Tag 15 (10.03.25) – bis nach Portugal

Regen plätscherte auch heute Nacht wieder aufs Autodach und ließ mich ruhig aufwachen. Die Heizung gönnte ich mir dann auch wieder, um es beim Frühstück schön warm zu haben. Ich nutzte die Nähe zu einem großen Einkaufszentrum, was fußläufig nur knapp 5 Minuten entfernt lag und kaufte ein paar Lebensmittel ein. Vor allem neigte sich mein Trinkwasservorrat allmählich dem Ende zu.

Es war ein riesiger Carrefour Supermarkt, bzw. mehr als nur ein Supermarkt. Hier gab es quasi alles, was man zum Leben braucht. Von Haushaltsgeräten, Tierfutter, Spielen, Lebensmitteln usw.. Da ich nur zu Fuß unterwegs war, beschränkte sich der Einkauf nur auf ein paar Lebensmittel, die ich dann den Berg zum Campingplatz hochschleppte. Nachdem alles einsortiert war ging’s ans Spülen. Auch das war mal wieder fällig.

Ich bezahlte den Campingplatz, entsorgte noch etwas Müll und machte mich auf den Weg Richtung Süden. Ab jetzt geht’s nicht mehr so viel nach Westen.

Das Navi lotste mich wieder über mautfreie Straßen, jedenfalls dachte ich das. Auf einmal tauchte ein Maut-Terminal auf und auch obwohl ich dort von der Autobahn fuhr, musste ich meine Bankkarte bzw. die Apple Watch für 1,35€ vors Terminal halten. Naja, halb so wild. Getankt habe ich auch noch einmal für 1,359€ und nun wieder knapp 1000km Reichweite, die ich aber selten bis auf den letzten Tropfen ausnutze.

Irgendwann dann das Schild: Portugal in 2km. Krass, dachte ich. Ging dann doch schneller als gedacht. Die Straßenverhältnisse sind ähnlich. Schlaglöcher, aber sonst auch bis auf ein paar wenige Ausnahmen ein sehr ruhiges Fahren hier.

Nach einigen Kilometern war ich kurz verwirrt. Mein Navi hat eine frühere Ankunftszeit angezeigt als mir die Auto-Uhr gesagt hat. Doch dann hab ich’s ziemlich schnell begriffen. Ich habe die Zeitzone gewechselt und bin jetzt eine Stunde früher als Deutschland. Irgendwie merke ich das auch ein wenig, da der Tag heute wirklich lang ist.

Da das Schlafen im Auto hier in Portugal wirklich überhaupt nicht gerne gesehen wird, suchte ich bei meiner heutigen Suche nach Plätzen, auf denen man stehen darf. Und ich fand bei Park4Night eine Pilgerunterkunft, die auch ein paar Plätze für Camper zur Verfügung stellen. Dass es sich primär um eine Pilgerstätte handelt, habe ich aber erst gemerkt, als ich hier ankam und von Chris, dem Besitzer bzw. Verwalter der Unterkunft mit fließendem Englisch übers Grundstück geführt wurde.

Solch eine Gastfreundschaft ist einfach schön und leider nicht mehr so selbstverständlich. Es war auch cool, mal ein wenig Englisch zu quatschen und nicht nur gebrochene Worte mit anderen Einheimischen auszutauschen.

Ich erkundete ein wenig die Gegend in der Regenpause, saß auch in der „Lobby“ der Pilgerstätte und nutze das WLAN, um ein paar Filme herunter zu laden und mal ein Backup von meinem Handy zu machen. Auch hier kann man gut zur Ruhe kommen und auch als Pilger stelle ich mir das irgendwie cool vor, Abends dann in der Unterkunft anzukommen.

Draußen regnet es in Strömen und die Temperaturen fallen. Da habe ich‘s mir im Bulli gemütlich gemacht und gerade erst einmal Abendbrot gemacht.

Für morgen ist schönes Wetter angesagt. Das werde ich zum Wäsche-Waschen nutzen und wahrscheinlich mal zum Strand runterlaufen.

Tag 14 (09.03.25) – Santiago de Compostela

Dass Wind sehr viel Kraft hat, habe ich auch heute Nacht wieder zu spüren bekommen. Der Bulli schaukelte mehr als ein Boot bei Flaute und es pfiff die ganze Nacht rund um mein rollendes Zuhause. Sehr gemütlich. Am nächsten Morgen war von dem Spuk nichts mehr zu sehen. Friedlich ging die Sonne auf und der Sonntag fing ganz gemütlich an.

Nachdem dann das Bett umgebaut und wieder etwas Klar Bulli gemacht wurde, machte ich mich auf, mit erstem Stopp am öffentlichen Toilettenhäuschen. Das ist hier wirklich praktisch und erinnert ein bisschen an Skandinavien, wo auch an jeder Ecke saubere Toilettenhäuschen stehen.

Ich bin mittlerweile schon ziemlich weit im Westen Spaniens angekommen und viel viel weiter geht es tatsächlich auch nicht. Von der Küste fuhr ich nach Südwesten auf direktem Wege nach Santiago de Compostela. Der Weg führte mich zuerst über die Autobahn, dann über Landstraßen. Bereits morgens habe ich mir einen Platz auf dem Campingplatz in der Stadt gebucht, sehr praktisch, da es zum einen günstiger ist, als wenn man vor Ort erst bucht und der Check-In geht deutlich schneller.

