Tag 5: 25.03.2026 – Kaiserwetter

Mit herrlichem Sonnenschein wurde ich heute Morgen geweckt, zog die Vorhänge auf und hatte noch aus dem Bett heraus ein herrliches Bergpanorama. So kann man gut in den Tag starten. Zum Frühstück gab’s mal wieder Müsli und noch ein Stückchen Nusshörnchen, was ich noch aus Karlsruhe mit dabei hatte.

Da der Wetterbericht ja für die nächsten Tage viele Niederschläge vorhersagt und es sich ganz schön abkühlen soll, nutzte ich das herrliche Wetter und machte eine Wanderung zum Hollenauer-Kreuz. Der Weg dorthin führte quer durch den Wald ziemlich steil den Berg hoch. Auf dem Weg dorthin habe ich keine anderen Wandersleute getroffen. Allgemein ist die Region wie leergefegt. Ab und zu sieht man mal Leute, aber im Vergleich zum Winter oder Sommer ist hier echt tote Hose.

Oben angekommen genoss ich erst einmal den herrlichen Ausblick. Für die Bergdoktor-Kenner: Ich gehe stark davon aus, dass die Start-Sequenz von hier oben gedreht wurde. Das Zusammenspiel aus Wilder Kaiser und Bäumen sieht zum Verwechseln ähnlich aus.

Der Weg ins Tal erfolgte über die Skipiste, die nicht mehr in Betrieb ist. Echt erstaunlich, was für Schneemassen hier immer noch liegen. Der Schnee wurde auch verteilt, damit er schneller schmilzt und die Wiese wieder schneller zum Vorschein kommt.

Wieder im Tal schaute ich noch einmal an der Kirche vorbei und lief wieder hoch zum Haus. Von dort ging’s mit dem Auto einmal zum Supermarkt, Lebensmittel einkaufen bleibt auch unterwegs nicht aus…

Den Nachmittag verbrachte ich am Rechner mit einigen To-Do‘s , während sich draußen echt was zusammengebraut hat. Es zog sich zu, der Wind wurde mehr und irgendwann ging’s auch an zu regnen. Das alles bei fallenden Temperaturen. Mal gucken was heute Nacht hier so runterkommt. Soll irgendwann auch in Schnee übergehen.

Am Kamin ist’s wieder schön warm und auch ein heißes Bad in der Badewanne tat echt sehr gut. Alleine hier in Going zu sein ist auch echt mal eine Erfahrung. Letztes Jahr habe ich das ja schon einmal auf meiner Südeuropa-Reise gemacht. Sonst ist hier ja immer was los, wenn man mit mehreren Leuten hier ist. Tischtennis, Gesellschaftsspiele etc. sind diesmal somit nicht am Start, aber es ist was ganz anderes. Ich kann das gar nicht so in Worte fassen aber alleine eine Reise zu machen kann einem echt richtig was geben wenn man sich drauf einlässt. Man hat wirklich Zeit für sich, und das den ganzen Tag. Dauerhaft bzw. für immer wär’s das aber auch nicht, aber phasenweise echt cool.

Tag 4: 24.03.26 – Richtung Südosten nach Going

Auch die heutige Nacht war erholsam. Allerdings schlief ich nicht im Bulli sondern bei Mats in der Wohnung. Bei den Temperaturen draußen schon sehr angenehm, wenn man mit einer einfachen Bettdecke schlafen kann und nicht bis oben hin im Thermo-Schlafsack schläft. Wir frühstückten ganz entspannt mit Brötchen und Rührei. Gegen 10 Uhr ging Mats zur Straßenbahn und ich machte „Klar-Bulli“, um weiterzufahren. Die erste Stunde war ziemlich viel Verkehr und auch mal Stau.

Mein erster Zwischenstopp war ein Fritz-Berger Campingausstattungsladen, in dem ich mir eine neue Spülwanne zulegte. Meine habe ich zu Hause vergessen und die war auch nicht ganz dicht. In dem Industriegebiet war auch ein großes Schuhgeschäft, in dem ich auch noch in neue Crocs investiert habe.

