Tag 46 (10.04.25) – Kaiserwetter am Wilden Kaiser

Heute Morgen war’s bewölkt, als ich aufwachte. Die Wolken verzogen sich aber im Laufe des Tages wieder. Ich ließ es wieder ruhig angehen, sortierte die Videos weiter und schaute eine Serie. Nachmittags ging ich eine ganz kleine Runde spazieren, großartige sportliche Betätigungen möchte ich aber aktuell noch nicht machen.

Ich fuhr auch nach Scheffau, um einmal zu tanken. Das war mal wieder fällig und dann muss ich auf der Weiterreise nicht mehr dran denken. Danach ging’s zurück nach Going zum Badesee.

Als ich das letzte Mal hier war, lag noch richtig viel Schnee und die Langlauf-Loipe war gespurt. Jetzt ist der gesamte Schnee geschmolzen und und der Badesee wacht langsam aus dem Winterschlaf wieder auf.

Zum Abend hin ging die Sonne wieder richtig schön unter. Sehr idyllisch und einfach schön. Die Berge haben einfach immer wieder was. Zwischendurch wurde heute auch noch Wäsche gewaschen und die trockene wieder gefaltet. So frische Wäsche weiß man dann auch besser zu schätzen, gerade wenn man weiß, wie Klamotten auch muffig riechen können, wenn’s im Camper überhaupt nicht trocken wird…

Tag 45 (09.04.25) – In der Ruhe liegt die Kraft

Nach über 6 Wochen mal wieder in einem Haus zu schlafen war ein wenig ungewohnt, jedoch tat es sehr gut und ich habe wirklich gut geschlafen. Ich startete ganz entspannt in den Tag, machte ein Kamillendampfbad, frühstückte und habe mir die Ruhe angetan. Nach den letzten zwei Tagen mit viel Fahrerei tat das wirklich sehr gut.

Ich habe ein wenig gearbeitet, lecker zum Mittagessen gekocht und die Videos weiter sortiert und bearbeitet. Da geht doch mehr Zeit flöten als man so denkt…

Der Kaiser bot wieder herrliches Kaiserwetter und die Temperaturen wurden auch gut zweistellig, jedenfalls tagsüber. Nachts gibt’s hier noch Frost. Ich kuriere mich hier jedenfalls weiter gut aus und tue mir wirklich die Ruhe an. Kann man hier auch sehr gut machen.

Tag 44 (08.04.25) – I‘m going to Going

Auch die letzte Nacht war nicht wirklich erholsam. Ich wurde öfter wach, brauchte dann lange um wieder einzuschlafen und habe wohl auch nicht wirklich tief geschlafen. Naja, gegen kurz nach 7 war ich dann endgültig wach und klappte das Bett wieder um und machte den Bulli ready für die nächste Etappe. Heute fing dann auch die Nase an zu laufen… Nach einem Frühstück ging’s dann los.

Ich fuhr weiter Richtung Osten, vorbei an Zürich, St. Gallen und dem Bodensee, bis ich dann auf einmal schon in Österreich war. Das ging dann doch irgendwie schneller als gedacht. Die Straße Richtung Innsbruck war größtenteils zweispurig, teilweise aber auch einspurig, gerade in den Tunneln. Das war dann teilweise echt anstrengend zu fahren, aber alles machbar.

Kurz vor Innsbruck machte ich noch eine kurze Pause. Hier ist eine Raststätte, die irgendwie anders als die anderen sind, mit großer Veranstaltungshalle, Restaurant und co. Irgendwie wie eine ziemlich groß geratene Skihütte.

Nach weiteren 1,5 Stunden Fahrt erreichte ich dann am Nachmittag Going am Wilden Kaiser, mein heutiges Ziel nach über 400km. Es ist wirklich ein wenig wie Zuhause ankommen, wenn man hier ankommt. Ziemlich müde und geschafft kam ich hier an und habe mich erst einmal hingelegt und ne Runde geschlafen. Das war wirklich nötig und tat gut. Danach noch einmal zum Supermarkt um die nötigsten Dinge einzukaufen. Ich werde mich hier die nächsten Tage ein wenig auskurieren und mir die Ruhe antun. Mit dem Kaiserblick geht das besonders gut.

