Tag 30 (25.03.25) – Aufräumen und gemeinsames Paella-Essen

Hier oben in den Bergen ist’s schon kälter als an der Küste, doch dank des Thermo-Schlafsackes schlief ich wirklich sehr gut und wachte gut erholt auf. Den anderen Campern ist es hier oben zu windig, weshalb ich auf dem Plateau alleine stand und wirklich meine Ruhe hatte.

Den Tag verbrachte ich mit Spazieren, ins Gespräch kommen mit netten Leuten und dem Aufräumen des Bullis. Das war mal wieder fällig und hier konnte ich bei strahlendem Sonnenschein sehr gut ein wenig Ordnung schaffen. Dabei ist mir eine Kleinigkeit aufgefallen, die mir auch verdeutlicht hat, warum es im Auto die letzten Tage so gut roch…

Die Dose Haargel hat sich durch die Schlaglöcher wohl geöffnet und sich in meiner Sitztasche verteilt. Naja, jetzt riecht alles etwas nach frischen Haaren. Gibt schlimmeres. Einiges packte ich im Auto komplett um und sortierte auch neu, um die Abläufe hier noch wenig zu optimieren.

Das Abendprogramm heute war anders und wirklich sehr sehr schön. Jan und Suzy organisieren hier mehrmals die Woche Abendessen für alle Bewohner, sowohl die Menschen aus den Höhlen als auch für die Camper. Heute stand Paella auf dem Speiseplan. Laut Jan muss das natürlich auch von einem waschechten Spanier gekocht werden, weshalb aus dem Ort extra ein Koch vorbei kam und für alle gekocht hat.

Dabei gab es auch die Möglichkeit, den Kochvorgang zu beobachten. Schritt für Schritt wurden die Paellas zubereitet, eine klassische mit Fisch und eine vegetarische. Sehr beeindruckend, wie sich Schritt für Schritt die Paella daraus entwickelte. Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Gewürze, Reis und eine Menge Meeresfrüchte. Tintenfische, Garnelen, Miesmuscheln, Kabeljau und noch etwas, was ich mir nicht gemerkt habe.

Dann war es soweit. Das Essen war fertig und wir haben uns alle bedient. Ich habe vorher noch nie Paella gegessen, auch habe ich noch nie wirklich Muscheln und co. gegessen. Zwar mal Garnelen und bei Papa mal Tintenfisch probiert, aber in der Konstellation hier gab’s so etwas für mich noch nie.

Und was soll ich sagen, es war echt lecker. Es ist mal etwas ganz anderes, als man es aus Deutschland kennt. Also wirklich anders als Schnitzel und Pommes. Dennoch würde ich es nicht jeden Tag essen wollen. Da gibt es für mich andere Mahlzeiten, die mich mehr catchen. Die Qualität und Frische dieser Paella bekommt man jedoch selten, da in Restaurants die Gerichte oft warm gehalten werden und der Reis dann ziemlich weich und verkocht ist.

Es war auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich jedem mal empfehlen würde. Spezialitäten aus den jeweiligen Ländern, in denen man ist, zu probieren (vielleicht nicht unbedingt den norwegischen Stinke-Fisch). Man lernt dadurch wirklich auch mal andere Dinge und Malzeiten kennen, die man vorher noch überhaupt nicht auf dem Schirm hatte.

Der noch viel coolere Nebeneffekt dieses Abendessens waren die Gespräche und das allgemeine Zusammensein mit den Menschen, die hier sind. Mit einem Pärchen aus Aachen quatschte ich echt lange über Gott und die Welt und auch mit den 4 Schweizern unterhielt ich mich eine ganze Weile. Auffällig ist hier jedoch, dass ich definitiv zu den Jüngeren hier zähle und den Altersdurchschnitt ziemlich nach unten ziehe.

Kurz vor dem Essen kam noch ein niederländisches Pärchen mit ihrem T4 an. Die beiden sind etwa Mitte 30. Zwar immer noch gut älter als ich, aber ich habe mich etwas mehr unter Gleichaltrigen gefühlt🤪.

Wir unterhielten uns auf einem Mix aus Deutsch, Englisch und Niederländisch und hatten ein sehr schönes und interessantes Gespräch.

Am Lagerfeuer entstehen auch oft sehr interessante und schöne Gespräche. Da es jedoch ziemlich dunkel, immer kälter und alle auch müder wurden, löste sich gegen kurz vor 10 die Runde auf und alle verkrochen sich in ihre Fahrzeuge.

Der heutige Sonnenuntergang war nicht so beeindruckend wie gestern, da es sich zum Abend zugezogen hat und auch der ein oder andere Regentropfen vom Himmel kam.

Jetzt sitze ich im Bulli und die Heizung arbeitet bei ca. 6 Grad Außentemperatur sehr zuverlässig und sorgt für wohlige Wärme. Ich freue mich echt immer wieder, wie man mit eigentlich völlig fremden Menschen doch so schnell ins Gespräch kommen kann und Gesprächsthemen findet. Klar, man erzählt einige Dinge auch mehrfach, dennoch ist man meistens direkt auf einer sehr entspannten Ebene und begegnet sich auch auf Augenhöhe, egal wo man herkommt, wie alt man ist oder was man für ein Auto fährt. Das genieße ich hier sehr und bin auch sehr dankbar dafür, diese Erfahrungen hier machen zu dürfen.