Danach ging’s wieder auf die A8 Richtung München. Hier ist es größtenteils 3-spurig und ich habe auch gemerkt, dass ich nicht zur Hauptreisezeit unterwegs bin. Die Fahrt war also bei herrlichem Sonnenschein sehr entspannt.

Hinter München ist es immer wieder beeindruckend und atemberaubend, wie immer mehr Berge auftauchen und man den Gebirgsmassiven immer näher kommt. Bei dem Wetter heute wirklich sehr sehr cool.

In Kufstein ging’s dann an die Zapfsäule. Der Sprit war hier mit 2,09€ etwa günstiger als in Deutschland, aber immer noch teuer. Der Tank war noch knapp 1/4 voll und ich habe schon 900k auf der Uhr stehen. Also wenn man nicht heizt und entspannt mit 90-100 km/h unterwegs ist erreicht man ohne Probleme Reichweite von über 1000km pro Tankfüllung.

Die volle Tanknadel nach dem Stopp ist auch immer wieder ein cooles Gefühl.

Von Kufstein ging’s dann vorbei an Scheffau und Ellmau nach Going. Die Gegend hier kenne ich ja wirklich sehr sehr gut, bin unfassbar gerne hier und es ist immer wie ein nach Hause kommen. Am Häuschen angekommen genoss ich erst einmal das schöne Wetter, ging eine Runde spazieren und kochte anschließend erst einmal Nudeln, das klassische Campinggericht, was ja wirklich immer geht.

Am Kamin ist’s schön warm, im Rest des Hauses nicht so wirklich.

Morgen soll’s wettertechnisch echt spannend hier werden. Erst mal Sonne, dann ab nachmittags bei 2-stelligen Plustemperaturen Regen, welcher im Laufe des Abends und der Nacht im Schnee übergeht. Ich bin mal sehr gespannt.

Tag 3: 23.03.26 – Karl ruht hier

Es war echt frisch heute Nacht oben im Dachzelt. Knapp über 0 Grad zeigte das Thermometer heute Morgen an. Dank Thermo-Schlafsack war’s aber deutlich wärmer. Per Knopfdruck schaltete ich heute Morgen die Standheizung an, um im Warmen zu frühstücken.

Die heutige Route führte mich durch schöne Landschaften Richtung Südwesten. Gegen 10:30 Uhr erreichte ich Karlsruhe. Ich nutzte den Vormittag und arbeitete ein bisschen was am Rechner, schon praktisch, wenn der Strom für den Rechner direkt vom Dach in den Laptop-Akku geht. Immer wieder eine coole Sache und für mich als Technik-Spielkind einfach beeindruckend.

Am frühen Nachmittag habe ich mich mit Mats getroffen. Er studiert hier in Karlsruhe und hat heute noch eine Klausur geschrieben. Wir fuhren in die Stadt, holten uns in einer Bäckerei eine Kleinigkeit zu Essen und einen Kaffee und genossen das schöne Wetter im Schlossgarten.

Zum Abendessen ging’s in die L’Osteria, auch hier in Karlsruhe ist die Pizza sehr empfehlenswert.

Den Abend verbringen wir entspannt und tun uns die Ruhe an. Für Mats geht’s morgen wieder nach Hamm und ich werde meinen Trip Richtung Österreich fortsetzen.

Tag 2: 22.03.26 – schön hier, aber waren Sie mal in Baden Württemberg?

Die Nacht war wie erwartet ziemlich ruhig. Nachts flogen auch keine Flugzeuge mehr und auch Menschen kamen hier nachts keine vorbei. Tiere habe ich auch nicht wahrgenommen. Da ich auch unten geschlafen habe, war’s sowieso ziemlich ruhig.

Nachts bin ich jedoch einmal aufgewacht weil es wirklich sehr frisch wurde. Da war ich sehr dankbar, dass ich meinen Thermo-Schlafsack auch eingepackt und dabei habe. Das ist echt krass was der für eine Wärme bringt. Wenn man den wirklich bis zum Hals zuzieht kann man da problemlos auch bei Frost drin schlafen. So kalt war’s aber nicht.