Mit Blick auf die Stadt

Wer Santiago nicht kennt: Dieser Ort ist ein weltbekannter Wallfahrtsort und der bekannte Jakobsweg endet hier. Dieser startet in Saint-Jean-Pied-de-Port in Frankreich und ist etwa 850km lang. Tausende Pilger laufen diesen Weg jedes Jahr. Ende des Weges ist die beeindruckende Kathedrale, in der sich angeblich das Grab des Apostels Jakobus befindet.

Zugegeben, von den 850km bin ich nur knapp die letzten 1,5 gelaufen. Dass ich auf dem richtigen Weg bin habe ich sowohl durch die Schilder, als auch durch einige Pilgerer gemerkt, die mit Wanderstöcken und Rucksäcken die letzten Meter liefen. Und auf einmal stand ich direkt davor. Vor der großen Kathedrale. Und ich muss sagen: Wirklich ein gigantisches Bauwerk

Natürlich ging ich auch rein, drinnen herrschte eine ruhige und friedliche Atmosphäre (jedenfalls wenn nicht gerade eine riesige geführte Reisetruppe gefühlt ein Fotoshooting veranstaltet). Ich ging an dem Grab vom Apostel Jakobus vorbei, welches sich direkt unter dem riesigen Altar befindet.

Die Kathedrale hat einige Seitenschiffe, die auch Gottesdienste in den verschiedensten Sprachen anbieten. Außerdem waren bestimmt ein Dutzend Kerzenständer in dem Gebäude verteilt.

Selbstverständlich zündete ich hier auch eine Kerze an

Ich genoss noch einige Zeit die Stille, saß über eine halbe Stunde einfach nur mit Blick auf den Altar und kam ein wenig zur Ruhe. Im Sommer muss es auch hier unerträglich voll sein. Da habe ich in der aktuellen Reisezeit echt noch Glück.

Ich ging noch etwas durch die verwinkelte und enge Altstadt, die in jedem Fall auch sehenswert ist und veranstaltete ein kleines Fotoshooting mit dem Lamm.

Der Campingplatz ist etwa 2km von der Kathedrale entfernt und somit kam ich auch gut auf meine Schritte heute.

Jetzt sitze ich mit eingeschalteter Heizung (draußen ist es wieder einstellig) im warmen Bulli mit Blick auf die Stadt. Die Lichter haben wirklich was.

Tag 13 (08.03.25) – Klipp(e) und klar ist: Das Meer ist schön

Mitten in der Pampa schlief ich echt gut, wurde jedoch ab und an von dem heftigen Wind geweckt, der irgendwas an meinem Heckträger zum Schwingen gebracht hat. Wahrscheinlich die Warntafeln oder die Haltegummis. Auf dem sehr weitläufigen Parkplatz, der aus 3 Teilen bestand, standen noch zwei weitere Camper, allerdings so weit weg, dass ich sie vom Bulli aus gar nicht sehen konnte.

Ich packte mal meine Drohne aus und erkundete ein wenig die Gegend aus der Luft. Die Perspektiven, die einem da geboten werden sind echt nochmal was anderes. Gerade in den touristisch hocherschlossenen Gebieten ist dies jedoch nicht so gerne gesehen und teilweise auch mit Schildern streng verboten.

Ich räumte mal wieder den Bulli auf, nutzte die vorhandenen Mülleimer und konnte so entspannt überschüssigen Ballast abwerfen. Gegen kurz vor 11 startete ich dann meine heutige Etappe, immer weiter nach Westen. Gefühlt bin ich die letzten Tage nur Richtung Westen gefahren. Mit Blick auf die Karte merkt man auch: Ist wirklich so😂

Die Fahrt war unspektakulär, die erste Stunde ging’s über gut ausgebaute Landstraßen und dann über die Autobahn mit vielen Schlaglöchern. Da musste ich echt zwischendurch einigen großen Kratern ausweichen. Nach etwa 200km Fahrt erreichte ich die Küstenregion zwischen Foz und Ribadeo, eine sehr beliebte Küstenregion, in der im Sommer auch sehr voll zu sein scheint. Begrüßt wurde ich allerdings mit vielen Wolken und dem ein oder anderen Tropfen Regen.

Ich machte erst einmal einen ausgiebigen Spaziergang, um die Gegend zu erkunden. Sehr beeindruckende Küste mit Zugängen zum Strand, steilen Klippen und verwinkelten Höhlen.

Auch hier gibt’s die Gezeiten, weshalb ein Teilabschnitt des Strandes nur bei Ebbe zugänglich ist.

Die verwinkelten Höhlen sind echt atemberaubend und echt cool. Das Wetter wurde auch immer besser und auch immer mehr Leute kamen, um sich hier ein wenig umzusehen.

Mit Crocs und hochgekrempelten Hosenbeinen erkundete ich den Strandabschnitt.

Wenn man hier nicht aufpasst und bei Flut unterwegs ist, kann’s echt ziemlich blöd enden wenn man immer wieder in die Höhle gespült wird. Wie hoch das Wasser da steigt lässt sich auch nur erahnen.