Tag 43 (07.04.25) – ab in die Schweiz

Meine Vermutung, eine Erkältung eingefangen zu haben, bestätigte sich in der Nacht. Erhöhte Temperatur, ein Wechsel aus Kalt und Warm sowie Halsschmerzen begleiteten mich die Nacht über und ließen mich ab und an mal aufwachen. Naja, machste nix, gibt zwar bessere Orte um krank zu sein, aber ändern kann ich’s ja nicht. Ich schlief dennoch einigermaßen gut.

Ich startete gegen 10 Uhr meinen heutigen Trip in Richtung Nordosten, erst gut 3 Stunden über französische Landstraßen, durch immer grüner werdende Wälder und kleine Dörfchen.

Irgendwann nach vielen Kurven kam ich in Genf an und war plötzlich in der Schweiz. Ich war auch echt froh, als die Straßen dann wieder größer wurden. An einer Tankstelle kaufte ich eine Vignette für die schweizerische Autobahn. Jetzt ist ein weiterer Aufkleber auf meiner Windschutzscheibe.

Vorbei an schönen Seen fuhr ich noch einige Kilometer in der Schweiz, bis ich auf einmal in einem Stau stand und gut 500m weiter eine schwarze Rauchwolke zu sehen war. Ein Feuerwehrauto nach dem nächsten kam durch die Rettungsgasse geschossen. Dort brannte ein Kleintransporter und als ich vorbei fuhr war gar nicht mehr so viel über. Es sah aber so aus als wurde niemand verletzt.

Kurz nach dem Stau erreichte ich auch schon meinen Platz für die Nacht, ein kleiner Womo Stellplatz, der für eine Nacht auf jeden Fall OK ist.

Morgen geht’s dann weiter nach Österreich 🇦🇹.

Tag 42 (06.04.25) – Lyon

Gestern Abend war ich der vorletzte, der auf dem WoMo-Stellplatz und heute Morgen tatsächlich der erste, der gegen kurz vor 9 Uhr den Platz verlies. Mein heutiges Ziel war Lyon.

Hier war ich mit einer Freundin, Laura, die ich noch aus der Schule kenne und die mittlerweile hier lebt, verabredet. Sie hatte noch Besuch von zwei anderen Freundinnen, Louisa und Lina, die ebenfalls in der Stadt waren. Mit dem Fahrrad fuhr ich also in die Stadt runter, da der Campingplatz ein wenig außerhalb liegt. Für 16 Euro die Nacht bin ich wahrscheinlich sogar günstiger davon gekommen, als wenn ich in der Stadt geparkt hätte…

Nach einer guten Dreiviertelstunde erreichte ich einen Park, den „Parc De La Téte d‘Or, in dem wir uns dann zu viert getroffen haben. Hier gibt’s sehr viel Platz und bei dem schönen Wetter auch sehr viele Menschen. Wir waren also nicht die einzigen mit der Idee. Zu sehen gibts hier neben Schildkröten, Flamingos und Giraffen noch weitere Tiere, aber auch eine kleine Bimmelbahn, die durch den Park fährt.

Wir saßen einige Zeit mit Blick auf den See und genossen das schöne Wetter. Heute wurde auch mal die kurze Hose ausgepackt. Praktisch, dass ich die auch dabei habe.

Dann fuhren wir in die Innenstadt, die Mädels mit Bus und Tram, ich fuhr mit dem Fahrrad, was ich die meiste Zeit des Tages durch die Stadt geschoben habe. Irgendwo anschließen wollte ich das nämlich nicht. So schnell kann man glaube ich gar nicht gucken bis es weg ist.

Unterwegs gab’s eine Bäckerei, die viele natürlich besonders kalorienarme Spezialitäten anbot. Da gab’s eine Art Schokokuss, aber noch anders und außen nicht mit fester Schokoladenhülle, sondern mit verschiedenen Toppings. Außerdem ein überdimensioniertes Schokobrötchen, welches wirklich lecker und noch warm war. Ich glaube ich habe noch nie solch ein fluffiges und leckeres Schokobrötchen gegessen.

Wir gingen noch etwas weiter durch die Stadt und kehrten zum Abend hin in einer Pizzeria ein, die sehr gute Bewertungen hatte, aber irgendwo in einer Nebengasse versteckt war. Die Pizza war sehr gut und das Preis-Leistungsverhältnis für die Großstadt top.