Gleich geht’s dann in die Koje, mal gucken ob ich mir noch meine Mütze herauskrame, es wird wieder frisch.

Tag 29 (24.03.25) – 6 Kilometer weiter

Nach meinem gestrigen Spaziergang hörte der Regen gestern Abend allmählich auf und ich hatte kein Trommeln auf dem Dach. Bei strahlendem Sonnenschein wachte ich auf und startete gut gelaunt in den Tag. Nach einem kurzen Frühstück leerte ich noch meinen Abwasserkanister aus und füllte frisches Wasser nach. Da sprach mich eine Frau aus einem Nachbarwohnmobil an und meinte, dass sie mich schon einmal auf einem Platz gesehen hat und mich wiedergekannt hat. Es war Elke aus Stuttgart mit ihrem Mann, dessen Namen ich leider nicht weiß.

Platz der letzten Nacht

Ich habe echt eine Weile gebraucht, erinnerte mich dann aber an das Auto der Beiden. Das war auf dem Platz, an dem ich an Tag 22 meiner Reise war und es so unfassbar viel geregnet hat. Damals haben wir nicht miteinander gesprochen, weil es das Wetter nicht zugelassen hat, aber heute haben wir echt eine Weile geplaudert und die Kontaktdaten ausgetauscht.

Danach ging’s zum Einkaufen. Ich habe mich mal wieder gewundert, wie günstig die Lebensmittel im Supermarkt sind. Für den folgenden Einkauf habe ich nur 10 Euro bezahlt.

Mein heutiges Ziel war nur knapp 15 Minuten entfernt, auf Park4Night jedoch so extrem gut bewertet, dass ich da mal vorbeigucken musste. Der Weg dahin war teilweise ziemlich kaputt, aber für den Bulli kein Problem.

Und was soll ich sagen? Innerhalb der ersten Minuten bestätigten sich die Kommentare auf Park4Night. Ich wurde so freundlich von Jan, einem Belgier begrüßt, der mit seiner Frau Suzy hierhin ausgewandert ist. Die Beiden haben 5 Höhlenwohnungen, die vermietet werden. Außerdem bieten sie Platz für 20-30 Menschen pro Nacht, die mit Campern kommen.

Mir wurde direkt ein frischer Kaffee gekocht und zum Abendessen morgen wurde ich auch schon eingeladen.

Eine der Höhlen

Dann ging die Platzsuche los; und hier hat man wirklich die Qual der Wahl, jedenfalls heute. Jan erzählte mir, dass im Januar und Februar alles ausgebucht war. Zuerst stelle ich mich auf einen Schotterplatz und erkundete fußläufig das Gelände.

Da hinten stand ich zuerst

Ein Schild mit der Aufschrift „Espacio Privilegio“ machte mich jedoch neugierig und ich lief den Berg hinauf. Dort hat man ein herrliches Panorama auf die Täler und Berge, quasi ein 360 Grad Blick. Da hier aber keine festen Stellplätze eingezeichnet sind, fragte ich Jan noch einmal, ob ich denn hier auch stehen kann. Das bejahte er direkt und so parkte ich noch einmal um. Somit stehe ich jetzt hier:

Das Panorama ist einfach traumhaft. Zwar ist der Weg zum Toilettenhäuschen etwas weiter, damit habe ich jedoch kein Problem und das ist es definitiv wert. Außerdem komme ich so besser auf meine Schritte😂.

Das wäre die Alternative direkt neben dem Klo

Mit Suzy, Jans Frau unterhielt ich mich auch eine ganze Weile, übers Auswandern, Arbeiten, das eigene Glück, Camper und co. Und das alles auf Englisch. Sehr cool, wenn man seine Fremdsprachenkenntnisse dann auch mal gut anwenden kann.

Ich nutzte die Waschmaschine und wusch ein paar Sachen durch. Durch die Sonne und den Wind war die Kleidung in 2 Stunden trocken. Wenn morgen noch einmal so gutes Wetter ist, werde ich noch eine Maschine durchjagen.

Mit einem belgischen Pärchen unterhielt ich mich auch noch kurz mit einem Mix aus Englisch und Deutsch. Mit einem Mitarbeiter, der hier auf dem Hof arbeitet und seinem Mann quatschte ich auch noch. Zwei niederländische Schwestern um die 50 kamen mit einem alten T4 an. Auch wir kamen kurz ins Gespräch. Es standen außerdem noch zwei Schweizer-Geländewagen auf dem Gelände. Die beiden Pärchen sind auf dem Weg nach Marokko. Ich wurde auf ein Bier eingeladen und wir quatschten ein bisschen. Heute also wieder mit einigen Menschen gesprochen und einiges über deren Reiseverhalten erfahren. Immer wieder interessant, wie unterschiedlich die Menschen dann doch sind, obwohl alle Campen.

Meine Drohne ging heute auch mal wieder in die Luft, wortwörtlich. Es gibt coole automatische Flugprogramme, die dann am Ende einen fertigen Film ausspucken. Hier mal ein kleiner Einblick:

Ein kleiner Spaziergang tat echt gut und ich konnte aus der Ferne meinen Platz für die Nacht erspähen.

