahlen Kirchen ja wirklich eine richtige Ruhe aus.
Es schneite immer mehr und krasser und auch kam noch Wind dazu. Somit fiel der Schnee ziemlich von der Seite. Ich kam mir echt vor wie ein Schneemann, allerdings wie einer, der durch die Gegend läuft und nicht einfach nur dasteht 😉
Hier ist im Ort zwar gefühlt jeder Gasthof im Betriebsurlaub, einer hat jedoch geöffnet und so fuhr ich kurzerhand nach meinem Spaziergang wieder ins Dorf und ging im Restaurant essen. Irgendwie ungewohnt, alleine da zu sein. Sonst bin ich meistens mit anderen Leuten etwas essen, aber das auch mal alleine zu machen ist definitiv auch eine Erfahrung. Der Tisch für 7 Personen kam mir ganz schön groß vor, das Cordon bleu schmeckte wirklich sehr lecker.
Zurück am Auto ist mir erst einmal aufgefallen, wie viel Schnee eigentlich auf dem Bulli liegt. Irgendwie fliegt der auch nicht weg. Wenn ich wieder weiterfahre müsste ich den eigentlich mal entfernen…
Auf dem Heimweg machte ich einen kleinen Umweg und fuhr hinterm Badesee noch ein Stückchen den Wald hoch, übersah jedoch ein Schild in einer Kurve, dass dort die letzte Wendemöglichkeit ist. Nichtsahnend fuhr ich die Straße weiter hoch und stand nach gut 250m vor einer Privatstraßensackgasse. An Wenden war nicht wirklich zu denken, da alles so tief verschneit war und ich nicht wirklich sehen konnte, ob das ein Schneehaufen oder ein tiefer Graben ist… Also rückwärts wieder runter. An sich ists ja nicht so das Ding, einfach rückwärts eine Straße den Berg herunter zu fahren. Jedoch war es so unfassbar glatt, dass teilweise der ganze Bulli mit 4 blockierenden Reifen den Berg runterrutschte. Auf nachfolgendem Bild kann man das ganz gut erahnen.
Naja, es half ja alles nichts, irgendwie musste ich ja wieder runter. Also ganz ganz langsam und mit ganz viel Gefühl Centimeter für Centimeter den Berg wieder runter. Auf dem noch frischen Schnee war’s weniger glatt als auf den festgefahrenen Spuren. Nach etwas Herzklopfen und 250m rückwärts den Berg runter war ich froh, wieder wenden zu können. „Genug Schabernack“, dachte ich mir und fuhr wieder zurück zum Haus. Aber es macht ja trotzdem Spaß so durch den Schnee zu Düsen.
Mittlerweile schneit es nicht mehr, laut Wetterbericht ist das aber nur vorübergehend. Es soll heute Nacht nochmal so richtig losgehen. Ich bin gespannt, wie viel morgen früh nochmal runtergekommen ist.
Mit herrlichem Sonnenschein wurde ich heute Morgen geweckt, zog die Vorhänge auf und hatte noch aus dem Bett heraus ein herrliches Bergpanorama. So kann man gut in den Tag starten. Zum Frühstück gab’s mal wieder Müsli und noch ein Stückchen Nusshörnchen, was ich noch aus Karlsruhe mit dabei hatte.
Da der Wetterbericht ja für die nächsten Tage viele Niederschläge vorhersagt und es sich ganz schön abkühlen soll, nutzte ich das herrliche Wetter und machte eine Wanderung zum Hollenauer-Kreuz. Der Weg dorthin führte quer durch den Wald ziemlich steil den Berg hoch. Auf dem Weg dorthin habe ich keine anderen Wandersleute getroffen. Allgemein ist die Region wie leergefegt. Ab und zu sieht man mal Leute, aber im Vergleich zum Winter oder Sommer ist hier echt tote Hose.
Oben angekommen genoss ich erst einmal den herrlichen Ausblick. Für die Bergdoktor-Kenner: Ich gehe stark davon aus, dass die Start-Sequenz von hier oben gedreht wurde. Das Zusammenspiel aus Wilder Kaiser und Bäumen sieht zum Verwechseln ähnlich aus.
Der Weg ins Tal erfolgte über die Skipiste, die nicht mehr in Betrieb ist. Echt erstaunlich, was für Schneemassen hier immer noch liegen. Der Schnee wurde auch verteilt, damit er schneller schmilzt und die Wiese wieder schneller zum Vorschein kommt.
Wieder im Tal schaute ich noch einmal an der Kirche vorbei und lief wieder hoch zum Haus. Von dort ging’s mit dem Auto einmal zum Supermarkt, Lebensmittel einkaufen bleibt auch unterwegs nicht aus…
Den Nachmittag verbrachte ich am Rechner mit einigen To-Do‘s , während sich draußen echt was zusammengebraut hat. Es zog sich zu, der Wind wurde mehr und irgendwann ging’s auch an zu regnen. Das alles bei fallenden Temperaturen. Mal gucken was heute Nacht hier so runterkommt. Soll irgendwann auch in Schnee übergehen.
