Tag 9: 29.03.26 – das Mittelmeer in Sicht

Gegen halb 4 wachte ich heute Morgen auf. Der Bulli wackelte vom Wind und es zog ein wenig im Dachzelt. Eigentlich echt gemütlich. Im Halbschlaf realisierte ich jedoch, dass die Markise noch draußen und nicht wirklich festgebunden war. Mir schossen die Bilder in den Kopf, wie Markisen dann abheben und einmal komplett umklappen. Meist hat das eine kaputte Markise zur Folge. Also stand ich auf, kletterte nach unten und kurbelte sie ein. Den Tisch und den Stuhl nahm ich auch direkt mit. Ein paar Camper weiter war auch jemand draußen. Keine Ahnung was er zu der Zeit gemacht hat, könnte auch eine Szene aus nem schlechten Film gewesen sein, in der jemand so um die Ecke guckt. Ich kletterte aber nochmal in meinen Schlafsack und schlief noch ein paar Stunden sehr erholsam, bis ich dann irgendwann aufwachte und erst einmal den Blick auf den See aus dem Dachzelt heraus genoss.

Ich spülte einmal mein Geschirr ab, räumte ein wenig im Bulli auf und machte mich auf den Weg. Anders als im letzten Jahr auf meiner Reise gönne ich mir dieses Mal dann doch öfter mal die Bezahl-Autobahn. Da kommt man echt entspannter und schneller voran und hat noch was von den Plätzen, zu denen man fährt. Ich fuhr quer durch Richtung Genua und steuerte eine Art Bauernhof an, hier nennt man das irgendwie Agricamping. Dort öffnet die Saison leider erst im Juni. Der Ausblick war aber echt atemberaubend. Die Anfahrt jedoch so eng und mit so vielen kleinen Serpentinen, dass ich teilweise in den Kurven zurücksetzen musste.

Es ging also wieder runter, auch diesmal wieder in mehreren Zügen in den Kurven, und das obwohl ich ja eigentlich im Auto Sitze hihi. Der nächste Platz, den ich ansteuerte, war knapp 60km entfernt. Nach gut 45 Minuten Fahrt erreichte ich dann den nächsten Agricampingplatz. „Camping Full“ stand vorne dick dran. Ich ging trotzdem einmal zur Rezeption und fragte, aber da ließ sich leider nichts machen. Komplett ausgebucht.

Das gehört auch zu dieser Art des Reisens dazu, dass man manchmal von Platz zu Platz fährt und hofft, dass noch was frei ist. Im worst Case kann ich ja glücklicherweise auch überall stehen, und wenn‘s ein einfacher Parkplatz oder Seitenstreifen ist.

Ich gab die Hoffnung jedoch noch nicht auf und versuchte einen weiteren Platz. Dafür ging’s nochmal richtig in die Berge, wieder ziemlich weit hoch auf ziemlich engen Straßen, auch diesmal nicht mit der Gewissheit, ob der Platz geöffnet hat und noch was frei ist. Aber ich hatte Glück, erreichte auch jemanden hier und wurde freundlich empfangen.

Der Blick von hier oben runter aufs Meer ist echt einfach atemberaubend. Diese Weite ist einfach sehr beruhigend und ich könnte stundenlang einfach nur in die Ferne schauen.

Mit auf dem Platz steht noch ein Pärchen aus Aschaffenburg. Die beiden sind aber irgendwie nicht so wirklich gesprächig… Dafür gibts andere Nachbarn, die zwischendurch mal den ein oder anderen Laut von sich geben.

Der Blick beim Blog-Schreiben gerade ist auch sehr cool. Allmählich gehen die Lichter unten an und man sieht auch die Lichter der Autos auf der Autobahn.

Irgendwie habe ich heute kaum Fotos gemacht. Lag wahrscheinlich daran, dass ich durch die ganze Platzsuche auch über 5 Stunden gefahren bin. Ich genieße auf jeden Fall hier jetzt die weite Sicht und bin auch heute mal wieder froh über meine Standheizung. Tagsüber ist teilweise schon fast T-Shirt Wetter, aber abends und nachts wird‘s dann echt frisch.

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