Zum Abendessen kramte ich mal den Omnia-Campingofen aus meiner Schublade. Da ich noch Pizzateig hatte, gab‘s heute Pizzaschnecken, sehr lecker.

Von hier oben wurde mir ein herrlicher Sonnenuntergang geboten. Pizza mit Aussicht also.

Im Auto sah‘s zwischendurch aus wie bei Hempels unterm Sofa, aber das gehört hier nimmst dazu. Jetzt geht’s aber wieder.

Morgen werde ich noch hierbleiben, abends gibt’s hier für alle eine spanische Spezialität, zu der alle eingeladen sind. Das möchte ich mir nicht entgehen lassen und mache hier morgen einen ganz Entspannten. Vielleicht unternehme ich hier was. Mal schauen.

Tag 28 (23.03.25) – Thermalquellen und Schneeregen

Der heutige Sonntag startete mit der wöchentlichen Familienkonferenz via FaceTime. Danach gab‘s erst einmal Frühstück. Rührei, den Luxus habe ich mir heute mal gegönnt.

Der Platz hier war echt schön, nach 2 Nächten wollte ich aber wieder weiter und startete meinen Trip Richtung Osten. Mein erstes Ziel war eine heiße Thermalquelle westlich von Granada in Santa Fe, in der man in schön warmem Wasser baden kann. Der Weg dahin stellte sich aber als etwas sehr matschig dar, weshalb ich wieder umdrehte.

Ich wäre zwar wahrscheinlich durchgekommen, aber da stecken bleiben wäre wirklich nicht cool… Da die Region rund um Granada jedoch ziemlich bekannt für ihre Quellen ist, suchte ich einfach eine andere aus, diesmal etwa 100km östlich von Granada.

Der Weg dorthin über die Autobahn war abenteuerlich.

Man erkennt es auf dem Bild kaum, doch es war auf über 1300m so kalt, dass am Rand Schnee lag und der Regen teilweise echt als Schneeregen vom Himmel kam. Das Thermometer zeigte als Tiefwert 3,5 Grad an, schon ziemlich frisch. Am Rand standen auch Räumfahrzeuge mit Bergen an Streusalz bereit.

Die Landschaften, die ich während der Fahrt sehen durfte waren atemberaubend. Riesig große Täler, durch die man kilometerweit gucken konnte haben mich echt beeindruckt. Von der Autobahn kann man auch immer sehr gut die Landschaft beobachten.

Die zweite Quelle, die ich angesteuert habe, liegt in Zújar. Ich fuhr in ein Tal mit See. Es waren immer weniger Autos unterwegs und das Netz wurde immer schlechter. Irgendwann dann aber war die Quelle ausgeschildert. Einige Autos parkten hier.

Ich parkte auch zwischen ein paar Bäumen. Leider darf man hier nicht übernachten, sonst wäre ich direkt hier geblieben. Das erinnert echt ein bisschen an Skandinavien.

Da es ein wenig regnete und draußen ungemütlich kalt war, schnappte ich mir meine Badehose, die natürlich auch Platz in meinem Reisegepäck hat, und machte mich zu Fuß auf den Weg zu der heißen Quelle.

Solch ein See ist ja erst mal nicht außergewöhnlich, nur erwartet man, dass dieser bei 10 Grad Außentemperatur ziemlich frisch und alles andere als Wohlfühltemperatur hat. Dem war aber nicht so. Es war so warm, vergleichbar mit einem Whirlpool. Das aber ohne Heizung sondern natürlich. Irgendwie beeindruckend, dass es so etwas auf unserem Planeten gibt. Ich ging rein und genoss die Wärme. Ein paar andere Leute taten das auch.

Da ich jedoch wie schon angedeutet leider nicht übernachten darf, fuhr ich noch etwa 20 Minuten in den nächsten Ort auf einen Wohnmobilstellplatz. Auf dem Weg dorthin fielen mir große Kanäle am Straßenrand auf, die wahrscheinlich für die Bewässerung von den Feldern genutzt werden. Gewundert hat mich die Größe. Ewas später wurde mir dann bewusst, wieso. Hier blühen Mandelbäume und die brauchen sehr viel Wasser.

Jetzt stehe ich auf einem Wohnmobilstellplatz, der nicht wirklich aussergewöhnlich, aber sehr praktisch ist. Der Regen trommelt wieder fleißig aufs Dach, mal gucken ob gleich noch ne kleine Pause kommt. Dann gehe ich nochmal durch den Ort. Etwas weiter südlich, wo es auch etwas höher ist, schneit‘s gerade. Irgendwie cool.

Ich gebe die Hoffnung auf Sonne jedoch nicht auf. Morgen soll’s dann deutlich sonniger werden.

Tag 27 (22.03.25) – Ein Tag Fahrpause

Da ich heute Nacht direkt unten geschlafen habe, war die Nacht sehr erholsam und ich wachte ausgeschlafen auf. Der Regen trommelte wie Drummer auf mein Dach, doch es war gemütlich.

Auf dem Programm heute stand die Ferienfreizeit-Planung, an der ich digital teilnahm, einfach praktisch diese digitale Technik. Somit bin ich heute nicht weitergefahren und an meinem Platz stehen geblieben.