Nach dem Frühstück drehte ich eine kleine Runde durch den Wald. Scheint hier wohl ganz schön beliebt zu sein, denn auf dem Parkplatz herrschte reges Treiben, Autos kamen und fuhren wieder, viele Läufer joggten durch den Wald und auch Gassigänger waren hier in großer Zahl am Start.

Am späten Vormittag startete ich dann meine heutige Etappe. Es ging erst einmal wieder zurück zur A5, ein gutes Stück Richtung Süden und dann kurz vor Karlsruhe Richtung Osten. Hier stehe ich jetzt auf einem Bio-Bauernhof, den ich über das Landvergnügen, einem Bauernhof-Stellplatzführer gefunden habe.

Hier gibt’s ganz viele Pferde und auch ein paar Hühner. Der Hahn ist nicht mehr da. Nach meiner Frage, ob man hier morgens vom Hahn geweckt wird, sagte mir Hannes, der Hofbesitzer nur, dass der letztens gegessen wurde…

Ich machte einen schönen Spaziergang hoch zu einer Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick über die weite Landschaft bietet. Hier war durch das schöne Wetter auch viel los, viele Familien mit Kindern und viele Wanderer.

Zurück am Bulli habe ich erst einmal Mittagspause gemacht. Da ich immer noch leicht angeschlagen bin tat die Ruhe sehr gut. In der Zwischenzeit waren auch die Hofbesitzer wieder da, samt ihren drei kleinen Kindern Ich quatschte ein wenig mit ihnen. Es war genau die Abendbrotszeit, weshalb ich auch direkt auf ein paar Scheiben Brot eingeladen wurde. Irgendwie praktisch, da brauchte ich gar nicht mehr selbst etwas zu zaubern.

Den Abend verbringe ich ruhig im Bulli, habe noch ein bisschen was am Rechner gemacht und bin schon wieder ziemlich müde. Heute geht’s auf jeden Fall früh ins Bett, diesmal oben im 1. OG und diesmal auch direkt mit Thermo-Schlafsack. Es soll nämlich bis auf 1 Grad runtergehen. Ziemlich frisch.

Tag 1: 21.03.2026 – Der nächste Solo-Trip startet

Irgendwie war sehr viel los in den letzten Wochen und es ist super viel passiert, was ich erst einmal für mich verarbeiten muss/möchte. Und eine Solo-Reise bietet da wirklich sehr gute Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen, Gedanken zu sortieren, lange Spaziergänge zu machen und vor allem eine andere Umgebung als Hamm zu haben. Der Zeitraum war schon länger geblockt, da mir die Reise vor einem Jahr in den Süden schon sehr gut gefallen hat und ich super viele neue Erfahrungen machen durfte. Also fiel die Entscheidung ziemlich leicht, nochmal so eine Art von Trip zu machen, wenn auch diesmal nicht so lange wie letztes Jahr.

Nachdem alles gepackt war (das dauert ja dann doch länger als man das immer so denkt), die Wohnung zu Hause abreisebereit war und die Family verabschiedet wurde, ging’s gegen 12:30 Uhr los. Noch ein kurzer Zwischenstopp bei der Apotheke des Vertrauens zur Aufstockung der Reiseapotheke und dann auf die A1 Richtung Süden. Die A45 ist zwar immer noch eine große Baustelle, jedoch fällt der lästige Umweg über Lüdenscheid weg. Nach sehr entspannten 3 Stunden Fahrt durchs Sauer-und Siegerland erreichte ich pünktlich zur Kaffeetrinkenszeit Bad Vilbel. Hier wohnt mein Großcousin Luca, welcher dieses Wochenende Besuch von einem Kumpel hat. Also Full-House so zu sagen. Wir besuchten seine Eltern, Petra und Michael und hatten einen entspannten Nachmittag mit leckerem Kaffee und Kuchen und sehr netten Gesprächen.