Gut durchgepustet machte ich etwas Pause im Auto, las mein Buch weiter und konnte zusehen, wie bei der Sonne meine Bulli-Batterie wieder geladen wurde. Das Strom-Setup funktioniert wirklich super und ist für mein Reiseverhalten genau richtig. Bei viel Sonne und gutem Wetter sogar eher über-als unterdimensioniert. Im Winter bin ich aber froh, etwas mehr Reserve zu haben, wenn durch die Sonne nichts nachkommt.

Etwa 1,5km die Straße runter sind öffentliche Toiletten, die im Gegensatz zu denen direkt an den Klippen sogar kostenlos sind. Somit eine Win-Win Situation für mich. Etwas Bewegung und kostenlose Toiletten.

Der Sonnenuntergang war wieder atemberaubend, jedoch nicht über dem Wasser, da ja logischerweise die Sonne im Westen untergeht.

Es war quasi Zufall, dass ich diese Klippenlandschaft hier gefunden habe, da mein eigentlich herausgesuchter Stellplatz eine zugewachsene Wiese war und ich auf den aktuellen Platz ausgewichen bin. Und dieser gehört direkt zu den Klippen. Mit vielen neuen Erinnerungen mache ich’s mir jetzt wie jeden Abend im Bulli gemütlich und freue mich auf die nächsten Erlebnisse.

Folge mir auf Polarsteps

Polar-was? Polarsteps, eine App, die mir von zwei freundlichen Holländern empfohlen wurde. Diese zeichnet die Reiseroute auf und stellt diese dann übersichtlich dar. Somit kannst du nun neben Fotos und Berichten auch meine gefahrene Route verfolgen.

Unter folgendem Link kannst du mir folgen. Dort gibt es eine detaillierte Route mit den täglichen Stops. Die Aufzeichnung startet allerdings erst vom 07.03.25 an. Die Route der ersten Steps wurde nicht aufgezeichnet, sondern manuell eingetragen.

Bei Fragen einfach melden 😉

https://www.polarsteps.com/djjd92137

Tag 12 (07.03.25) – Meer, Pampa-Abenteuer und Touri-Programm

Durch den Hahn wurde ich heute Morgen nicht geweckt, dafür für Landmaschinen, die schon gerne 6 Uhr ihre Arbeit auf dem Hof begannen. Im Dachzelt hört man halt ganz schön viel… Ich drehte mich aber noch einmal um und schlummerte bis etwa 08:30 Uhr weiter. Auch heute begann der Tag wieder sportlich mit einer Runde joggen. Wach und frisch geduscht ging der Tag dann so richtig los. Ich quatschte noch einige Zeit mit zwei Holländern, die gestern Abend noch ankamen. Unter anderem empfahlen die beiden mir eine App, mit der man seine Reiseroute aufzeichnen kann. Die App habe ich mir natürlich direkt eingerichtet. Man kann sie sogar teilen. Dazu folgt noch ein weiterer Blog-Eintrag hier.

Meinen Abwassertank leerte ich hier noch aus, das Frischwasser hat aber nicht so einen wirklich sauberen Eindruck gemacht, weshalb ich ein Stückchen weiter Wasser einer Quelle genutzt habe. Ausgestattet für die nächsten Tage ging’s dann los Richtung Westen nach Asturien und machte mich auf Empfehlung der Kommentare des letzten Tages etwas schlau, was man hier denn alles so machen kann und wurde bei Google natürlich sehr schnell fündig. Mein erstes Ziel war Ribadesella, ein Küstenort mit traumschöner Bucht. Eigentlich wollte ich hier eine Höhle besuchen, das Areal war aber geschlossen und eine Besichtigung war irgendwie nur mit geführten Touren möglich, weshalb ich mir einfach so den Ort anschaute.

An der Promenade spazierte ich etwas entlang. Hier gibt’s einige große Hotels, die aber komplett leergefegt sind. Ein kleines Stehcafe hatte allerdings geöffnet und ich entschied mich kurzerhand, einen Latte Macchiato mit Blick aufs Meer zu genießen.

Es hatte etwas sehr beruhigendes, einfach da zu sitzen, den Kaffee zu genießen und aufs Wasser zu gucken. 3 Surfer nutzten auch die Wellen. Ich ging noch etwas weiter und schließlich wieder zurück zum Auto.

Ich hätte hier zwar wahrscheinlich gerade in der Nebensaison übernachten können, fuhr aber ein bisschen weiter ins Inland in die Berge. Mein Ziel war Covadonga. Da ich aber auf der Karte eine kleine Bergstraße entdeckt habe, habe ich nicht den Umweg über die Hauptstraße, sondern den kürzeren durch die Pampa genommen. Und was soll ich sagen. Der Weg hatte es echt in sich und hat mich und vor allem auch das Auto sehr gefordert.

Es fing erst harmlos mit kleineren, aber immer noch gut asphaltierten Straßen an, wurde dann aber immer schlaglochreicher, steiler und schmaler.