Mittags drehte ich eine Runde durch den Ort, um mich etwas zu bewegen und den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Nach einer weiteren produktiven Nachmittagseinheit las ich in meinem Buch weiter und kochte mir was zum Abendessen. Das Wetter heute war wieder sehr durchwachsen. Ein Wechsel aus Regen, Sonne, viel Regen, Sonne usw. Zum Abend hin klarte der Himmel aber einmal richtig auf und es herrschte eine traumhafte Sonnenuntergangsstimmung mit Regenbogen.

Ich lief noch einmal eine Runde durch den Ort und genoss die Weite, in die man hier schauen kann.

Auf dem Rückweg kam ich an einer Kirche vorbei, in der eine Jesus-Prozession stattfand. Eine Jesus-Figur wurde von mehreren Leuten durch den Ort getragen. Die Prozession war Teil einer Jubiläumsaktion der Stadt.

Ich schloss mich jedoch nicht mit an und machte noch einen kleinen Umweg, der mein Herz-Kreislaufsystem auf jeden Fall forderte. Dieser Ort ist so extrem steil, es geht schon richtig in die Richtung einer Skipiste. Aber nicht blau, sondern eher rot. Die Bewegung tat aber definitiv gut.

Zurück am Parkplatz wartete das herrlich warme Wohnzimmer schon auf mich. Dank der Standheizung ist’s wirklich muckelig warm. Da ich hier in Antequera etw 500m über dem Meeresspiegel bin, ist es auch merklich kälter. Heute nachts soll’s wieder in den niedrigen einstelligen Bereich gehen…

Tag 26 (21.03.25) – entlang der Küste ins Inland

Der Wind frischte zum Abend sehr auf, wobei der Regen etwas nachließ. Ich probierte erst, oben zu schlafen, jedoch war durch die laute Zeitplane an Schlafen nicht wirklich zu denken. Gegen kurz vor 1 kletterte ich also nach unten, klappte das Dach zu und versuchte erst, auf dem „Sofa“ etwas Schlaf zu finden.

Nach einer weiteren Dreiviertelstunde ohne Schlaf, entschied ich mich dann doch, unten das Bett umzuklappen. Also alles nach vorne auf die Sitze, was herumflog und Bett gerichtet, nachts um halb 2. Das nächste Mal schlafe ich direkt unten, wenn so ein Sturm angekündigt ist.😂

Als ich dann erst einmal schlief war’s auch sehr erholsam.

Hier nochmal Gibraltar bei Nacht

Durch die Sonne heute Morgen konnte ich das Zelt noch einmal schön trocknen, bevor ich dann gestärkt die heutige Etappe startete.

Einen ersten Zwischenstopp legt ich in Estepone an der Playa del Cristo ein. Von hier konnte man ein paar Boote beobachten und im Hintergrund noch den Fels von Gibraltar sehen.

Sieht ein bisschen aus wie ein Schiff

Da hier jedoch Wohnmobile nicht stehen dürfen und ich noch etwas weiter wollte, fuhr ich weiter. Die Stadt Estepona ist sehr schön, gerade auch die Straßen. Die Mittelstreifen sind mit Blumen bepflanzt und alles wirkt sehr farbenfroh.

Ich fuhr an dutzenden Playas vorbei, ließ Marbella hinter mir und erreichte dann Málaga. Ich fuhr jedoch nur vorbei und genoss die Aussicht auf die Stadt von der Straße aus, die teilweise direkt am Wasser entlang führte. Um die größeren Städte war jedoch deutlich mehr Verkehr auf den Straßen als in der Pampa, irgendwie logisch, dadurch musste ich aber ziemlich aufpassen, konnte aber dennoch die Landschaft genießen.

Bei Málaga wechselte ich dann die Autobahn und fuhr Richtung Norden ins Landesinnere. Dort erlebte ich eine Seltenheit: STAU

Da ich meistens irgendwo durch die Walachei fahre und da selten viele Autos auf einmal unterwegs sind war das tatsächlich etwas ungewohnt. Durch eine Baustelle wurden hier die Spuren verengt.

Den Stau hinter mir gelassen erreichte ich nach ein paar weiteren Kilometern meinen heutigen Spot.

Neben den anderen WoMos sieht der VW-Bus so klein aus

Mit Blick auf die Stadt Antequera stehe ich nun mit einigen anderen Campern auf einem großen, schiefen Schotterplatz. Teilweise ist dieser echt ganz schön matschig. Heute Nacht soll’s mal wieder regnen.

Ich machte einen kleinen Spaziergang durch die ziemlich steile Stadt und genoss den weiten Blick ins Tal. Beim Reisen finde ich immer wieder interessant, wie schnell sich dann doch die Landschaften ändern und wie wenig man dann teilweise dafür fahren muss. Das Phänomen kann man auch sehr gut in Deutschland beobachten. Da muss man nicht immer so weit wegfahren.

Draußen wird’s langsam dunkel, ich werde mir die Stadt aber noch einmal in der Dämmerung angucken und vielleicht noch einmal runterlaufen.