Abends gab’s dann chinesisches Essen, sehr lecker aber irgendwie auch sehr fettig…

Anschließend ging’s für mich noch gut 30 Minuten weiter Richtung Rodgau. Hier stehe ich jetzt auf einem kleinen Parkplatz mitten im Wald. Ab und an fliegt mal ein Flugzeug vorbei, welches in Frankfurt landet, aber sonst ist es hier super ruhig. Kein anderes Auto ist hier, also ziemlich ruhig, sehr angenehm. Müde liege ich jetzt schon hier im Bett, diesmal im Erdgeschoss. Fürs Dachzelt ist’s irgendwie noch etwas frisch. Morgen wird erst einmal ausgeschlafen.

18.02.2026 – Heimfahrt

Die Nacht war mehr oder weniger erholsam. Irgendwie wurden wir beide öfter mal wach zwischendurch. Naja, gehört auch mal dazu. Der Ausblick heute Morgen war jedoch herrlich. Gestern Abend in der Dunkelheit konnte man das nur erahnen.

Wir hatten noch Eier und Bacon im Kühlschrank. Somit gab’s zum Frühstück leckeres Rührei. Wir stellten als Ziel zu Hause ein und wollten spontan schauen, wie wir so durchkommen. Die knapp 700km fuhren sich richtig entspannt bei größtenteils Sonnenschein und blauem Himmel. Wir fuhren also durch.

Wir jagten ordentlich Wischwasser durch. Gerade im Norden Dänemarks waren die Straßen so extrem gesalzen. Am Auto kann man das ein wenig erahnen.

Gegen 19:30 Uhr erreichten wir zu Hause und wurden von Papa mit leckerem Sushi empfangen.

Somit geht ein sehr schöner und abwechslungsreicher Trip zu Ende, der uns viele schöne Momente beschert hat. Es hat erstaunlich gut zu zweit funktioniert, dennoch sind wir beide froh, wieder in eigenen Betten schlafen zu können und etwas mehr Privatsphäre haben. Eine gute Woche hat sich als optimale Zeit herausgestellt und wir freuen uns wieder auf zu Hause. Der nächste Trip ist allerdings schon in Planung. In wenigen Wochen geht’s hier also weiter. Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal.

17.02.2026 – Tschüß Norwegen

Heute ging’s früh raus. Der Wecker klingelte vor 7 und wir gingen gemeinsam mit den Norwegern aus dem Haus. Es war wieder eine sehr schöne Zeit und auch schön, alle mal wieder zu sehen. Nachdem wir Marie zur Arbeit gebracht haben, brachen wir gegen 9 Uhr in Richtung Kristiansand auf. Die Strecke ist gut ausgebaut, dennoch an manchen Stellen ziemlich kurvig.

Eine Stunde vor Check-In-Schluss kamen wir ganz entspannt am Hafen an, haben uns genüsslich eine Zimtschnecke mit Puddingfüllung schmecken lassen und einen Kaffee getrunken. Sehr praktisch diese Maschine im Auto.

Die Fähre war ziemlich leer. Vom Sommer ist man das ganz anders gewohnt. Da wird auf dem Autodeck jeder Meter ausgeschöpft, während heute ganz viel Platz zwischen den Autos war. Es waren auch nur eine Hand voll Wohnmobile auf dem Schiff. Sonst füllen die ein ganzes Autodeck…

Die Überfahrt war unspektakulär. Wir haben im Restaurant Mittag gegessen und dann den Rest der Fahrt im vorderen Bereich des Schiffes in einer Bar gesessen und den Ausblick nach vorne genossen. Es hat leicht geschaukelt, aber nicht so schlimm, dass uns schlecht wurde.

In Hirtshals angekommen haben wir noch einmal vollgetankt und sind noch gut 1,5 Stunden gefahren und stehen jetzt irgendwo in den Dünen an einem Fjord.