Nach dem Essen trennten sich unsere Wege wieder und ich trat den Rückweg Richtung Bulli wieder an. Es ging ganz schön den Berg hoch und es machte sich bei mir ein Halskratzen bemerkbar und ich wurde etwas schlapp, und schob daraufhin das Rad einige Zeit den Berg hoch. Mal gucken, ob ich mir ne Erkältung eingefangen habe oder es irgendwelche Pollen sind, die hier rumfliegen. Mal gucken… Ich habe es mir jedenfalls schon im Bulli gemütlich gemacht und werde gleich auch schlafen gehen.

Tag 41 (05.04.25) – Qi Gong, Bambus und viele Kurven

Ein so lautes Froschgequake habe ich glaube ich noch nie gehört. Unzählige Frösche quakten in der Nacht und waren im Dachzelt sehr gut zu hören, tatsächlich aber nicht störend. Wahrscheinlich habe ich mich einfach daran gewöhnt, dass es nachts selten ganz ruhig ist.

Heute bin ich mal früher als sonst aufgestanden, da wir um 9 Uhr Qi Gong am Strand geübt haben. Das war auf jeden Fall eine Erfahrung und wenn man sich drauf einlässt kommt man auf einem anderen Level zur Ruhe. Irgendwie richtig cool. Mit dem Meeresrauschen und dem Sand unter den Füßen war das sehr cool.

Anschließend fuhren wir zur Bambouseraie, einem Riesen großen Park, in dem ganz viel Bambus wächst. Wirklich sehr beeindruckend. Viele Bäume fingen an zu blühen und die Atmosphäre war wirklich cool.

Eine sehr coole Attraktion ist ein begehbares Netz in den Bäumen in einigen Metern Höhe. Leider darf man hier nicht rennen oder springen, sonst wäre das wirklich wie ein Riesen großes Trampolin in den Wipfeln. Auf jeden Fall sehr sehr cool.

Gegen 16 Uhr trennten sich unsere Wege dann. Die vier fuhren wieder zurück nach Saintes-Marie-de-la-Mer und ich fuhr Richtung Norden mit grobem Ziel Lyon.

Einen festen Platz für die Nacht habe ich jedoch noch nicht rausgesucht, als ich losgefahren bin. Und so ging es unzählige Kurven hoch und runter. Die Straßen erinnerten mich ein wenig an Norwegen und auch die Aussicht unterwegs hatte was von Skandinavien.

Auch anhand der Route konnte man schon erahnen, welche Straßen so auf mich warten.

Ich fahre solche Straßen ja wirklich gerne, auch wenn man sich sehr auf die Straße konzentrieren muss. Zwischendurch gibt’s aber immer mal wieder Möglichkeiten, anzuhalten und die Aussicht zu genießen.

Gegen 20:00 Uhr hielt ich Ausschau nach einer Tankstelle, um mal wieder Diesel nachzutanken. Wie ja schon mal beschrieben fahre ich meistens nicht den kompletten Tank leer, falls man mal unerwartet irgendwo stehenbleiben muss oder mal die Bezahlung nicht funktioniert. In einem Ort fand ich eine Möglichkeit, tankte wieder voll und schaute erst dann nach einem möglichen Platz für die Nacht. Zufällig war nur knapp 15 Minuten ein kostenfreier WoMo Stellplatz, zu dem ich fuhr. Es ging nochmal ordentlich hoch in die Berge und jetzt stehe ich hier und kann sehr gut die Sterne sehen.

Außerdem war zum Sonnenuntergang wolkenloser Himmel, sodass die goldene Stunde heute besonders schön war.

Ziemlich müde werde ich jetzt auch gleich schlafen gehen. Die Fahrerei macht zwar Spaß, ist aber auch anstrengender, als nicht zu fahren.

Tag 40 (04.04.25) – Bekannte Gesichter

Heute wurde ich irgendwie früher wach als sonst, habe aber sehr gut geschlafen. Erneut gönnte ich mir den Luxus des Brötchenservices und genoss ein frisches Baguette sowie ein Croissant. Nachdem ich gefrühstückt, gepackt und bezahlt habe, begann meine heutige Etappe.

Es ging weiter Richtung Nordosten und heute gönnte ich mir tatsächlich mal die Mautstraße, da die mautfreie Strecke etwa 50km länger war und sich der Mehrsprit am Ende kostenmäßig ausgeglichen hat. Die Mautstraßen sind mit der deutschen Autobahn vergleichbar, jedoch deutlich leerer. Man merkt aber einen Unterschied im Vergleich zu den Landstraßen.