Tag 25 (20.03.25) – Großbritannien-Atmosphäre

Nach über 9 Stunden erholsamem Schlaf wachte ich zum Meeresrauschen auf. Die Nacht war wie vorhergesagt trocken, doch heute Morgen fing es ziemlich zügig an zu regnen. Da meine Handtücher noch draußen hingen, bin ich schnell aus dem Bett gehüpft und habe sie schnell reingeholt. Leider war ich etwas zu spät und sie waren wieder klamm. Egal, der Beifahrersitz als Wäscheständer hat sich als sehr praktisch herausgestellt. In Tarifa tankte ich mal wieder für 1,359€ und kaufte ein paar Lebensmittel ein.

Die heutige Fahrstrecke war nicht lang und ich erreichte mein Ziel nach einer knappen Stunde Fahrt: Gibraltar 🇬🇮, ein britisches Überseegebiet. Ich parkte den Bulli auf einem Wohnmobilstellplatz am Hafen auf der spanischen Seite. Hier kann der Wagen gut stehen und man hat maritimen Flair.

Bei meiner Ankunft war der Berg auf Gibraltar in den Wolken verschwunden. Nach einem kurzen Mittagssnack machte ich mich auf. Tatsächlich ist Gibraltar ein eigenes Land. Ich verließ Spanien und konnte nach einer kurzen Passkontrolle einreisen. Sehr beeindruckend ist schon der Zugang. Zwischen Spanien und Gibraltar liegt der Flughafen von Gibraltar. Um nach Gibraltar zu kommen, muss man über das Rollfeld laufen, etwas wie ein Bahnübergang, nur dass eben keine Züge kommt sondern Flugzeuge.

Auf dem Rollfeld wurde mir erst mal so richtig bewusst, wie groß solch eines überhaupt ist. Und der Flughafen hier ist wirklich überschaubar und klein.

Gibraltar ist irgendwie eine andere Welt. Man merkt auch direkt, dass man sich in einem anderen Land befindet. Es wird zum einen überall fließend Englisch gesprochen und mit Pfund bezahlt. Des Weiteren ist der Lebensstandard hier gefühlt deutlich höher als in Spanien. Viele Luxusläden wie bspw. Gucci sind mir hier aufgefallen und auch die Menschen, die hier herumlaufen sind anders.

Ich habe mir dieses Land viel kleiner vorgestellt, doch ich bin einige Kilometer gelaufen. Bemerkenswert ist der Berg von Gibraltar, welcher über 400m hoch ist. Es gibt auch die Möglichkeit, mit einer Seilbahn bis nach oben zu fahren. Die Aussicht von dort oben muss atemberaubend sein, doch leider war alles wolkenverhangen, weshalb ich mich gegen eine Auffahrt entschied. Stattdessen ging ich ein wenig durch die Fußgängerzone und auch am Hafen entlang.

Natürlich standen hier auch die typischen Telefonzellen herum, leider aber außer Betrieb.

Am Hafen lachte mich eine Werbetafel eines Restaurants mit frischen Scones an und ich entschied mich kurzerhand, einzukehren, die Sonne, die sich tatsächlich mal hat blicken lassen, zu genießen und einen Kaffee zu trinken und Scones zu essen.

Es war wirklich sehr lecker und durch die warmen Temperaturen auch echt angenehm.

Da für den Abend wieder viel Regen angesagt war, erkundete ich die Insel nur knapp zur Hälfte und trat dann allmählich den Rückweg an.

Dabei kam ich am Ocean Village vorbei, einen großen Marina Resort mit ausgemustertem Kreuzfahrtschiff, welches als 5 Sterne-Hotel umfunktioniert wurde. Am Wasser entlang gibt es viele Restaurants und Cafés. Zum Urlaub machen kann man hier definitiv sehr gut hin.

Da mein fahrendes Hotel jedoch in Spanien steht, ging ich übers Rollfeld zurück zum Auto.

Gibraltar ist auf jeden Fall eine Reise wert, die Stadt am Wasser und dieser riesige Berg sind echt ein Hingucker. Das Feeling in der Stadt kann man schwer beschreiben, aber es ist anders als ich es bis jetzt in den Städten hier erlebt habe. Also wer hier mal vorbei kommt. Es lohnt sich.

Zum Abend hin verzogen sich auch die Wolken vom Bett und das volle Ausmaß wurde mir erst einmal so bewusst.

Als Technik-Begeisterter, gerade auch im Camping-Bereich achte ich zwischendurch immer mal auf die verschiedenen Autos bzw. WoMos, die hier auf den Plätzen stehen und ob auch mal eins dabei ist, welches bei GIBA umgebaut wurde. Und heute war’s tatsächlich der Fall. Irgendwie cool, diese Systeme dann auch mal in der Realität zu sehen und dass die Leute ihre Autarkpakete auch nutzen.

Ich habe noch eine Kleinigkeit zum Abendbrot gegessen, während draußen wieder die Tropfen vom Himmel fallen. Mit dem starken Wind dazu peitscht der Regen richtig ans Auto und durch das aufgeklappte Dach wackelt das Auto auch ganz schön. Es ist aber alles dicht und es tropft noch nicht rein. Morgen werde ich mal irgendwo hinfahren, wo das Wetter hoffentlich besser ist.