Am Kamin ist’s wieder schön warm und auch ein heißes Bad in der Badewanne tat echt sehr gut. Alleine hier in Going zu sein ist auch echt mal eine Erfahrung. Letztes Jahr habe ich das ja schon einmal auf meiner Südeuropa-Reise gemacht. Sonst ist hier ja immer was los, wenn man mit mehreren Leuten hier ist. Tischtennis, Gesellschaftsspiele etc. sind diesmal somit nicht am Start, aber es ist was ganz anderes. Ich kann das gar nicht so in Worte fassen aber alleine eine Reise zu machen kann einem echt richtig was geben wenn man sich drauf einlässt. Man hat wirklich Zeit für sich, und das den ganzen Tag. Dauerhaft bzw. für immer wär’s das aber auch nicht, aber phasenweise echt cool.
Auch die heutige Nacht war erholsam. Allerdings schlief ich nicht im Bulli sondern bei Mats in der Wohnung. Bei den Temperaturen draußen schon sehr angenehm, wenn man mit einer einfachen Bettdecke schlafen kann und nicht bis oben hin im Thermo-Schlafsack schläft. Wir frühstückten ganz entspannt mit Brötchen und Rührei. Gegen 10 Uhr ging Mats zur Straßenbahn und ich machte „Klar-Bulli“, um weiterzufahren. Die erste Stunde war ziemlich viel Verkehr und auch mal Stau.
Mein erster Zwischenstopp war ein Fritz-Berger Campingausstattungsladen, in dem ich mir eine neue Spülwanne zulegte. Meine habe ich zu Hause vergessen und die war auch nicht ganz dicht. In dem Industriegebiet war auch ein großes Schuhgeschäft, in dem ich auch noch in neue Crocs investiert habe.
Danach ging’s wieder auf die A8 Richtung München. Hier ist es größtenteils 3-spurig und ich habe auch gemerkt, dass ich nicht zur Hauptreisezeit unterwegs bin. Die Fahrt war also bei herrlichem Sonnenschein sehr entspannt.
Hinter München ist es immer wieder beeindruckend und atemberaubend, wie immer mehr Berge auftauchen und man den Gebirgsmassiven immer näher kommt. Bei dem Wetter heute wirklich sehr sehr cool.
In Kufstein ging’s dann an die Zapfsäule. Der Sprit war hier mit 2,09€ etwa günstiger als in Deutschland, aber immer noch teuer. Der Tank war noch knapp 1/4 voll und ich habe schon 900k auf der Uhr stehen. Also wenn man nicht heizt und entspannt mit 90-100 km/h unterwegs ist erreicht man ohne Probleme Reichweite von über 1000km pro Tankfüllung.
Die volle Tanknadel nach dem Stopp ist auch immer wieder ein cooles Gefühl.
Von Kufstein ging’s dann vorbei an Scheffau und Ellmau nach Going. Die Gegend hier kenne ich ja wirklich sehr sehr gut, bin unfassbar gerne hier und es ist immer wie ein nach Hause kommen. Am Häuschen angekommen genoss ich erst einmal das schöne Wetter, ging eine Runde spazieren und kochte anschließend erst einmal Nudeln, das klassische Campinggericht, was ja wirklich immer geht.
Am Kamin ist’s schön warm, im Rest des Hauses nicht so wirklich.
Morgen soll’s wettertechnisch echt spannend hier werden. Erst mal Sonne, dann ab nachmittags bei 2-stelligen Plustemperaturen Regen, welcher im Laufe des Abends und der Nacht im Schnee übergeht. Ich bin mal sehr gespannt.
Es war echt frisch heute Nacht oben im Dachzelt. Knapp über 0 Grad zeigte das Thermometer heute Morgen an. Dank Thermo-Schlafsack war’s aber deutlich wärmer. Per Knopfdruck schaltete ich heute Morgen die Standheizung an, um im Warmen zu frühstücken.
Die heutige Route führte mich durch schöne Landschaften Richtung Südwesten. Gegen 10:30 Uhr erreichte ich Karlsruhe. Ich nutzte den Vormittag und arbeitete ein bisschen was am Rechner, schon praktisch, wenn der Strom für den Rechner direkt vom Dach in den Laptop-Akku geht. Immer wieder eine coole Sache und für mich als Technik-Spielkind einfach beeindruckend.
Am frühen Nachmittag habe ich mich mit Mats getroffen. Er studiert hier in Karlsruhe und hat heute noch eine Klausur geschrieben. Wir fuhren in die Stadt, holten uns in einer Bäckerei eine Kleinigkeit zu Essen und einen Kaffee und genossen das schöne Wetter im Schlossgarten.
Zum Abendessen ging’s in die L’Osteria, auch hier in Karlsruhe ist die Pizza sehr empfehlenswert.
Den Abend verbringen wir entspannt und tun uns die Ruhe an. Für Mats geht’s morgen wieder nach Hamm und ich werde meinen Trip Richtung Österreich fortsetzen.