Heute Morgen hat sich eine Sicherung verabschiedet, die die Toilettenspülung und vor allem auch die zwei vorhandenen USB-Dosen sowie eine 12V-Dose betreibt. Irgendwie auch eine Fehlkonstruktion von Karman, all diese Verbraucher über einen Stromkreis laufen zu lassen. Auch zwei USB-Buchsen im ganzen Auto sind sehr knapp bemessen… Da wir aber ja vom Fach sind und uns zu helfen wissen, wurde kurzerhand das Bett einmal abgeräumt (also so halbwegs) und die kaputte Sicherung getauscht. Jetzt geht’s wieder.

Ziemlich müde fallen wir jetzt ins Bett. Draußen machen irgend welche Vögel ganz schön Radau, mal gucken ob die sich noch beruhigen.

15./16.02.2026 – Stavanger

Die Nacht auf dem Campingplatz Richtung Stavanger war erholsam und nicht mehr so kalt wie die Nacht davor. Knapp unter 0 Grad sind ne ganz andere Hausnummer als -25 Grad. Das hat man an mehreren Stellen gemerkt. Zum einen fror keine Wasserleitung mehr ein und auch der Temperaturunterschied von draußen zu drinnen war deutlich erträglicher.

Wir fuhren die E134 weiter Richtung Südwesten. Teilweise war diese sehr gut ausgebaut, also zweispurig und Fahren mit 80 km/h war entspannt machbar. Einige Passagen waren jedoch ziemlich eng. Einmal mussten wir sogar bis zum Stillstand bremsen, da ein großer LKW entgegenkam. Man muss also ziemlich konzentriert unterwegs sein, um heile anzukommen. Aber alles kein Problem.

Mittags fuhren wir auch mit einer Fähre. Hier oben ein ganz normales Verkehrsmittel, was die Norweger komplett selbstverständlich nutzen. Anders geht’s auch kaum… Unsere Mittagspause verbrachten wir auf Empfehlung von Marie, meiner Patentante, die ja hier oben wohnt, auf einer kleine Halbinsel. Es gab Nudeln. Sehr praktisch wenn man alles dabei hat und sich sein Essen einfach direkt im Auto zubereiten kann.

Am Nachmittag erreichten wir dann Stavanger, wurden mit Zimtschnecken und leckerem Kaffee begrüßt und brachen kurze Zeit später wieder zu einem Band-Konzert von Einar, einem von Maries Sohnemännern auf. Irgendwie mal echt cool, auf solche Art und Weise einen Einblick in die Kultur hier zu bekommen.

Abends gab es leckeres Essen und wir quatschten noch bis tief in die Nacht.

Heute Morgen starteten wir entspannt in den Tag, frühstückten in Ruhe mit Marie und liefen dann einmal in die Stadt runter. Klassischerweise durfte natürlich auch die Zimtschnecke nicht fehlen.

Den Nachmittag verbrachten wir hier mit den Jungs und abends gab’s leckeres Abendessen. Wir sitzen hier jetzt noch und machen es uns gemütlich. Morgen geht’s dann Richtung Kristiansand und dann mit der Fähre nach Dänemark.

14.02.2026 – -26 Grad mitten am Tag

Es war kalt, sehr kalt, sogar so kalt, dass die Heizung die ganze Nacht durchheizte, sogar auf der hohen Lüfterstufe. Teilweise pfiff der Lüfter so laut, dass wir nachts beide wach wurden. Die Alternative wäre allerdings frieren gewesen, sodass es ab und zu etwas lauter wurde. Die Temperatur, die der Außensensor hier gemessen hat, waren nachts -23,1 Grad, also wirklich sehr knackig kalt.

Die Heizung schaffte es aber ganz gut gegenzuhalten und es war nicht kalt im Innenraum. Die Außenwände waren zwar echt kalt und auch die zweifach verglasten Campingfenster waren von innen gefroren. Das Abwasser lief nicht mehr ab, blieb also im Waschbecken stehen und auch das Wasser im Küchenwaschbecken lief nicht mehr. Irgendwo auf dem Weg war’s also eingefroren. Hinter den Isolierungen vorne als auch hinten bildete sich eine dicke Eisschicht.

