Tag 9: 14.08.2026: Sonne, Regen, Regen, Regen, Regen, Sonne

Das viele Fahren macht ganz schön müde, weshalb ich auch heute lange schlief und mich gut erholte. Als ich aufwachte, hörte ich den leichten Regen auf dem Zeltdach, aber kurze Zeit später kam tatsächlich die Sonne raus. Somit frühstückte ich bei herrlichem Sonnenschein und auch das Zelt konnte etwas trocknen. Solche Momente genieße ich dann irgendwie besonders, vor allem wenn man weiß, dass es im Laufe des Tages wieder viel weiterregnen wird. 

Von meinem Spot fuhr ich wieder zurück auf die E6. Der Weg bis dahin war ganz schön kurvig und steil und der alte 1,9 TDI im Golf hatte echt sehr gut zu tun. Später dann auch die Bremsen. Naja, irgendwie war es ein hoch und runter. Hat der über 28 Jahre alte Wagen aber top gemacht. Die E6 war dann wieder sehr entspannt. Mit gut 90 km/h ging’s dann Richtung Süden und dann irgendwann auf die B77 Richtung Südosten. Ziemlich schnell war ich dann auch schon wieder in Schweden. Hier fuhr ich an unzähligen Seen vorbei. Der Diesel neigte sich langsam dem Ende zu, nach fast 1000km mit einem Tank ist das aber auch kein Wunder und echt immer wieder beeindruckend, wie sparsam dieser alte Wagen trotz Dachzelt, Beladung und Bergen ist. 

Irgendwo mitten in der Pampa kam dann eine Tankstelle, bei der es Diesel B0 gab. An den meisten anderen Tankstellen, auch in Deutschland ist das meistens B7-Diesel, also Diesel mit bis zu 7% Biodiesel-Anteil. Hier oben ist das jedoch reiner Diesel aus Mineralöl. Der hat wohl den Vorteil, bei langen Standzeiten im Tank nicht irgendwann schlecht zu werden. Auch die Farbe war anders. Nicht leicht gelb wie der B7, sondern richtig durchsichtig. Irgendwie hat mich das beeindruckt und ist mir in Erinnerung geblieben, weshalb ich das hier heute mal mit reinschreibe. 

Kurz nachdem ich übrigens heute Morgen gestartet bin, fing es an zu regnen. Ununterbrochen und auch nicht wenig. Teilweise war so viel Wasser auf den Straßen, dass ich das Lenkrad richtig festhalten musste, um vernünftig in der Spur zu bleiben. Der Scheibenwischermotor oder das Gestänge quietsche bei jeder Bewegung. 

Den ursprünglich angedachten Campingplatz ließ ich links liegen und bog irgendwann auf die E45 ab, quasi die Landstraße, die mitten durch Schweden von Süden nach Norden oder halt in meinem Fall von Norden nach Süden führt. 

Ganz plötzlich ging auch mein Drehzahlmesser im Auto wieder. Ich tippe darauf, dass durch das ganze Wasser irgendwo der Wackelkontakt überbrückt wurde und es wieder Kontakt gibt. Zwar nur für gut 20 Minuten, anschließend feierte der Zeiger Disco und ging mal hoch und runter. Mal gucken wie das morgen aussieht… 

Als es irgendwann weniger regnete und ich auch keine Lust mehr hatte weiter zu fahren, suchte ich mir einen Campingplatz raus. Hier ist‘s sehr schön und ruhig und vor allem trocken. Bei Sonnenschein ging ich spazieren, machte mir was leckeres zum Abendessen und genoss auch eine heiße Dusche. 

Die Saison hier oben ist allerdings schon so gut wie um. Hier stehen noch 2 weitere Camper, ein Wohnwagen und ein Bulli. Einige Hütten sind auch bewohnt, sonst ist hier allerdings tote Hose. 

Mittlerweile bin ich auch nicht mehr nördlich der Ostsee und auch den Polarkreis habe ich mittlerweile hinter mir gelassen. 

Seit dem Nordkapp bin ich auch schon wieder knapp 1500km gefahren, und gefühlt bin ich immer noch so weit im Norden. Ich denke die nächsten Tage geht’s auch nochmal weiter Richtung Süden. 

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