Mein heutiges Ziel war Saintes-Marie-de-la-Mer, ein Ort direkt am Meer. Hierhin sind Lucas und Cecile aus Hamm vor über 5 Jahren ausgewandert und da das Örtchen auf dem Weg lag, machte ich hier einen Zwischenstopp.

Die Beiden waren nachmittags noch beschäftigt, weshalb ich mit meinem Fahrrad in die Stadt fuhr und das Meer genoss.

Man merkt, dass der Stadtkern schon ziemlich touristisch angehaucht ist und es hier gerade zur Hauptsaison sehr viele Menschen hinverschlägt. Aktuell ist jedoch nur mäßig viel los. Ich genoss die Zeit am Strand und habe auch ein Eis gegessen.

Gegen 17 Uhr war ich zurück am Auto. Mit Lucas fuhr ich zu einem Boule-Platz und wir spielten ein wenig, schauten uns auch noch Ceciles Pferde an. Da es hier viele stehende Gewässer mit Süßwasser gibt, flogen unzählige Mücken. Das ist der erste Tag der Reise, an dem die Mücken wirklich präsent waren und ich froh über meine Anti-Mücken-Produkte war.

Zu 19 Uhr hatten die beiden einen Tisch im „La Regie“ reserviert, dem Stammlokal hier in der Gegend. Mit dabei waren noch Paulien und Steffen, ein befreundetes Pärchen der Beiden, die zurzeit hier Urlaub machen.

Wir hatten einen netten geselligen Abend und haben viel gequatscht, gelacht und leckeres Essen genossen.

Ich habe die Möglichkeit, neben Lucas und Ceciles Haus zu schlafen und habe es mir jetzt hier im Bulli gemütlich gemacht. Müde und mit vielen neuen Erlebnissen geht’s jetzt gleich ins Bett. Draußen quaken die Frösche ganz laut.

Tag 39 (03.04.25) – Fahrpause

Das Schlafen quasi an der frischen Luft ist echt entspannt und tut wirklich gut. Im Bulli schlafe ich meistens wirklich gut und da bin ich auch sehr froh drüber. So auch heute. Gut erholt startete ich in den Tag und lief erst einmal zur Rezeption, um meine bestellten Brötchen abzuholen. Einige Campingplätze bieten einen Brötchenservice an, also frische Brötchen am Morgen, die man am Tag vorher bestellen muss.

Die französischen Baguettes sind einfach ein ganz anderes Level und nicht mit denen aus Deutschland zu vergleichen. So fluffig und lecker habe ich Baguettes noch kaum erlebt. Auch das bestellte Croissant schmeckte sehr sehr gut. In den letzten Tagen hat sich wieder etwas Geschirr angesammelt, weshalb ich das Waschbecken hier auf dem Campingplatz nutzte und erst einmal wieder für sauberes Geschirr sorgte.

Ich entschied mich, noch eine Nacht hier zu bleiben. Hier kann man wirklich die Ruhe und den Blick in die Weite genießen. Außerdem musste ich so nicht zusammen packen und konnte mein Bettzeug oben im Bett lassen. Das ist auch immer sehr praktisch. Der Campingplatz empfiehlt einige Wanderungen bzw. Spaziergänge, so auch den Wildschweinpfad. Das klang irgendwie interessant und sollte laut Beschreibung etwa 30 Minuten dauern.

Über immer kleiner werdende Wege ging es immer weiter in den Wald hinein. Die Beschreibung war aber sehr gut, ein bisschen wie eine Schnitzeljagd. Nach gut 20 Minuten erreichte ich einen Holzpfosten, an dem sich die Wildschweine gerne mal kratzen.

Ich find krass, wie abgenutzt dieser Pfosten schon ist. Wer weiß, wie lange der hier schon steht… Da sich die Wolken verzogen haben, hatte ich einen sehr guten Blick auf die Berge, die weit oben noch mit ordentlich Schnee bedeckt sind, sieht sehr schön aus.

Zurück am Auto fing ich an, meine Videos der Reise zu sortieren. Einige Erlebnisse halte ich nämlich auch per Video fest, doch bevor ich mit einem Videoschnitt anfangen kann, muss ich die Dateien erst einmal sortieren und auch sämtliche 360-Grad Videos dahingehend bearbeiten, um das normale 16:9 -Format zu bekommen. Etwas aufwändiger als gedacht, aber machbar. Dauert nur ziemlich lange, da man jeden Clip in voller Länge anschauen und bearbeiten muss.