Tag 24 (19.03.25) – am südlichsten Ort Europas

Das Wellenrauschen aus dem Bett zu hören war sehr beruhigend und ich schlief erstaunlich schnell ein und auch sehr gut durch. Direkt nach dem Aufstehen bin ich erst einmal eine Runde joggen gegangen, direkt am Wasser entlang über den Strand. Sehr cool, aber auch deutlich anstrengender als auf Asphalt. Dennoch sehr zu empfehlen.

Bisschen trocken für ihn

Nach einem entspannten Frühstück löste ich mein Fahrrad vom Träger und packte ein paar Sachen, um nach Tarifa zu radeln. Der Weg dorthin war nicht wirklich toll, erst über die große Landstraße, auf der die Autos und LKW an einem vorbeidonnerten. Ich wich auf den Fußweg nebenan aus, doch der hatte auch so seine Unterbrechungen…

Nach etwa der Hälfte konnte ich jedoch von der Hauptstraße weg und über einen Dünenweg laufen bzw. schieben. Dieser hat auch schon mal bessere Tage gesehen.

Dennoch habe ich’s dann mit einigen Verzögerungen bis Tarifa geschafft. Die Stadt ist teilweise ziemlich steil trotz der Lage direkt am Wasser. Super sehenswert ist die Stadt jedoch nicht, oder ich habe an den falschen Ecken geguckt.

Dafür ist der Strand umso sehenswerter. Dutzende Kitesurfer nutzten die optimalen Bedingungen und flogen wortwörtlich übers Wasser. Man kann es schwer schätzen, aber teilweise waren sie über 10 Meter in der Luft. Sehr beeindruckend und cool.

Und dann habe ich’s tatsächlich geschafft. Den südlichen Punkt Europas zu erreichen, bzw. den frei zugänglichen. Die Insel unterhalb Tarifas kann man mit Führungen besichtigen und anschauen. Da man sich jedoch dafür anmelden musste und ich mein Fahrrad nicht davor stehen lassen wollte, entschied ich mich dagegen.

Es ist wirklich krass zu realisieren, mit dem Auto von zu Hause bis ganz in den Süden gefahren zu sein. Und das in etwas über 3 Wochen. Die Endlichkeit Europas wird mir dadurch etwas bewusster. Es ist eben nicht unendlich und endet hier. Mit Afrika geht’s dann weiter. Auf der Karte schien es immer so weit weg, doch es ist erreichbar, mit einem ganz normalen Auto.

Somit geht es ab jetzt nicht mehr südlicher und auch tendenziell wieder Richtung Osten. Der Rückweg zum Campingplatz war deutlich entspannter. Zum einen hatte ich Rückenwind und konnte so ziemlich schnell über die Hauptstraße flitzen und bin auch etwas früher abgebogen und an den Reihen der freistehenden Wohnmobile vorbeigefahren.

Da das Wetter wirklich sehr schön war, entschied ich mich, noch eine Nacht hier zu bleiben und den Service eines Campingplatzes zu nutzen. Spülen war auch mal wieder dran. Da ich nicht im Auto spüle, warte ich meistens, bis es sich lohnt. Heute hat es sich aber richtig gelohnt.

Nach einer guten Dreiviertelstunde war dann alles wieder blitzeblank.

Einen Geschirrspüler vermisse ich tatsächlich manchmal schon. Das Spülmaschine-Ausräumen ist zwar auch manchmal lästig, aber immer noch entspannter als alles zu spülen. Naja, das gehört hier auch dazu. Ein bisschen Aufräumen war auch dran und ebenfalls etwas Arbeiten. Schon praktisch, dass das auch von hier geht.

Fast weggeflogen

Zum Abendessen gab‘s Tortellini, mal wieder sehr lecker. Gleich nutze ich noch einmal den Luxus einer warmen Dusche und mache es mir dann wie immer im Wohnzimmer (Rückbank, nicht umgeklappt) gemütlich und ziehe dann im Laufe des abends ins 1. OG🤪😂

Tag 23 (18.03.25) – Afrika in Sicht

Die Luftfeuchtigkeit im Auto ähnelte heute Nacht dem Klima eines Tropenwaldes, trotz leicht geöffneter Fenster. Die Wäsche war auch noch ziemlich nass. Es hat jedoch aufgehört zu regnen und somit konnte ich schön durchlüften. Meinen belgischen Nachbarn hat es etwas ungünstiger getroffen. Bei ihm hat’s in seine Heckgarage geregnet und er holte eine nasse Sache nach der nächsten aus seinem Wohnmobil. Triefend nasse Teppiche und co. Der Parkplatz ähnelte einem Trödelmarkt…

Ich schaute mir den Wetterbericht für die nächsten Tage an und wollte unbedingt den südlichsten Punkt Europas auf meiner Reise erreichen. Für Tarifa ist heute und morgen gutes Wetter vorhergesagt, weshalb ich die 350km auf mich nehmen wollte und gegen 11 Uhr gestartet bin. Es ging viel über die Autobahn, die jedoch in keinem wirklich guten Zustand war. Da sind wir mit unserer deutschen Autobahn schon ziemlich verwöhnt. Die Schlaglöcher hier sind teilweise solche großen Krater, dass man sich womöglich irgendwas am Auto kaputt machen würde, wenn man da mitten durch fährt.

