14.02.2026 – -26 Grad mitten am Tag

Es war kalt, sehr kalt, sogar so kalt, dass die Heizung die ganze Nacht durchheizte, sogar auf der hohen Lüfterstufe. Teilweise pfiff der Lüfter so laut, dass wir nachts beide wach wurden. Die Alternative wäre allerdings frieren gewesen, sodass es ab und zu etwas lauter wurde. Die Temperatur, die der Außensensor hier gemessen hat, waren nachts -23,1 Grad, also wirklich sehr knackig kalt.

Die Heizung schaffte es aber ganz gut gegenzuhalten und es war nicht kalt im Innenraum. Die Außenwände waren zwar echt kalt und auch die zweifach verglasten Campingfenster waren von innen gefroren. Das Abwasser lief nicht mehr ab, blieb also im Waschbecken stehen und auch das Wasser im Küchenwaschbecken lief nicht mehr. Irgendwo auf dem Weg war’s also eingefroren. Hinter den Isolierungen vorne als auch hinten bildete sich eine dicke Eisschicht.

Durch den krassen Temperaturunterschied von draußen zu drinnen vergrößerte sich der Riss in der Frontscheibe um gut 20-30cm. Der war vorher zwar auch schon da, aber noch nicht so weit links. Ist zwar ärgerlich, aber es war auch vor der Reise schon klar, dass die Scheibe danach ausgewechselt wird. Jetzt lohnt sich‘s wirklich.

Nachdem wir zusätzlich mit dem Heizlüfter für etwas mehr Wärme im Auto gesorgt haben und tatsächlich mal den Landstrom genutzt haben, frühstückten wir in Ruhe bei herrlichem Sonnenschein und spülten anschließend einmal unser Geschirr. Auf nem Campingplatz deutlich einfacher als in der Spüle hier, die ja heute auch zugefroren war.

Das Starten des Motors war auch abenteuerlich heute Morgen. Leider ist der Zuheizer, eine Standheizung, die den Motor vorwärmen kann, noch nicht verbaut. Liegt zwar schon einbaubereit in Hamm, zeitlich haben wir es vor dem Trip aber leider nicht mehr geschafft. Deshalb klang der Start heute Morgen bei -15 Grad so:

Die ersten Kilometer fuhren wir ganz behutsam mit niedriger Drehzahl und wenig Last, um den Motor langsam auf Betriebstemperatur zu bringen. Der Verschleiß ist ja bekanntlich bei kaltem Motor und hohen Drehzahl am höchsten… Von Geilo ging’s weiter Richtung Hardangervidda, einer sehr beeindruckenden Hochebene, die im Sommer schon sehr spektakulär ist.

Im Winter aber nochmal auf einem anderen Level. Die Sonne und der blaue Himmel sorgten für wirklich extrem winterliche Stimmung. Die Temperatur sank nochmal, wir hatten zwischendurch-26 Grad, also einen Temperaturunterschied von drinnen zu draußen von gut 45 Grad, irgendwie krass.

Die Straßenverhältnisse sind trotz dieser Temperaturen jedoch völlig in Ordnung. Zwar hier und dort mal etwas Eis, aber wenn man das weiß geht das echt voll fit. Auch das Argument in Deutschland, was oft kommt, wenn es um Elektromobilität geht, dass man ja im Winter so schlecht mit dem E Auto fahren kann, ist hier irgendwie ein Fremdwort. So viele E Autos, die hier bei dem Wetter fahren sind irgendwie krass. Laden kann man selbst in der tiefsten Pampa mit 300-400kW, alles eine Frage der Infrastruktur und Grundeinstellung…

Wir fuhren wieder einmal am Vøringsfossen vorbei, einem sehr beeindruckenden Wasserfall, welcher jedoch durch den Schnee nicht begehbar war. Also ging’s direkt runter ins Tal zum Eidfjord. Hier ist letztes Jahr der T3 von Matthias verreckt. Wir sind jedoch gut durch gekommen. Die Straßen waren wie leer gefegt. Im Sommer reihen sich hier die Womos und Autos aneinander, heute hatten wir wenig Gegenverkehr, irgendwie sehr ungewohnt.

In Odda war Mittagspause angesagt, machten noch einmal Wraps, da wir noch einiges dafür da haben und schauten nach einem Platz für die Nacht. Wir hätten da zwar auf einem Industriecharme-Wohnmobilstellplatz mit schlechten Sanitäranlagen für 450 NOK, also gut 40 Euro stehen können. Das war uns aber dafür zu teuer. Der andere Platz im Ort hätte 750 NOK gekostet, also irgendwie überteuert, da wir ja autark stehen können.

Also ging’s noch etwas weiter Richtung Süden. Der zuerst angesteuerte Campingplatz hatte zu, danach bogen wir auf die E134 in Richtung Südwesten Richtung Haugesund ab. Hier klapperten wir einige Wildspots ab, die aber entweder komplett eingeschneit, schief oder mit fetten „Camping verboten“ Schildern versehen waren. Somit wurde es ein kleiner Campingplatz am Wasser. Auch hier gab’s wieder einen Self-Checkin per QR-Code. Gezahlt wird online, sehr praktisch, vor allem für die Betreiber, da einfach Personalkosten gespart werden.

Hier stehen wir jetzt bei knapp unter 0 Grad, also ganz anderen Temperaturen als die letzten Tage. Auch mal ganz angenehm, wenn nicht alles einfriert. Die heiße Dusche hier auf dem Platz wurde auch ausgiebig genutzt. Wir sind beide wieder ziemlich müde und werden auch heute bestimmt nicht alt. Morgen geht’s dann nach Stavanger.

2 Kommentare zu „14.02.2026 – -26 Grad mitten am Tag

Hinterlasse eine Antwort zu Andreas Antwort abbrechen