Durch den krassen Temperaturunterschied von draußen zu drinnen vergrößerte sich der Riss in der Frontscheibe um gut 20-30cm. Der war vorher zwar auch schon da, aber noch nicht so weit links. Ist zwar ärgerlich, aber es war auch vor der Reise schon klar, dass die Scheibe danach ausgewechselt wird. Jetzt lohnt sich‘s wirklich.

Nachdem wir zusätzlich mit dem Heizlüfter für etwas mehr Wärme im Auto gesorgt haben und tatsächlich mal den Landstrom genutzt haben, frühstückten wir in Ruhe bei herrlichem Sonnenschein und spülten anschließend einmal unser Geschirr. Auf nem Campingplatz deutlich einfacher als in der Spüle hier, die ja heute auch zugefroren war.

Das Starten des Motors war auch abenteuerlich heute Morgen. Leider ist der Zuheizer, eine Standheizung, die den Motor vorwärmen kann, noch nicht verbaut. Liegt zwar schon einbaubereit in Hamm, zeitlich haben wir es vor dem Trip aber leider nicht mehr geschafft. Deshalb klang der Start heute Morgen bei -15 Grad so:

Die ersten Kilometer fuhren wir ganz behutsam mit niedriger Drehzahl und wenig Last, um den Motor langsam auf Betriebstemperatur zu bringen. Der Verschleiß ist ja bekanntlich bei kaltem Motor und hohen Drehzahl am höchsten… Von Geilo ging’s weiter Richtung Hardangervidda, einer sehr beeindruckenden Hochebene, die im Sommer schon sehr spektakulär ist.

Im Winter aber nochmal auf einem anderen Level. Die Sonne und der blaue Himmel sorgten für wirklich extrem winterliche Stimmung. Die Temperatur sank nochmal, wir hatten zwischendurch-26 Grad, also einen Temperaturunterschied von drinnen zu draußen von gut 45 Grad, irgendwie krass.

Die Straßenverhältnisse sind trotz dieser Temperaturen jedoch völlig in Ordnung. Zwar hier und dort mal etwas Eis, aber wenn man das weiß geht das echt voll fit. Auch das Argument in Deutschland, was oft kommt, wenn es um Elektromobilität geht, dass man ja im Winter so schlecht mit dem E Auto fahren kann, ist hier irgendwie ein Fremdwort. So viele E Autos, die hier bei dem Wetter fahren sind irgendwie krass. Laden kann man selbst in der tiefsten Pampa mit 300-400kW, alles eine Frage der Infrastruktur und Grundeinstellung…

Wir fuhren wieder einmal am Vøringsfossen vorbei, einem sehr beeindruckenden Wasserfall, welcher jedoch durch den Schnee nicht begehbar war. Also ging’s direkt runter ins Tal zum Eidfjord. Hier ist letztes Jahr der T3 von Matthias verreckt. Wir sind jedoch gut durch gekommen. Die Straßen waren wie leer gefegt. Im Sommer reihen sich hier die Womos und Autos aneinander, heute hatten wir wenig Gegenverkehr, irgendwie sehr ungewohnt.

In Odda war Mittagspause angesagt, machten noch einmal Wraps, da wir noch einiges dafür da haben und schauten nach einem Platz für die Nacht. Wir hätten da zwar auf einem Industriecharme-Wohnmobilstellplatz mit schlechten Sanitäranlagen für 450 NOK, also gut 40 Euro stehen können. Das war uns aber dafür zu teuer. Der andere Platz im Ort hätte 750 NOK gekostet, also irgendwie überteuert, da wir ja autark stehen können.

Also ging’s noch etwas weiter Richtung Süden. Der zuerst angesteuerte Campingplatz hatte zu, danach bogen wir auf die E134 in Richtung Südwesten Richtung Haugesund ab. Hier klapperten wir einige Wildspots ab, die aber entweder komplett eingeschneit, schief oder mit fetten „Camping verboten“ Schildern versehen waren. Somit wurde es ein kleiner Campingplatz am Wasser. Auch hier gab’s wieder einen Self-Checkin per QR-Code. Gezahlt wird online, sehr praktisch, vor allem für die Betreiber, da einfach Personalkosten gespart werden.