Irgendwo zwischendurch machte ich kurz Pause um eine Kleinigkeit zu essen. Echt praktisch, quasi überall parken zu können. Tagsüber ist das alles auch kein Problem.

Durch die Regenfälle der letzten Tage waren sehr viele Felder überflutet und ich musste sogar einmal umdrehen, da die Straße vor mir nicht mehr zu sehen war. Es fuhr zwar jemand durch, ich wollte aber nichts riskieren und drehte um und fuhr einige Kilometer wieder zurück.

Nach einem Mix aus Autobahn und Landstraßen erreichte ich dann gegen 16 Uhr den Campingplatz in Tarifa, der südlichsten Stadt auf dem europäischen Festland. Ich suchte mir einen Platz mit Meerblick aus und checkte ein. Zur Nebensaison ist hier wirklich nicht viel los.

Hier konnte ich auch direkt meine ganzen Sachen verbleiben froh trocknen, baute die Wäscheleine auf, klappte das Dach hoch und kurbelte sogar die Markise aus, quasi ein Wäscheständer auf Rädern.

Da ich über 5 Stunden im Auto saß war ich über den ausgiebigen Spaziergang sehr dankbar, den ich auch zum Telefonieren nutzte. Direkt neben dem Campingplatz sind große Parkplätze, auf denen haufenweise Camper stehen. Soweit nichts außergewöhnliches, doch das hier gezeigte Campingverhalten geht schon irgendwie zu weit. Ich stehe auch gerne mal nicht auf dem Campingplatz, weil’s wirklich was anderes ist und man meist auch bessere Aussichten hat. Doch gerade in den südlichen Ländern ist Campingverhalten, also Hubstützen, Wäsche draußen trocknen und sich allgemein ausbreiten nicht gerne gesehen. Und ich kann auch beim Anblick dieses Parkplatzes gut verstehen, warum das so ist. Viele Stühle, aufgebockte WoMos und laut Park4Night-Kommentaren auch vollgelackte Büsche. Irgendwie auch kein Wunder, wenn so viele Camper hier auf einmal stehen. Parken, also unauffällig sein, ist das eine. Aber sich so auszubreiten und überall hinzukacken geht dann irgendwie zu weit. Das kann man deutlich besser in Skandinavien in der Pampa machen. Zumal hier echt viele und schöne Campingplätze in der Umgebung sind. Naja, man kann’s selbst nur besser machen und immer mit ein bisschen Bauchgefühl entscheiden, wo man frei steht und wenn‘s aktiv verboten ist es zu akzeptieren und sich was anderes zu suchen…

Jedoch standen hier auch sehr viele verschiedene und außergewöhnliche Fahrzeuge, was auch echt mal cool ist.

Ich ging am Wasser entlang und konnte sogar Afrika sehen. Das ist schon sehr beeindruckend, mit dem Auto von zu Hause fast bis zum südlichsten Punkt Europas gefahren zu sein. Die Meerenge zwischen Atlantik und Mittelmeer ist wirklich nicht groß und man sieht viele riesige Schiffe hindurchfahren.

Die Afrika Beach Bar hier hatte leider geschlossen, sah aber irgendwie interessant aus.

Zurück am Bulli war die Wäsche noch nicht ganz trocken, aber deutlich trockener als vorher. Morgen wird dann nochmal das gute Wetter genutzt und weiter getrocknet.

Dank Zugang zum Strand hatte ich die Möglichkeit, einen traumhaften Sonnenuntergang sehen zu dürfen. Sonnenuntergänge sind einfach wirklich immer wieder etwas Besonderes.

Ziemlich schnell wurde es dann auch dunkel. Von hier kann man sehr gut das Rauschen des Meeres hören. Das wird wieder schön gemütlich im Dachzelt. Diesmal auch mit deutlich besserer Luft als letzte Nacht.

Tag 22 (17.03.25) – mit dichtem Reifen durch ganz viel Wasser

Um ehrlich zu sein habe ich deutlich besseres Wetter erwartet, als es zur Zeit hier ist. Auch heute Morgen war es ziemlich nass draußen, als ich aufwachte. Der Schlafsack war auch etwas klamm, da der Regen gestern durchs offene Dachzeltfenster hereinkam. Naja, er hat trotzdem gewärmt und ich schlief ganz gut.

Tatsächlich ließ sich auch die Sonne etwas blicken, als ich mich von den Gastgebern hier verabschiedete. Meine erste Anlaufstelle heute war die Werkstatt im Nachbarort. Diese war auf Google sehr gut bewertet und wurde mir auch hier empfohlen.

Ich schilderte kurz mein Problem und der sehr gut Englisch-sprechende Werkstattchef meinte direkt, dass sie das machen können und ich etwas warten soll. Nach gut 10-15 Minuten wurde ich samt Auto in die Werkstatt gewunken, der Reifen war schnell demontiert und auch das Loch sehr schnell geflickt. Es war eine selbstschneidende Schraube, die sich direkt in mein Profil gedrückt hat. Passiert, aber reparabel.

