Tag 8: 13.08.2026: Tunnelblick

Heute Morgen wachte ich wirklich top erholt auf. Die Nacht war weder stürmisch, noch regnerisch, noch zu kalt, also wirklich optimal. Meine Uhr bestätigte mir das von einem Sleep Score von 99. Also startete ich entspannt in den Tag, packte ganz in Ruhe alles zusammen und räumte ein wenig meinen Stauraum bzw. Kofferraum auf. Echt praktisch mit den Eurokisten. Ich startete und fuhr erst einmal wieder zurück auf die große E6. Irgendwann ging’s dann von dort ab auf eine kleinere Straße, die dann irgendwann eine Fähre erforderte. Diese fährt alle zwei Stunden, also um 12 Uhr, 14 Uhr etc. Ich Kamm gegen 12:15 Uhr am Hafen an. Naja, halb so wild. Das Wetter war wirklich traumhaft sonnig und vor mir wartete ebenfalls eine Reisende, Ingunn, eine ich würde schätzen 70-jährige Norwegerin, die auf dem Rückweg von ihren Freunden nach Hause ist. Wir unterhielten uns sowohl vor der Fähre als auch auf der Fähre. Irgendwie sind solche Bekanntschaften echt cool und man erfährt erstaunlich viel über das Leben der Leute hier und auch die Gegend.

Leute wie Ingunn leben hier oben, da wo andere, und auch ich einfach nur auf der Durchreise sind. So aus erster Hand zu hören, wie das Leben hier oben so ist ist echt spannend. 

Später trennten uns unsere Wege wieder, sie Richtung zu Hause und ich Richtung Saltstraumen, dem größten Gezeitenstrom der Welt, ja richtig, der Welt. Etwa 10km südöstlich von Bodo liegt dieses Naturschauspiel. 

Hier fließen einfach mit gut 35 km/h in 6 Stunden ca. 600 Mio. Kubikmeter Wasser durch. Entweder in die eine, oder halt in die andere Richtung, je nachdem ob der Wasserpegel steigt oder fällt. Wirklich sehr beeindruckend. Zwischenzeitlich steht das Wasser auch, wenn die Richtung gewechselt wird. Das habe ich in der knappen Stunde, die ich da war, allerdings nicht gesehen. Es regnete mittlerweile wieder und so war ich froh, wieder im trockenen und warmen Auto zu sitzen. 

Besonders auffällig waren heute die zahlreichen Tunnel, durch die ich gefahren bin. Auf den Nebenstraßen waren diese ziemlich leer, auf den großen Straßen allerdings sehr stark befahren, alt, eng und etwas sketchy. Hier in der Gegend wird ein riesiger neuer Tunnel gebaut, welcher soweit ich das richtig gelesen habe über 30km lang sein soll und irgendwann 2030/2031 fertig werden soll. Gebaut wird allerdings fleißig und wirklich massive Gesteinsmengen abgerissen und abtransportiert. Das ist echt krass. 

Die letzten 20 Minuten für heute ging’s nochmal sehr kurvenreich weiter, bis ich irgendwann abends meinen heutigen Stellplatz am Fjord erreichte. Ich baute mir mit meiner Dachzeltplane eine Art Unterschlupf unterm Zelt und konnte so im Trockenen essen. Als der Wind dann allerdings drehte und der Regen schön von der Seite kam, packte ich alles schnell wieder zusammen und verkroch mich ins Auto. Hier ist’s noch schön warm von der Fahrt. Die Schlafsachen liegen auch schon im Dachzelt. Wenn der Regen etwas weniger wird, werde ich mal nach oben huschen. 

Was ich noch sehr interessant finde ist der Fakt, dass ich trotz der vielen Fahrerei immer noch nördlich vom Polarkreis bin, zwar mittlerweile südlich der Lofoten, aber immer noch weit im Norden. 

2 Kommentare zu „Tag 8: 13.08.2026: Tunnelblick

  1. Moin , hier mein kleiner Komentar : bist du wieder mit deinem Inventar im Trockenen? Wir genießen hier den Sommer, und du bist in so einer irren Umgebung dem Regen ausgesetzt, das ist unfair. Noch hast du ein ganz schönes Stück zu fahren , aber das macht dir ja wenig aus . Erlebe die Aussichten und vielleicht noch Nordlichter, mit lieben Grüßen 😘

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    1. Im Dachzelt geht’s immer ganz gut. Nur der Wechsel der Klamotten von oben nach unten ist immer etwas herausfordernd wenn’s regnet. Meist warte ich ab, bis es weniger regnet oder aufhört. Liebe Grüße

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