Zwischenzeitlich stieg ich auch aus und schaute erst einmal zu Fuß, ob ich den weiteren Weg schaffe. Ich war wirklich kurz davor, wieder umzudrehen, habe dann aber auf der Karte gesehen, dass nur noch 2-3 krasse Passagen kommen und es gewagt. Das ein oder andere Mal haben Steine den Unterfahrschutz berührt und auch der Allradantrieb hat sich ab und zu merklich dazugeschaltet. Ohne wäre diese Strecke wohl nicht möglich gewesen oder nur mit sehr viel Schwung. Und das ist bei so tiefen Schlaglöchern keine gute Kombi (Limousine wäre da noch schlechter).

Oben angekommen war ich froh und erleichtert, dass am Auto alles gehalten hat und nichts kaputt gegangen ist. Hätte ich gewusst, dass es sich bei dem Weg um so einen handelt, wäre ich wahrscheinlich eher die Umgehungsstraße gefahren. Ich fahre zwar echt gerne Wege durch die Pampa, komplett alleine ist man aber teilweise auch echt aufgeschmissen, wenn man sich festfährt oder was kaputt geht. Letztes Jahr sind wir in Schweden auch coole Offroad Strecken gefahren, da waren wir allerdings mit drei Autos unterwegs und konnten auch gegenseitig gucken, ob’s passt. Alleine kann man jedoch entweder fahren oder gucken. Dennoch war’s echt cool und hat Spaß gemacht. Die Straßen wurden dann auch wieder größer.

Einige Kilometer weiter war ich auch wieder auf der Hauptstraße, die dann nach Covadonga führte, eine echte Touristenhochburg und im Sommer wahrscheinlich maßlos überlaufen. Der Jakobsweg führt hier auch vorbei und übersetzt heißt Covadonga: Höhle des Herrn (Quelle Wikipedia, ja ich weiß, nicht wissenschaftlich, aber das passt schon). Hier kann man auf jeden Fall gut beten und zur Ruhe kommen. Ich schaute mir die Kirche an, drehte eine Runde durchs Museum, ging dann aber auch wieder zurück zum Auto, da das Wetter ziemlich nass war.

Bullisuchspiel. Wer entdeckt das mobile Zuhause?

Mein Platz für die Nacht ist ein leer gefegter Wohnmobilstellplatz, auf dem es im Sommer elendiglich voll sein muss, da er wirklich riesig ist. Umgeben von Bäumen und einem Bach ist es hier aber sehr gemütlich.

Ziemlich müde liege ich jetzt nach diesem ereignisreichen Tag auf meinem „Sofa“, also der Rücksitzbank nicht umgeklappt, werde diese aber ziemlich bald in ein gemütliches Bett verwandeln und es mir gemütlich machen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie lange das Blog-Schreiben dann doch dauert, mit Fotos sortieren, schreiben, hochladen und co. Da bin ich gut und gerne eine Stunde mit beschäftigt. Es ist aber immer wieder schön, die erlebten Momente des Tages einmal schriftlich festzuhalten. Ich freue mich auch immer über die Kommentare, die geschrieben werden.

Morgen geht’s dann wieder heiter weiter.

Tag 11 (06.03.25) – immer weiter nach Westen

Die Nacht in der Pampa war ruhig, keine Polizei und auch keine Anwohner, die mein Aufenthalt gestört hat. Der gestrige wolkenlose Himmel war jedoch heute Morgen Geschichte und ich wurde von einem durch den Wind wackelnden Bulli sowie waagerechten Regentropfen geweckt. So unter der Decke ist das schon ziemlich gemütlich, wenn’s draußen regnet und stürmt. Beim Öffnen des Rollos schien auch die Sonne zwischen den Wolken hervor.

Auch heute ging’s nach dem Aufstehen wieder eine kleine Runde spazieren. Heute wurde ich ganz schön durchgepustet. Nach dem Frühstück ging’s weiter Richtung Westen. Zuerst ohne Autobahn durch sehr sehr enge und steile Passagen. Ich weiß nicht, ob ich jemals vorher so extrem steile Straßen mit dem Bulli gefahren bin. Trotz 1. Gang wurde ich immer schneller und musste sehr viel Bremsen. Hat aber alles gut geklappt.

Nach einigen Kilometern wurden die Straßen dann aber auch wieder größer, aber nicht weniger kurvenreich. Hoch, runter, links, rechts und so weiter. Das erforderte echt viel Konzentration, hat aber auch wie immer sehr viel Spaß gemacht.

Als ich an einer Tankstelle vorbeikam, traute ich meinen Augen kaum. Der Liter Diesel kostet hier nur 1,359€. Ich hatte zwar noch einen knapp halbvollen Tank, tankte aber trotzdem einmal komplett voll. Ungewohnt ist hier, dass es Tankwärtinnen gibt, die zu einem ans Auto kommen und tanken. Das bin ich aus Deutschland überhaupt nicht gewöhnt.

Kurz nach dem Tankstopp ging es dann auf die Autobahn. Der kommende Streckenabschnitt war mautfrei und landschaftlich atemberaubend. Hier habe ich gemerkt, dass ich auf den Autobahnen deutlich besser die Aussicht genießen kann als auf den kleinen Landstrassen, da man hier zwar natürlich auch konzentriert fahren muss, es aber dennoch entspannter ist.