Zu den Mahlzeiten stelle ich mir oft die Frage, was es denn heute so gibt und was man so aus seinen Vorräten zaubern kann. Mit dem Omnia-Ofen für den Gaskocher kann man leckere Gerichte zaubern und da ich noch Wraps von gestern hatte, wurden heute kurzerhand eine Art Pizzaschnecken gezaubert. Kurz bevor ich anfangen wollte und Lebensmittel aus der Kühlbox holen wollte fiel mir auf, dass in der Kühlbox Milch ausgelaufen ist… Und da alles in der Kühlbox quasi auf dem Boden liegt, war viel voll. Naja, machste nichts. Also einmal alles raus, Kühlbox sauber machen, Verpackungen der Lebensmittel säubern und alles wieder einräumen.

Bei dem sonnigen Wetter konnte ich wieder sehr gut meine Heckküche benutzen. Für solche Dinge einfach praktisch.

Auch schon vorm Backen sahen die Pizzaschnecken sehr lecker aus. Nach gut 15 Minuten im Ofen war der Käse geschmolzen und das Abendessen war fertig.

Anschließend stand zum zweiten Mal heute Spülen auf der Tagesordnung, gehört nunmal dazu. Dabei kam ich mit einem deutschen Pärchen aus Freiburg ins Gespräch. Die Beiden sind mit ihren Fahrrädern und Zelt unterwegs und fahren von Montpellier bis kurz vor Barcelona und wieder zurück. Sehr sportlich und bei den nächtlichen Temperaturen zur Zeit. Damit könnte man mich zu der Jahreszeit nicht wirklich begeistern. Zwar schlafe ich auch quasi im Zelt, aber eben nur nachts. Mein „Wohnzimmer“ kann ich entspannt auf über 20 Grad heizen und es hier so richtig gemütlich machen.

Morgen geht’s dann wieder weiter.

Tag 38 (02.04.25) – wieder in Frankreich

Das schöne sonnige Wetter macht mal wieder eine Pause und ich wache bei bewölktem Himmel auf und beim Frühstück fielen auch einige Tröpfchen vom Himmel, die im Laufe des Tages auch stärker wurden.

Ganz in Ruhe genoss ich mein Frühstück und packte meine Sachen zusammen. Bei der Abfahrt verabschiedete ich mich noch von der Holländerin und startete meine heutige Etappe in Richtung Frankreich. Die Straßen waren zuerst ziemlich eng, als ich aber auf der Autobahn war, fuhr es sich fast wie von selbst. Rund um Barcelona war es ungewöhnlich voll, nicht verwunderlich bei solch einer großen Stadt. In Deutschland hat man solchen Verkehr fast täglich, doch ich war’s ehrlich gesagt nicht mehr so gewohnt nach tausenden Kilometern auf ziemlich leeren Straßen.

Kurz vor der französischen Grenze hielt ich noch an einem Escudero-Supermarkt, um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Wirklich überzeugt hat mich dieser jedoch nicht. Er war zwar ziemlich groß, doch war die Aufteilung nicht wirklich ansprechend. Eine wirklich riesige Abteilung mit alkoholischen Getränken. Ich weiß nicht, ob ich jemals schon solche Mengen an Alkohol in einem Supermarkt gesehen habe. Dafür war die Abteilung vom Obst und Gemüse so klein und das angebotene Gemüse war entweder faul oder überreif. Irgendwie komisch. Die letzten Male war ich im Lidl oder in anderen Supermarktketten wie Carrefour, die eine bessere Auswahl hatten. Die wichtigeren Dinge konnte ich jedoch auch hier kaufen und somit habe ich wieder einige Lebensmittel für die nächsten Tage.

Nachdem ich die Grenze passiert habe und die letzten Kilometer vor meinem Ziel vor mir hatte, wurden die Straßen immer kleiner und kurviger. Solche Straßen fahre ich ja wirklich gerne, auch wenn man nicht wirklich viel Strecke in kurzer Zeit macht. Da ich aber ja nicht auf der Flucht bin und mir die Zeit gerne nehme, macht es mir nichts aus etwas länger unterwegs zu sein.

