Tag 23 (18.03.25) – Afrika in Sicht

Die Luftfeuchtigkeit im Auto ähnelte heute Nacht dem Klima eines Tropenwaldes, trotz leicht geöffneter Fenster. Die Wäsche war auch noch ziemlich nass. Es hat jedoch aufgehört zu regnen und somit konnte ich schön durchlüften. Meinen belgischen Nachbarn hat es etwas ungünstiger getroffen. Bei ihm hat’s in seine Heckgarage geregnet und er holte eine nasse Sache nach der nächsten aus seinem Wohnmobil. Triefend nasse Teppiche und co. Der Parkplatz ähnelte einem Trödelmarkt…

Ich schaute mir den Wetterbericht für die nächsten Tage an und wollte unbedingt den südlichsten Punkt Europas auf meiner Reise erreichen. Für Tarifa ist heute und morgen gutes Wetter vorhergesagt, weshalb ich die 350km auf mich nehmen wollte und gegen 11 Uhr gestartet bin. Es ging viel über die Autobahn, die jedoch in keinem wirklich guten Zustand war. Da sind wir mit unserer deutschen Autobahn schon ziemlich verwöhnt. Die Schlaglöcher hier sind teilweise solche großen Krater, dass man sich womöglich irgendwas am Auto kaputt machen würde, wenn man da mitten durch fährt.

Irgendwo zwischendurch machte ich kurz Pause um eine Kleinigkeit zu essen. Echt praktisch, quasi überall parken zu können. Tagsüber ist das alles auch kein Problem.

Durch die Regenfälle der letzten Tage waren sehr viele Felder überflutet und ich musste sogar einmal umdrehen, da die Straße vor mir nicht mehr zu sehen war. Es fuhr zwar jemand durch, ich wollte aber nichts riskieren und drehte um und fuhr einige Kilometer wieder zurück.

Nach einem Mix aus Autobahn und Landstraßen erreichte ich dann gegen 16 Uhr den Campingplatz in Tarifa, der südlichsten Stadt auf dem europäischen Festland. Ich suchte mir einen Platz mit Meerblick aus und checkte ein. Zur Nebensaison ist hier wirklich nicht viel los.

Hier konnte ich auch direkt meine ganzen Sachen verbleiben froh trocknen, baute die Wäscheleine auf, klappte das Dach hoch und kurbelte sogar die Markise aus, quasi ein Wäscheständer auf Rädern.

Da ich über 5 Stunden im Auto saß war ich über den ausgiebigen Spaziergang sehr dankbar, den ich auch zum Telefonieren nutzte. Direkt neben dem Campingplatz sind große Parkplätze, auf denen haufenweise Camper stehen. Soweit nichts außergewöhnliches, doch das hier gezeigte Campingverhalten geht schon irgendwie zu weit. Ich stehe auch gerne mal nicht auf dem Campingplatz, weil’s wirklich was anderes ist und man meist auch bessere Aussichten hat. Doch gerade in den südlichen Ländern ist Campingverhalten, also Hubstützen, Wäsche draußen trocknen und sich allgemein ausbreiten nicht gerne gesehen. Und ich kann auch beim Anblick dieses Parkplatzes gut verstehen, warum das so ist. Viele Stühle, aufgebockte WoMos und laut Park4Night-Kommentaren auch vollgelackte Büsche. Irgendwie auch kein Wunder, wenn so viele Camper hier auf einmal stehen. Parken, also unauffällig sein, ist das eine. Aber sich so auszubreiten und überall hinzukacken geht dann irgendwie zu weit. Das kann man deutlich besser in Skandinavien in der Pampa machen. Zumal hier echt viele und schöne Campingplätze in der Umgebung sind. Naja, man kann’s selbst nur besser machen und immer mit ein bisschen Bauchgefühl entscheiden, wo man frei steht und wenn‘s aktiv verboten ist es zu akzeptieren und sich was anderes zu suchen…

Jedoch standen hier auch sehr viele verschiedene und außergewöhnliche Fahrzeuge, was auch echt mal cool ist.

Ich ging am Wasser entlang und konnte sogar Afrika sehen. Das ist schon sehr beeindruckend, mit dem Auto von zu Hause fast bis zum südlichsten Punkt Europas gefahren zu sein. Die Meerenge zwischen Atlantik und Mittelmeer ist wirklich nicht groß und man sieht viele riesige Schiffe hindurchfahren.

Die Afrika Beach Bar hier hatte leider geschlossen, sah aber irgendwie interessant aus.

Zurück am Bulli war die Wäsche noch nicht ganz trocken, aber deutlich trockener als vorher. Morgen wird dann nochmal das gute Wetter genutzt und weiter getrocknet.

Dank Zugang zum Strand hatte ich die Möglichkeit, einen traumhaften Sonnenuntergang sehen zu dürfen. Sonnenuntergänge sind einfach wirklich immer wieder etwas Besonderes.

Ziemlich schnell wurde es dann auch dunkel. Von hier kann man sehr gut das Rauschen des Meeres hören. Das wird wieder schön gemütlich im Dachzelt. Diesmal auch mit deutlich besserer Luft als letzte Nacht.

4 Kommentare zu „Tag 23 (18.03.25) – Afrika in Sicht

  1. Na , du Weitreisender , toll , was du alles so siehst. Schön , dass deine Sachen so langsam trocken werden . Ist doch toll , dass wir so kommunizieren können, so fahren wir gemeinsam mit dir , und der Regen hört jetzt ja auch mal kurz auf . Freue Dich auf die Sonne. Weiter frohe Fahrt und gute Nacht 😘😴

    Gefällt 1 Person

  2. Genau das habe ich Dir gewünscht: Friedlich-schönes Wetter, keine weitere Flüssigkeit von irgendwo her und die Möglichkeit, draußen ein paar Leinen zu spannen! Sehr schön fürs Raumklima im Bulli 👍🏼👍🏼👍🏼

    Diese Superlative (ganz im Norden oder im Süden) und die Nähe zu einem anderen Kontinent – das hat schon was! Und dann noch beste Lage für Sonnenuntergänge 🌅, genieße es und mach weiter schöne Fotos!
    Du weißt ja: Wenn auf meinen Bildern die Sonne nur halb zu sehen ist, ist es nieeee(!!) ein Sonnenaufgang. Ist der Ruf erst ruiniert, schläft es sich dann auch ganz ungeniert 😂😂😂

    Genau das tust Du hoffentlich gerade in Deiner trockener werdenden „Butze“!

    Mach‘s gut 👋

    Gefällt 2 Personen

Hinterlasse eine Antwort zu Andreas Antwort abbrechen