Vorbei fuhr ich auch an Bilbao, einer Großstadt hier in der Region. Ich hatte eine atemberaubende Sicht auf die Stadt, entschied mich aber dazu, weiterzufahren und nicht die Stadt zu besichtigen.

Kurz vor Santander, in der die Santander-Bank auch ihren spanischen Sitz hat, bog ich Richtung Südwesten ab, um meinen heutigen Stellplatz anzusteuern.

Auch diesen Platz habe ich, wie quasi jeden Platz, wieder über Park4Night gefunden. Es handelt sich um einen Bauernhof, auf dem man für 7€ die Nacht stehen und übernachten darf, eine Toilette und eine Dusche hat, und direkt in der Natur ist. Man hört die Kühe muhen und auch an Katzen mangelt es hier in keinster Weise.

Freundlich wurde ich von dem Landwirt begrüßt, er zeigte mir direkt wo ich stehen kann und gab mir auch direkt ein paar Produkte, die hier produziert wurden.

Ich erkundete ein wenig die Gegend und bereitete das Abendessen vor: Pizza 🍕😋

Man könnte zwar denken, wie soll denn das gehen ohne Backofen, aber es geht. Und zwar sehr gut. Es gibt einen kleinen Camping-Grill namens Skotti. Das ist ein Grill aus Edelstahl, welcher aus gelaserten Blechen besteht und schön kompakt zusammengelegt werden kann. Für ebendiesen Grill gibt es ein Pizza-Upgrade, bestehend aus einem Pizza-Stein sowie einer Haube. Alles natürlich auseinandernehmbar. Und somit habe ich einen vollfunktionsfähigen Pizzaofen dabei (Danke an Papa fürs Ausleihen🤩). Papa und ich haben den Ofen bereits einmal getestet. Man muss den Dreh erst einmal raus haben. Mit der Erfahrung vom letzten Mal klappte es heute aber hervorragend und ich hatte echt leckere Pizza. Den Teig habe ich allerdings nicht selbst gemacht sondern ein normales Pizza-Kit aus dem Supermarkt genommen.

Wer ebenfalls mal mit nem Bulli/ Camper/ Wohnmobil oder Zelt unterwegs war, wird mir zustimmen, dass man eine Sache immer machen kann: (Auf)räumen. Alltägliche Dinge nehmen hier oft mehr Zeit ein als zu Hause. Man räumt auch viele Sachen hin und her und wieder her und hin, da man den Platz für verschiedene Dinge nutzt. Der Abend verging somit wie im Fluge mit Pizza backen, Essen, Spülen, etwas klar Bulli machen und Blog schreiben.

Mal gucken ob mich die Kühe morgen früh wecken, wenn’s zum Melken geht. Heute wird aber wirklich mal wieder in der ersten Etage geschlafen.

Tag 10 (05.03.25) – Hola España

Ich habe die Nacht doch nicht wie gestern angeteasert im ersten Obergeschoss verbracht, da Dachzelte hier wohl nicht so gerne gesehen sind und man im Dachzelt auf so einem Platz auch wirklich jedes Wort des Nachbarn hört… Das hatte aber auch den Vorteil, dass es die erste Nacht war, in der ich nicht im dicken Thermo-Schlafsack geschlafen habe und es richtig schön gemütlich war. Kurz vorm Schlafengehen bin ich noch einmal kurz zum Meer gelaufen. Nachts auch wirklich sehr cool.

Auch heute Morgen startete der Tag mit Bewegung. Diesmal zwar nicht mit joggen, dafür mit einem langen Spaziergang am Strand. Irgendwie hat das Meer zu jeder Tageszeit was.

Nach einem leckeren Frühstück ging’s für mich weiter Richtung Spanien. In Biarritz legte ich einen Zwischenstopp am Leuchtturm mit Blick auf die Stadt ein. Ein herrlicher Ausblick über die riesige Bucht. Ich genoss die Zeit hier sehr und wäre auch über Nacht geblieben, aber leider darf man hier nur 90 Minuten parken und für eine erholsame Nacht reicht das nicht wirklich aus. Der Gedanke an das ständige Parkscheibe-Nachstellen und Umparken hat mich dann auch nicht so wirklich überzeugt…

Ich entschied mich, weiterzufahren und einen anderen Platz für die Nacht zu suchen. Als Ziel stellte ich im Navi einen Platz schon in Spanien ein, wie immer ohne Mautstraßen. Zuerst ging’s mitten durch Biarritz, eine echt edle Gegend.

Das Navi führte mich gut die ersten Kilometer durch die engen Straßen. Irgendwann war ich dann plötzlich in Spanien. Doch die Route verlief nicht wie geplant. Auf einmal war die Straße vor mir gesperrt und ich musste umdrehen. Im nächsten Örtchen schaute ich mal etwas genauer auf die Karte. Klar hätte ich einfach auf die Autobahn fahren können, Maut bezahlt und wäre in 30 Minuten am Ziel gewesen. Aber es musste noch einen anderen Weg geben dachte ich mir. Und tatsächlich, eine kleine Küstenstraße führte in den Ort, durch den ich musste. Ein Umweg von über 45 Minuten, aber nur wenigen Kilometern. Schnell merkte ich, dass es genau die richtige Entscheidung war.