Hier stehen wir jetzt bei knapp unter 0 Grad, also ganz anderen Temperaturen als die letzten Tage. Auch mal ganz angenehm, wenn nicht alles einfriert. Die heiße Dusche hier auf dem Platz wurde auch ausgiebig genutzt. Wir sind beide wieder ziemlich müde und werden auch heute bestimmt nicht alt. Morgen geht’s dann nach Stavanger.

13.02.2026 – auf einmal sind wir in Norwegen

Die Kälte hat man auch nachts gemerkt. Die Heizung und die Isolierung leisteten zwar sehr gute Dienste, es ist aber dennoch nunmal ziemlich kalt draußen. Die Scheiben waren sogar von innen gefroren. Irgendwie Crazy. Aber auch diese Nacht war wieder erholsam und wir schliefen sehr gut.

Da sich unsere Haferflocken ja gestern verabschiedet haben und wir morgens gerne unser Müsli essen, ging’s heute Morgen nach dem Auschecken erst einmal zum Supermarkt. Dort kauften wir noch ein paar Sachen ein, unter anderem einen Salat von einer Salatbar. Das ist hier irgendwie Gang und Gebe in vielen Supermärkten und echt praktisch. Man kann sich das zusammenstellen, was man gerne haben möchte.

Nachdem wir was im Magen hatten ging’s weiter Richtung Norden. Nach gut 1,5 Stunden erreichten wir Oslo. Wir fuhren nicht über die große E6, sondern direkt am Fjord entlang. Wirklich sehr beeindruckend. Da ich ja sonst meistens alleine unterwegs bin bzw. meistens der Fahrer, ist es echt mal cool, auch als Beifahrer die Natur und Gegend zu betrachten. Man sieht nochmal ganz andere Dinge, auch wenn hier viele Straßen schon bekannt sind.

Hinter Oslo ging’s dann weiter Richtung Nordwesten. Von hier aus ging’s allmählich auch immer höher. Die Temperaturen fielen in den zweistelligen Minus-Bereich. Zwischendurch hatten wir -18 Grad, und das obwohl es noch hell war und die Sonne schien.

Die Landschaft veränderte sich stark. Die Fjorde sind einfach beeindruckend, auch im Winter richtig cool. Diese Weite, die man von der Straße aus sehen kann ist echt krass. Ganz anders als Schweden.

Unser heutiges Ziel ist Geilo, ein Ort, der für seinen Wintersport bekannt ist. Im Sommer, vor ziemlich genau einem halben Jahr, waren wir schon einmal hier. Damals war noch alles grün und sommerlich, jetzt ist hier tiefer Winter. Die Skigebiete sind geöffnet, Loipen für den Langlauf gespurt und eisige Kälte. Der Schneehaufen für die nächste Saison ist schon in der Produktion, einfach krass wie hoch der ist. Das kommt auf dem Foto gar nicht so rüber.

Wir stehen wieder auf dem gleichen Campingplatz wie im Sommer, diesmal im weißen Kleid. Wir machten beide unabhängig voneinander einen Spaziergang durch den Ort, zum einen um die Gegend zu erkunden aber auch um einfach Bewegung zu kommen. Dieses stundenlange im Auto sitzen braucht irgendwie einen Ausgleich…

Zum Abendessen gab’s Kartoffeln mit Lachs, sehr lecker und gut sättigend.

Draußen ziehen die Temperaturen richtig an. Jetzt gerade, wo ich den Blog schreibe, sind es draußen schon -20 Grad, es soll sogar noch kälter werden. Extremtest für Mensch und Material. Die Heizung surrt auf Höchstleistung und wir haben sämtliche Isolierungen angebracht, die wir finden konnten, um möglichst gut die Wärme im Auto zu halten.

Mal schauen wie die Nacht wird, hoffentlich hält alles durch. Wir haben alles bereit, um den elektrischen Heizlüfter anzuschließen, sollte sich die Dieselheizung verabschieden. Irgendwie auch spannend diese ganze Technik auch mal unter solchen Extrembedingungen zu testen.