Gegen 15 Uhr erreichte ich mein heutiges Ziel, einen kleinen Campingplatz mitten in der französischen Pampa, schon seit über 30 Jahren betrieben von einem holländischen Pärchen. Ich hatte quasi freie Platzwahl, da die Saison hier noch nicht wirklich im Gange ist. Jetzt stehe ich auf einem kleinen Platz mit Blick aufs Meer. Es ist zwar einige Kilometer entfernt, aber am Horizont zu erkennen.

Heute wurde mal wieder die Außenküche genutzt, gerade beim Anbraten ist das deutlich einfacher und schöner als drinnen, da die Dämpfe direkt abziehen und sich nicht erst im Auto sammeln…

Nach einem leckeren Mittagessen machte ich mich zu Fuß ins kleine Dorf nebenan auf, um mich zum einen zu bewegen, aber auch mal zu schauen, wo ich hier eigentlich bin. Der Ort Llauro ist ziemlich klein und verwinkelt, viel los ist hier jedoch nicht.

Ich kam hier jedoch gut auf meine tägliche Dosis an Schritten und genoss die Landschaft und den herrlich weiten Blick aufs Meer. Das fällt mir hier auf der Reise immer wieder besonders auf, an wie vielen Stellen man wirklich sehr sehr weit gucken kann. Einfach schön.

Auch heute nutzte ich mal wieder eine der Bänke, um einfach mal den Ausblick zu genießen.

Zurück am Bulli arbeitete ich noch ein wenig und nutzte auch den Luxus einer warmen Dusche hier auf dem Campingplatz. Die Zeit rennt so schnell, dass ich manchmal einige Tage nicht dusche und gar nicht wirklich merke, so lange nicht mehr geduscht zu haben. Da es heute draußen wieder relativ frisch ist, bin ich auch heute wieder sehr dankbar für meine Standheizung, die mir weiterhin zuverlässig schöne Wärme hier im Auto beschert.

Heute Nacht soll’s etwas windiger werden, mal gucken ob ich oben schlafe oder hier unten alles umklappe…

Tag 37 (01.04.25) – Einfach schon April

Mit der Kofferraumklappe Richtung Osten zu parken hat den Vorteil, dass man morgens die Sonne direkt zu Gesicht bekommt, wenn man aufwacht, voraussetzt man schläft unten, die Sonne scheint und man fährt die Scheibenverdunkelung ein. All das war heute der Fall.

Mit Sonnenstrahlen startete ich entspannt in den Tag. In den beiden anderen Autos war heute produktives Arbeiten bzw. Studieren angesagt, sodass wir unabhängig voneinander frühstückten und jeder so seinen Tag gestartet hat.

Nach einer kurzen Verabschiedung startete ich meine heutige Etappe, weiter Richtung Nordosten. Für heute standen gut 280km auf dem Plan. Ganz entspannt kam ich mit guter Musik und einem Hörbuch meinem heutigen Ziel immer näher. Zwischendurch hatte ich einmal kurz Stau und konnte oft das Meer sehen.

Zwischendurch mal eine Pause tat auch gut. Kurz vor meinem Ziel, als ich bereits von der Autobahn heruntergefahren bin, kam ich an einer Tankstelle vorbei und tankte für 1,299€ den Liter Diesel. Das war bis jetzt der günstigste Literpreis und bald bin ich wieder in Frankreich, da wird der Sprit vermutlich wieder deutlich teurer sein.

Meinen heutigen Stellplatz auf einem Weingut erreichte ich gegen 14:30 Uhr. Hier steht noch ein holländisches Pärchen mit ihrem Camper. Nach meiner Ankunft machte ich auf Empfehlung der Beiden einen Spaziergang ins benachbarte Dorf. Ein schöner Weg mit schöner Aussicht und ein echt nettes Dorf.

Bei meiner Rückkehr wurde mir von den Holländern ein Drink spendiert und wir unterhielten uns gut 1,5 Stunden über Gott und die Welt und die Art zu reisen, tauschten die Kontaktdaten aus. Die Beiden wohnen in der Nähe vom Blumenpark Keukenhof und ich wurde direkt eingeladen, bei ihnen auf dem Grundstück zu stehen, wenn ich mal in der Gegend bin. Camper unter sich…

Als sich die Sonne dann so allmählich verzog, wurde es draußen kälter und wir zogen uns in die jeweiligen Autos zurück. Ein weiterer Niederländer kam noch dazu und jetzt stehen wir zu dritt hier.

Für morgen ist mal wieder etwas Regen angesagt, mal schauen wie viel tatsächlich runterkommt.