Tag 14 (09.03.25) – Santiago de Compostela

Dass Wind sehr viel Kraft hat, habe ich auch heute Nacht wieder zu spüren bekommen. Der Bulli schaukelte mehr als ein Boot bei Flaute und es pfiff die ganze Nacht rund um mein rollendes Zuhause. Sehr gemütlich. Am nächsten Morgen war von dem Spuk nichts mehr zu sehen. Friedlich ging die Sonne auf und der Sonntag fing ganz gemütlich an.

Nachdem dann das Bett umgebaut und wieder etwas Klar Bulli gemacht wurde, machte ich mich auf, mit erstem Stopp am öffentlichen Toilettenhäuschen. Das ist hier wirklich praktisch und erinnert ein bisschen an Skandinavien, wo auch an jeder Ecke saubere Toilettenhäuschen stehen.

Ich bin mittlerweile schon ziemlich weit im Westen Spaniens angekommen und viel viel weiter geht es tatsächlich auch nicht. Von der Küste fuhr ich nach Südwesten auf direktem Wege nach Santiago de Compostela. Der Weg führte mich zuerst über die Autobahn, dann über Landstraßen. Bereits morgens habe ich mir einen Platz auf dem Campingplatz in der Stadt gebucht, sehr praktisch, da es zum einen günstiger ist, als wenn man vor Ort erst bucht und der Check-In geht deutlich schneller.

Mit Blick auf die Stadt

Wer Santiago nicht kennt: Dieser Ort ist ein weltbekannter Wallfahrtsort und der bekannte Jakobsweg endet hier. Dieser startet in Saint-Jean-Pied-de-Port in Frankreich und ist etwa 850km lang. Tausende Pilger laufen diesen Weg jedes Jahr. Ende des Weges ist die beeindruckende Kathedrale, in der sich angeblich das Grab des Apostels Jakobus befindet.

Zugegeben, von den 850km bin ich nur knapp die letzten 1,5 gelaufen. Dass ich auf dem richtigen Weg bin habe ich sowohl durch die Schilder, als auch durch einige Pilgerer gemerkt, die mit Wanderstöcken und Rucksäcken die letzten Meter liefen. Und auf einmal stand ich direkt davor. Vor der großen Kathedrale. Und ich muss sagen: Wirklich ein gigantisches Bauwerk

Natürlich ging ich auch rein, drinnen herrschte eine ruhige und friedliche Atmosphäre (jedenfalls wenn nicht gerade eine riesige geführte Reisetruppe gefühlt ein Fotoshooting veranstaltet). Ich ging an dem Grab vom Apostel Jakobus vorbei, welches sich direkt unter dem riesigen Altar befindet.

Die Kathedrale hat einige Seitenschiffe, die auch Gottesdienste in den verschiedensten Sprachen anbieten. Außerdem waren bestimmt ein Dutzend Kerzenständer in dem Gebäude verteilt.

Selbstverständlich zündete ich hier auch eine Kerze an

Ich genoss noch einige Zeit die Stille, saß über eine halbe Stunde einfach nur mit Blick auf den Altar und kam ein wenig zur Ruhe. Im Sommer muss es auch hier unerträglich voll sein. Da habe ich in der aktuellen Reisezeit echt noch Glück.

Ich ging noch etwas durch die verwinkelte und enge Altstadt, die in jedem Fall auch sehenswert ist und veranstaltete ein kleines Fotoshooting mit dem Lamm.

Der Campingplatz ist etwa 2km von der Kathedrale entfernt und somit kam ich auch gut auf meine Schritte heute.

Jetzt sitze ich mit eingeschalteter Heizung (draußen ist es wieder einstellig) im warmen Bulli mit Blick auf die Stadt. Die Lichter haben wirklich was.

4 Kommentare zu „Tag 14 (09.03.25) – Santiago de Compostela

  1. Das nenn‘ ich mal ein Weihrauchfaß… Und die Orgel ist ja ganz kunstvoll gestaltet. Beeindruckende Kathedrale. Schön, dass du dir das anschauen konntest. Dann genieße den Blick auf die nächtliche Stadt und schlaf gut. Liebe Grüße

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  2. Nun hast Du es tatsächlich erreicht, das ersehnte Ziel so vieler Pilger. Im Sommer hättest Du vermutlich tatsächlich kein Bein an die Erde bekommen – ich habe mal einen Filmbericht über die Menschenmassen gesehen…

    Dein Stellplatz liegt ja sensationell oberhalb der Stadt, genieße den Blick!

    Liebe Grüße und schlaf schön 🌙

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  3. Nun sende ich dir Morgengrüsse aus Berlin und freue mich , dass du dieses magische Ziel erreicht hast .Man muss ja nicht immer pilgern , das Ziel ist der Weg . Die Kathedrale ist ja prächtig, ebenso die riesige Orgel. Klasse , dass Du diesen Abstecher erlebt hast , nun geht’s weiter. Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt 🎶😘

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