Zum Glück nicht mein Bulli

Der ganze Prozess ging echt fix über die Runden und ich konnte direkt weiterfahren. Auf dem Gelände habe ich Bekanntschaft mit Nils aus Stuttgart gemacht. Er ist mit seinem alten Post-Auto unterwegs und kommt gerade aus Marokko. Sein Getriebe macht Faxen und er hat auf einem Parkplatz nebenan sämtliche Sachen am Auto demontiert und ist seit 3 Tagen auf Fehlersuche. Ich konnte ihm mit Bremsenreiniger aushelfen. Wir quatschten etwas über Gott und die Welt, da ich aber nicht großartig helfen konnte machte ich mich auf den Weg Richtung Osten.

Ihm ist in Marokko ein Esel vors Auto gelaufen

An der Süd-Westküste Portugals gibt es einige beeindruckende Strände, bei dem aktuellen Wetter schaute ich mir aber nur den Praia da Bordeira an, an dem auch einige Surfer zu finden waren.

Ich wurde in den 15 Minuten draußen ziemlich nass, sodass ich schnell wieder zum Auto zurück ging und überlegte, wo ich hinfahren kann. Das Wetter ist überall ziemlich schlecht hier. Zuerst machte ich mich auf den Weg zur Praia dos Tomates, einem berühmten Strand mit roten Felsen. Auf dem Weg dahin kam ich jedoch in ein solches Unwetter, dass ich meine Pläne verändert habe.

Da das Wetter an den Küsten ziemlich unberechenbar ist und gerade für Faro extreme Küstenunwetterwarnungen ausgesprochen wurden, suchte ich das Weite und steuerte einen kostenlosen WoMo-Stellplatz kurz hinter der portugiesisch-spanischen Grenze etwas weiter im Norden an, um von der Küste wegzukommen.

Hier angekommen regnete es auch ohne Ende, aber nicht so extrem wie heute Mittag. Um mich etwas zu bewegen ging ich eine Runde spazieren. Im Nachhinein hätte ich das lieber mal gelassen und wäre später gegangen, wobei es jetzt auch immer wieder mal ordentlich, aber kürzer gießt…

Das ist eine normale Straße

Zurück am Auto war alles nass, also wirklich alles nass. Provisorisch spannte ich vor den vorderen Sitzen eine Wäscheleine, um die Klamotten irgendwie zu trocknen. Allmählich fängt‘s hier nämlich an zu muffen, da ich kaum die Feuchtigkeit aus dem Auto bekomme und gar nicht so viele Wäscheleinen spannen kann wie Klamotten nass werden. So ne Nasszelle wäre schon praktisch jetzt.

Dennoch lasse ich mir dadurch nicht die Laune verderben, akzeptiere, dass das Wetter aktuell halt nicht so sonnig ist und ich so mobil bin, um dahin zu fahren wo’s Wetter gut ist. Da werde ich den Wetterbericht der nächsten Tage mal beobachten und schauen, wohin ich am besten fahre. Bis zum südlichsten Punkt Europas sind’s von hier noch gut 3-4 Stunden Fahrt. Mal schauen ob und wann ich das erreiche. Ich bin übrigens auch wieder zurück in der anderen Zeitzone. Mir wurde somit eine Stunde des Tages „geklaut“. Ein bisschen wundere ich mich schon, dass es schon so spät ist😂

Tag 21 (16.03.25) – Alles Gute kommt von oben

Der Regen trommelte nachts aufs Bulli-Dach, doch es war dennoch eine ruhige Nacht so mitten im Wald, keine vorbeifahrenden Autos oder laute Musik. Morgens wurde ich vom sonntäglichen Familienanruf geweckt und quatschte einige Zeit mit der Family. Das ist wirklich praktisch, dass ich da auch von hier teilnehmen kann.

Nach dem Frühstück nutzte ich den einigermaßen trockenen Vormittag und habe einen Spaziergang durch die Gegend hier gemacht. Das tat gut.

Mittags habe ich mich ziemlich lange mit dem Besitzer hier unterhalten, der gerade Eukalyptus-Äste von der Rinde befreite und damit irgendetwas reparieren wollte. Hier ist alles sehr naturnah und es wird so viel es geht per Hand gemacht. Seine Frau und er besitzen das Land jetzt seit 3 Jahren und wollen sich Stück für Stück immer weiter selbst versorgen. Ein echt spannendes Konzept, was man aus der Stadt nicht wirklich gewohnt ist. Es ist immer wieder interessant, die Lebensgeschichten von Menschen kennen zu lernen und sich auszutauschen.

Ab dem Nachmittag fing es dann immer mehr an zu regnen und ich verbrachte den Nachmittag und Abend im Bulli. Sehr beruhigend mit dem aufs Dach trommelnden Regens. Ich nahm noch an einer Videokonferenz zum Thema Fahrtensegeln teil. Auch sehr praktisch das von hier machen zu können. Durchs Internet ist man wirklich gut vernetzt heutzutage.

Mal schauen, ob’s gleich noch eine Regenpause gibt, um nochmal kurz zur Toilette zu huschen. Ansonsten mache ich’s mir wie immer mit e-Book Reader gemütlich und lasse einen weiteren Tag ausklingen. Morgen versuche ich mal mein Glück mit dem Reifen. Hoffentlich geht das alles schnell über die (Hebe)bühne…