Die Nacht war wie erwartet ziemlich ruhig. Nachts flogen auch keine Flugzeuge mehr und auch Menschen kamen hier nachts keine vorbei. Tiere habe ich auch nicht wahrgenommen. Da ich auch unten geschlafen habe, war’s sowieso ziemlich ruhig.
Nachts bin ich jedoch einmal aufgewacht weil es wirklich sehr frisch wurde. Da war ich sehr dankbar, dass ich meinen Thermo-Schlafsack auch eingepackt und dabei habe. Das ist echt krass was der für eine Wärme bringt. Wenn man den wirklich bis zum Hals zuzieht kann man da problemlos auch bei Frost drin schlafen. So kalt war’s aber nicht.
Nach dem Frühstück drehte ich eine kleine Runde durch den Wald. Scheint hier wohl ganz schön beliebt zu sein, denn auf dem Parkplatz herrschte reges Treiben, Autos kamen und fuhren wieder, viele Läufer joggten durch den Wald und auch Gassigänger waren hier in großer Zahl am Start.
Am späten Vormittag startete ich dann meine heutige Etappe. Es ging erst einmal wieder zurück zur A5, ein gutes Stück Richtung Süden und dann kurz vor Karlsruhe Richtung Osten. Hier stehe ich jetzt auf einem Bio-Bauernhof, den ich über das Landvergnügen, einem Bauernhof-Stellplatzführer gefunden habe.
Hier gibt’s ganz viele Pferde und auch ein paar Hühner. Der Hahn ist nicht mehr da. Nach meiner Frage, ob man hier morgens vom Hahn geweckt wird, sagte mir Hannes, der Hofbesitzer nur, dass der letztens gegessen wurde…
Ich machte einen schönen Spaziergang hoch zu einer Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick über die weite Landschaft bietet. Hier war durch das schöne Wetter auch viel los, viele Familien mit Kindern und viele Wanderer.
Zurück am Bulli habe ich erst einmal Mittagspause gemacht. Da ich immer noch leicht angeschlagen bin tat die Ruhe sehr gut. In der Zwischenzeit waren auch die Hofbesitzer wieder da, samt ihren drei kleinen Kindern Ich quatschte ein wenig mit ihnen. Es war genau die Abendbrotszeit, weshalb ich auch direkt auf ein paar Scheiben Brot eingeladen wurde. Irgendwie praktisch, da brauchte ich gar nicht mehr selbst etwas zu zaubern.
Den Abend verbringe ich ruhig im Bulli, habe noch ein bisschen was am Rechner gemacht und bin schon wieder ziemlich müde. Heute geht’s auf jeden Fall früh ins Bett, diesmal oben im 1. OG und diesmal auch direkt mit Thermo-Schlafsack. Es soll nämlich bis auf 1 Grad runtergehen. Ziemlich frisch.
Irgendwie war sehr viel los in den letzten Wochen und es ist super viel passiert, was ich erst einmal für mich verarbeiten muss/möchte. Und eine Solo-Reise bietet da wirklich sehr gute Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen, Gedanken zu sortieren, lange Spaziergänge zu machen und vor allem eine andere Umgebung als Hamm zu haben. Der Zeitraum war schon länger geblockt, da mir die Reise vor einem Jahr in den Süden schon sehr gut gefallen hat und ich super viele neue Erfahrungen machen durfte. Also fiel die Entscheidung ziemlich leicht, nochmal so eine Art von Trip zu machen, wenn auch diesmal nicht so lange wie letztes Jahr.
Nachdem alles gepackt war (das dauert ja dann doch länger als man das immer so denkt), die Wohnung zu Hause abreisebereit war und die Family verabschiedet wurde, ging’s gegen 12:30 Uhr los. Noch ein kurzer Zwischenstopp bei der Apotheke des Vertrauens zur Aufstockung der Reiseapotheke und dann auf die A1 Richtung Süden. Die A45 ist zwar immer noch eine große Baustelle, jedoch fällt der lästige Umweg über Lüdenscheid weg. Nach sehr entspannten 3 Stunden Fahrt durchs Sauer-und Siegerland erreichte ich pünktlich zur Kaffeetrinkenszeit Bad Vilbel. Hier wohnt mein Großcousin Luca, welcher dieses Wochenende Besuch von einem Kumpel hat. Also Full-House so zu sagen. Wir besuchten seine Eltern, Petra und Michael und hatten einen entspannten Nachmittag mit leckerem Kaffee und Kuchen und sehr netten Gesprächen.
Abends gab’s dann chinesisches Essen, sehr lecker aber irgendwie auch sehr fettig…
Anschließend ging’s für mich noch gut 30 Minuten weiter Richtung Rodgau. Hier stehe ich jetzt auf einem kleinen Parkplatz mitten im Wald. Ab und an fliegt mal ein Flugzeug vorbei, welches in Frankfurt landet, aber sonst ist es hier super ruhig. Kein anderes Auto ist hier, also ziemlich ruhig, sehr angenehm. Müde liege ich jetzt schon hier im Bett, diesmal im Erdgeschoss. Fürs Dachzelt ist’s irgendwie noch etwas frisch. Morgen wird erst einmal ausgeschlafen.