In St. Sebastián begann diese kleine Straße, die mich bis Orio führte. Und die Aussicht war wirklich atemberaubend. Rechts das Meer, unendliche Weiten des riesigen Ozeans, links der Blick ins Tal und im Hintergrund die Berge. An einem kleinen Picknickplatz machte ich Pause. Hier war einiges los, einige grillten an dem dafür vorhergesehen Platz, einige saßen auch einfach nur auf den zahlreichen Picknickbänken und genossen den Blick aufs Meer.

Die Fahrt ins Tal nach Orio war sehr abenteuerlich und die Straße sehr eng. Oben stand auch ein großen Schild, dass der Weg für Wohnmobile und Fahrzeuge über 5t gesperrt sei. Ich habe schnell verstanden warum… Wenn Gegenverkehr kam, war es wirklich sehr knapp, aber alles machbar. Die Abfahrt zum Geirangerfjord in Norwegen beispielsweise ist durch den Reisebusverkehr deutlich anspruchsvoller…

In Orio habe ich vergeblich nach der Keksfabrik gesucht. Komisch, vielleicht haben die sich auch mit einem Buchstaben vertan.

Nach ca. 140km in 4 Stunden erreichte ich nach unzähligen Kurven meinen heutigen Stellplatz. Dieser ist in der Pampa, diesmal ein Wild-Spot, also einer außerhalb eines Campingplatzes, welcher auf Park4Night als ruhig beschrieben wurde und es wohl keinen Ärger mit der Polizei gibt. Wildcampen ist auch hier so ne Grauzone. Parken darf man wohl, also keinen Tisch aufbauen, keine Auffahrkeile und allgemein kein Campingverhalten zeigen. Schauen wir mal, ob ich heute Nacht Besuch bekomme 👮‍♂️…

Die Aussicht auf die Berge ist auch hier sehr schön. Ganz im Hintergrund kann man auch das Meer erahnen. Ich machte noch einen Spaziergang, kochte mir ein paar Tortellini, die ich aus Frankreich importiert habe, sehr lecker.

Abends hatte ich dann noch ein Zoom Meeting bezüglich der KjG, an dem ich dann einfach aus dem Auto raus teilgenommen habe, echt praktisch.

Mit vielen neuen Eindrücken habe ich’s mir jetzt im Bulli gemütlich gemacht und werde auch bald schlafen gehen. Irgendwie krass, dass ich jetzt schon zweistellig mit meinen Reisetagen unterwegs bin und wie schnell die Zeit vergeht. Morgen geht’s dann wahrscheinlich weiter Richtung Westen.

Tag 9 (04.03.25) – Capbreton

Der heutige Tag begann sportlich. Nachdem nachts der Regen aufs Dach trommelte, wachte ich im Trockenen auf und ging nach dem Aufstehen direkt eine Runde joggen. Das tat wirklich gut und macht einen auch direkt wacher. Wenn ich auf Plätzen mit Duschen stehe, mache ich ganz gerne Sport, da man danach direkt unter die Brause hüpfen kann…

Da der Wetterbericht für die Region hier sehr gut war und ich ja auch nicht weit vom Meer entfernt war, entschloss ich mich, heute nur eine kleine Etappe zu fahren, und zwar ins etwa 40km entfernte Capbreton. Dort gibt es direkt hinter einer großen Düne einen Wohnmobilstellplatz. Somit ist man vom Wohnzimmer- bzw. Schlafzimmer in wenigen Augenblicken am Meer. Als eigentlich ambitionierter Wildcamper Skandinaviens ist solch eine Ansammlung an Wohnmobilen normalerweise nicht die erste Wahl, aber der schöne Strand direkt nebenan hat bei der Entscheidung heute definitiv seinen Teil dazu beigetragen 😉

Den Nachmittag verbrachte ich auf einer Decke am Strand mit einem Buch, bzw. dem eBook-Reader, der mir hier treue Dienste leistet. Mit Meeresrauschen liest es sich nochmal entspannter. Irgendwann wurde es dann jedoch trotz der 17 Grad durch den Wind etwas frisch, sodass ich mich wieder in den Bulli verkroch und mich etwas aufgewärmt habe.

Zum Sonnenuntergang hat’s mich dann aber wieder zum Wasser gezogen. Und ich war nicht der einzige mit der Idee. Viele Camper liefen ebenfalls die Düne hoch und dutzende Surfer nutzten die Wellen, um ihre Boards etwas auszutesten. Dafür ist die Bucht hier bekannt und auch wirklich gut geeignet.

Frische Luft macht allerdings auch müde, sodass ich nun platt im Auto liege und es mir gleich auch schon in der ersten Etage gemütlich machen werde.

Morgen geht’s dann weiter, evtl. sogar schon nach Spanien. Mal gucken wohin es mich so führt 👀

Tag 8 (03.03.25) – weiter gen Süden

Sowohl die etwas milderen Temperaturen (also nachts 3,5 Grad anstatt 0 Grad) sowie die Sicherheit des Campingplatzes sorgten dafür, dass ich die erste Nacht der Reise im Dachzelt verbrachte. Das Schlafen hier oben ist nochmal anders als unten. Man hört noch viel mehr von der Umgebung und gerade die Vögel sind in den Morgenstunden sehr laut. Auch das rege Treiben auf dem Platz am nächsten Morgen bekommt man im Zelt deutlich intensiver mit als unten.

