Tag 5: 10.08.2026: Nordkapp

Was ein Tag, einfach crazy. In Alta bin ich heute Morgen gut ausgeschlafen aufgewacht. Nachts wurde ich einmal wach, schaute aus dem Zelt und der Sonnenuntergang war immer noch da, oder schon der Sonnenaufgang. Die geht nämlich schon vor 3 Uhr morgens wieder auf. Echt krass. Der Wetterbericht fürs Nordkapp schwankte immer hin und her. Gestern Abend wollte ich noch relativ spät starten, der Wetterbericht heute Morgen war jedoch deutlich anders als gestern, also packte ich dann doch ziemlich schnell meine Sachen, spülte nochmal Geschirr, füllte meinen Wasserkanister auf und startete Richtung Norden. Die Straßen wurden immer kleiner und das Wetter immer wechselhafter. Von traumhaftem Sonnenwetter über Regen war alles dabei. 

Während der Fahrt begleitete mich das Gefühl, dass es gleich einfach nicht mehr weiter nach Norden geht, jedenfalls in Europa. Schon irgendwie ein sehr besonderes Gefühl. 

Nach ewig vielen Kurven und Hügeln erreichte ich dann gegen 13 Uhr das Nordkapp. Die letzten Kilometer waren wirklich sehr besonders. Seit ich am Donnerstag in Hamm gestartet bin, habe ich knapp 3000km zurückgelegt. Es ging durch Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland bis nach Norwegen. Unzählige Kurven, Landschaften, Orte liegen hinter mir und auf einmal stehe ich da. Mit dem Golf, der mich einfach super zuverlässig und auch komfortabel hier hochgebracht hat. So richtig realisiere ich das immer noch nicht, auch jetzt beim Blog schreiben. 

Oben darf man 6 Stunden kostenlos parken. Der Parkplatz ist ein sehr ruppiger, holpriger Schotterplatz, der nicht wirklich einladend ist. Das Besuchertentrum, welches allerdings ca. 35 Euro Eintritt kostet, lohnt sich aber allemal.

Zuerst ging’s aber zum berühmten Globus. Irgendwie krass den dann mal in echt zu sehen. Auf Bildern und YouTube-Videos habe ich ihn schon mehrfach gesehen, aber dann wirklich mal in echt direkt davor zu stehen ist wirklich anders. Der Blick aufs Meer, die ewige Weite ist echt atemberaubend. Das erlebt man nicht jeden Tag. An sich ist es vom Blick her wie an anderen Orten hier oben, aber zu wissen, dass es da dann erst mal nichts mehr gibt ist schon echt besonders. 

Im Besucherzentrum war ich erst einmal im Restaurant, genoss einen leckeren Burger und erkundete dann ein wenig das Museum. Auch ein Kino findet hier seinen Platz, wo ein kurzer Film über den Norden hier gezeigt wird. Sehr atemberaubend. 

Im Souveniershop gab’s leider den Nordkapp-Pulli nicht in der passenden Größe, wobei das auch nicht wirklich tragisch ist, da der Merch hier oben sowieso überteuert ist…

Sehr beeindruckt hat mich hier oben das Wetter, wie schnell sich das in so kurzer Zeit verändern kann ist einfach krass. Von leichtem Wind und fast Sonne bis hin zu Sturm, bei dem man fast umgepustet wird und Graupel-Schneeregen-Schauern war echt alles dabei. Bei dem Wind sind die Kreuzfahrtschiff-Rentner fast weggeflogen. Viel hat da nicht mehr gefehlt. 

Nach gut 5 Stunden nahm ich wieder Abschied von diesem besonderen Ort. Zum einen darf man hier nicht übernachten, zum anderen habe ich bei den Wetterbedingungen auch keine große Motivation im Dachzelt zu schlafen. Also ging’s langsam wieder Richtung Süden. Diesmal aber irgendwie ganz ohne Ziel, ohne den Plan den und den Ort dann und dann zu erreichen. Ganz grob stellte ich einen Campingplatz gut 2 Stunden entfernt ein, fand aber auf dem Weg dorthin einen sehr schönen Platz relativ nah an einer Straße, mit herrlichem Panorama. Hier bleibe ich heute Nacht. Mal gucken wie windig es hier so wird…

Kurz vor dem Trip haben Matthias und ich noch eine Standheizungskiste fürs Dachzelt gebaut. Also quasi eine Standheizung in einer Kiste. Die läuft mit Diesel und erhitzt Luft. An sich läuft die auch echt gut, nur leider stinkt der Schlauch so krass nach Kunststoff, dass ich die Luft nicht ins Zelt pusten möchte. Naja, so sammelt man Praxiserfahrungen. Mit dem dicken Schlafsack wirds aber auch nicht zu kalt. Das ist ganz angenehm. 

3 Kommentare zu „Tag 5: 10.08.2026: Nordkapp

  1. Glückwunsch! Jetzt warst du auch am oberen äußersten Rand von Europa. Ich kann deinen Bericht so gut nachvollziehen. Vor einem Jahr stand ich dort oben. Du hattest zwar Regen aber den Globus fast für dich alleine… Dann lass dich weiter gut durchpusten und genieße die weitere Fahrt. Liebe Grüße

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  2. super , Du hast Dein Ziel erreicht . Der gelbe Blitz hat bisher gut durchgehalten. Toll , dass Du im Museum warst , da ist man ja doch hinterher etwas schlauer . Nun geht’s wieder Richtung Heimat, doch alles ganz gemütlich. Weiterhin viel Freude und Genuss an der Landschaft und der Stimmung 🦌😘

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  3. super , du hast dein Ziel erreicht. Dein gelber Blitz hat dich nicht im Stich gelassen und du hast deinen Reiseplan tatsächlich durchgezogen. Welch schönes Erlebnis für dich. Glückwunsch!!! Nun geht’s wieder auf den Heimweg , genieße die Landschaft und die Erlebnisse mit lieben Menschen und anderen Dingen 😘🦌

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