Tag 7: 12.08.2026: weiter Richtung Süden

Als ich heute Morgen aufwachte, trommelte der Regen aufs Zeltdach. Irgendwie ja schon gemütlich, wenn man im warmen Thermo-Schlafsack liegt. Auch der Heizlüfter sorgte heute Morgen für angenehme Wärme im Zelt. Da ich aber weiterfahren wollte und ein wenig dem nassen Wetter entkommen wollte, blieb mir nichts anderes über, als aus der Wärme in die Kälte zu klettern. 7 Grad, laut Wetterapp gefühlt wie 2 Grad und Regen sind dann nicht sooo geil. Naja, hilft ja nichts. Schnell wurde das Zelt leer geräumt. Eine Wasserpfütze, die sich auf dem Zelt angesammelt hat, schwappte mir dann einmal richtig schön auf den Kopf bzw. in den Nacken… Eine Abkühlung bei dem Wetter ist ja bekanntlich super😂

Als das nasse Zelt dann eingepackt, der nasse Stuhl, den ich nachts draußen vergessen habe im Kofferraum verstaut war, genoss ich mein Frühstück im warmen Auto. Der Heizlüfter ist inzwischen vom 1. Obergeschoss ins Erdgeschoss gewandert und sorgte hier für etwas Komfort. 

Nachdem alles ready war ging’s wieder auf die Straße. Die Stimmung wurde dann auch sehr schnell besser, als es wieder länger warm und trocken war und die traumhafte norwegische Landschaft den Rest des Tages vor meinen Augen so dahinzog. 

Ich fuhr durch etliche Tunnel, Kurven und Berge. Diese Entfernungen hier oben sind einfach krass. Das sieht auf der Karte echt nicht so weit aus, aber es sind einfach „mal eben“ so Strecken wie von Hamm nach Berlin. Nur halt nicht über gut ausgebaute dreispurige Autobahnen sondern Landstraßen auf denen man meistens so zwischen 60-90 km/h fährt und auch durch Orte. 

Auch heute bin ich wieder ohne Plan wo ich heute Abend schlafe gestartet. Ich wusste, dass es die E6 weiter Richtung Süden geht. Irgendwo hinter Narvik schaute ich dann etwas konkreter und fand bei Park4Night einen Platz bei einem Fjordausläufer. Der Platz war an sich sehr cool, allerdings wird davor gewarnt, wenn man keine Ahnung von den Gezeiten bzw. den Wasserständen hat, sollte man lieber woanders stehen. Da ich als Wirtschaftsingenieur eher wenig mit Meeresbiologie oder Gezeitenhüben zu tun habe und eher das Projektmanagement für einen Schutzwall mache und mein Golf kein Amphibienfahrzeug ist, fuhr ich die Straße wieder ein Stückchen zurück und fand einen kleinen Schotterparkplatz mit Bäumen. 

Schön im Windschatten stehe ich jetzt hier bei trockenem Wetter und wirklich keinem Wind. 

Als ich hier angekommen bin, stand hier ein etwa 60-jähriger Norweger mit seinem Auto, welches eine Panne hatte. Der Keilriemen ist übergesprungen, weil eine Führungsrolle abgebrochen ist. Somit ging sowohl die Servolenkung als auch der Bremskraftverstärker nicht mehr. Keine gute Kombi (bzw. SUV in diesem Fall) bei den ganzen Steigungen und Kurven hier… Wir quatschten echt lange und er erzählte einiges über diese Region hier. Echt spannend. 

Ich vertrat mir anschließend noch ein wenig die Beine und hüpfte dann auch schon in den warmen Schlafsack. 

Seit dem Nordkapp bin ich schon wieder knapp 750km gefahren, also quasi einmal von Hamm nach Going am Wilden Kaiser. 

Morgen geht’s dann wieder weiter. 

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