Heute waren dann auch die Hausmeister auf dem Platz, ein Pärchen, welches in einer kleinen Hütte hier zu wohnen scheint. Deren Englisch war jedoch so gebrochen, dass die Kommunikation nur mit Ach und Krach funktioniert hat. Das Bezahlen hat aber super funktioniert und die beiden waren wirklich sehr bemüht.

Ich packte meine sieben Sachen (in Wirklichkeit waren‘s mehr) und brach weiter Richtung Süden auf. Zuerst ging’s aber in einen Supermarkt, um ein paar Dinge einzukaufen.

Der „Super U“, ein Supermarkt einer großen Kette war eines: Groß. Hier gibt‘s quasi alles was man so braucht. Dinge wie Baguette, Obst und Käse findet man ziemlich leicht, aber bei anderen Dingen musste erst einmal die Übersetzungs-App arbeiten, um zu verstehen, was das eigentlich ist. Die Mitarbeitenden vor Ort waren ebenfalls sehr nett, wenn auch durch die Sprachbarriere etwas eingeschränkt, aber letztendlich habe ich alles gefunden, was ich brauchte. Es reicht, wenn man Bilder von den Produkten zeigt, die man braucht oder einfach die französische Übersetzung.

Im Hintergrund sind Baguettes gestapelt

Auch für heute habe ich keine große Etappe geplant, nur knapp 130km. Auf Park4Night habe ich einen Naturcampingplatz gefunden, der sehr gut bewertet war und auch direkt auf dem Weg in Richtung Süden lag. Mit 9€ pro Nacht ohne Strom auch einer der günstigeren. Man hat jedoch sanitäre Anlagen und vor allem auch die Sicherheit, frei stehen zu dürfen. Gerade mit dem Klappdach ein sehr gutes Gefühl.

Die Fahrt war wie gewohnt entspannt. Wieder verzichtete ich auf die Mautstraßen und wurde vom Navi durch die Pampa gelotst. Wälder, Wälder und noch mehr Wälder. So weit weg von der Autobahn war ich jedoch nicht.

Am frühen Nachmittag erreichte ich dann den Platz mitten in der Natur. Wenn man hier einen ebenen, spießigen Stellplatz mit Parzellen erwartet ist man definitiv an der falschen Adresse. Hier gibt’s unebene Wege, freie Flächen und freilaufende Hühner.

Why are chicken so funny? Becaaaauuuuuse

Ich ging erst einmal eine große Runde spazieren, hörte einen Podcast und verbrachte den Nachmittag in der Hängematte. Die Bäume hier standen sehr günstig, sodass sich eine optimale Möglichkeit geboten hat.

Auf dem Platz war noch ein weiterer Camper aus Deutschland. Ich kam mit Kathrin aus Bielefeld ins Gespräch. Ich schätze sie so auf um die 50 und sie ist schon seit Oktober mit dem Camper in Südeuropa unterwegs und allmählich auf dem Heimweg. Teilweise stand sie 2 Monate auf einem Platz. Sie ist mit ihrem Hund unterwegs und wir tauschten uns übers Vanlife, Reisen und co. aus. Sie hat mir auch ein paar Empfehlungen für weitere Spots gegeben. Es tat wirklich gut, mal mit anderen Reisenden ins Gespräch zu kommen und sich über Reisegewohnheiten auszutauschen. Durch digitale Medien bin ich zwar auch gut mit der Heimat, also mit Freunden und Familie, in Kontakt, in echt aber mal mit Menschen zu quatschen und nicht nur mal nen Croissant oder Baguette zu bestellen, macht solch eine Reise deutlich abwechslungsreicher. Ich finde es auch immer wieder interessant, wie schnell man mit Campern ins Gespräch kommt und dass einem auch die Themen quasi nicht ausgehen. Wir haben über 45 Minuten gequatscht, obwohl wir uns vorher nicht kannten. Die Affinität zum Reisen und Campen bietet aber meist genügend Ansatzpunkte, um ins Gespräch zu kommen.

Ich durfte einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten und genoss die Sonnenstrahlen, die ganz idyllisch durch die Bäume schienen und habe mich dann schließlich auch wieder in den warmen Bulli zurück gezogen, schreibe gerade diesen Blogbeitrag und hab’s mir auch schon gemütlich gemacht.

Tag 7 (02.03.25) – Bordeaux

Kurz vor 4 Uhr wache ich auf. Draußen ist es noch stockdunkel und ich höre ein Auto, welches vor mir steht und den Motor laufen hat. Komisch, zu der Uhrzeit. Da wird man erst einmal hellhörig. Ich dachte erst, es wäre die Polizei, aber es war einfach nur ein Auto, welches eine Anwohnerin nach Hause gebracht hat. Ich nehme mal an, dass die beiden auf einer Party waren. Ein paar Momente später, als ich mich wieder hingelegt habe, ruckelte der Bulli kurz. Da ist der Wagen doch tatsächlich beim Wenden in mich reingefahren und auch abgehauen. Es hat sich jedoch deutlich schlimmer angefühlt, als es letztendlich war. Ich bin einmal kurz raus um zu gucken, und es war nur das Kennzeichen minimal verbogen. Ich entschied mich, deswegen jetzt nicht mitten in der Nacht die Polizei zu rufen. Scheint hier aber auch normal zu sein, denn fast jedes Auto besteht quasi aus Kratzern😂.

Nur nen kleiner Kratzer im Kennzeichen

Nach dem Schreck konnte ich glücklicherweise wieder einschlafen. Jetzt hörte ich auch das Meer plötzlich rauschen. Ich schlief ganz entspannt noch bis etwa 08:30 Uhr. Die Sonne durchflutete den Bulli und ein friedlicher Sonntag begann. Die ersten Leute gingen schon am Wasser spazieren oder joggen. Die Gegend ist auch einfach traumschön dafür.

Morgenstimmung am Meer

Ich ließ Park4Night mal wieder potentielle Plätze für die nächste Nacht raussuchen. Heute wollte ich nicht so lange fahren wie gestern. Auf dem weiteren Weg nach Süden liegt Bordeaux, eine Großstadt, die auch für ihren Wein bekannt ist. Frei stehen in großen Städten ist immer so ne Sache. In den Innenstädten findet man kaum Parkplätze und wenn’s dann doch mal einen gibt, muss man Angst haben, nach der Stadtbesichtigung mit einem Fenster und vielen Wertgegenständen weniger unterwegs sein zu müssen. Campingplätze sind hier die bessere Alternative. Somit entschied ich mich, einen Campingplatz südwestlich von Bordeaux anzusteuern.

Für die knapp 200km brauchte ich gut 3 Stunden und bin durch etliche Weinbergsregionen gefahren. Hier war auch auf den Straßen viel weniger los als in den letzten Tagen. Als ich mich dann Bordeaux näherte, wurden die Straßen jedoch wieder voller. Heute waren erstaunlich viele Wohnmobile unterwegs und ich habe auch das ein oder andere Wohnmobil aus Deutschland gesehen. Gegen 14:30 Uhr erreichte ich dann den Campingplatz und fand eine geschlossene Schranke vor. Komischerweise standen aber einige Womos auf dem Platz und auch die Sanitäranlagen waren geöffnet. Ich rief also die Telefonnummer an der unbesetzten Rezeption an und unterhielt mich mit der Platzbesitzerin auf Englisch. Das klappte wirklich sehr gut. Eigentlich hat der Platz bzw. besser gesagt sie noch Winterpause und der Hausmeister ist heute nicht da. Die Schranke konnte ich aber selbst öffnen und so vereinbarten wir, dass ich den Platz nutzen kann und morgen direkt beim Hausmeister bezahle. Diesbezüglich sind viele Camper und auch Platzbesitzer ja wirklich entspannt.

Bei dem schönen Wetter wollte ich auf jeden Fall einmal runter nach Bordeaux. Ideal geht das mit dem Fahrrad. Also löste ich meine Warntafel- aka Baustellenbegleitfahrzeugkonstruktion vom Fahrrad und fuhr mit dem Rad die knapp 14km in die Stadt.

Sehr gut haben mir die ausgebauten und großen Fahrradwege gefallen. Da bist du deutlich schneller als mit dem Auto. Und an Ampeln gibt es eigene Fahrrad-Ampeln, die quasi auf Knopfdruck für eine grüne Welle als Radler sorgen. Nach einer guten Dreiviertelstunde erreichte ich dann die brechend volle Altstadt.

Es hatten noch andere Leute die Idee, bei dem guten Wetter an einem Sonntag nach Bordeaux zu kommen. Hinzu kam noch, dass in der Stadt eine große Kirmes ist und das natürlich nochmal mehr Leute angelockt hat.

Auf die Kirmes bin ich aber nicht gegangen. Das kann ich zu Hause auch. Ich habe eine Zeit lang einfach nur am Fluss gesessen und aufs Wasser geguckt. Sehr beeindruckend was für Menschenmassen an der Promenade unterwegs waren.

Um noch im Hellen wieder am Campingplatz anzukommen, bin ich allmählich wieder in Richtung Bulli gefahren. An der Promenade entlang und durch einige Stadtteile von Bordeaux. Zwischendurch habe ich kurz mit einem französischen Radfahrer an einer roten Ampel gequatscht. Mit Englisch ging auch das sehr gut. Einige können wirklich gut englisch, andere dafür gar nicht. Oder sie wollen es einfach nicht.

Zurück am Platz nutzte ich das erste Mal die Heckauszugsküche auf diesem Trip. Vorher war’s einfach zu kalt. Spülen musste auch mal wieder sein und auch die Möglichkeit einer heißen Dusche habe ich mir nicht entnehmen lassen.

Heute Nacht wird mal oben im Dachzelt geschlafen. Es soll nicht mehr ganz so kalt werden. Ich bin mal gespannt ob das wirklich so ist oder ich nachts nach unten wandere…

Somit neigt sich ein weiterer Tag der Reise dem Ende zu. Ich bin dankbar für die ganzen Erlebnisse, die ich hier machen darf und freue mich auf die nächsten Tage.