Alleine bekommt man im Bulli deutlich besser Schlaf, als wenn man zu viert hier pennt und nachts mal jemand raus muss. Somit war die vergangene Nacht wirklich sehr erholsam und tat nach dem Wochenende mit wenig Schlaf sehr gut.
Ich startete ganz entspannt in den sonnigen Tag und überlegte, wohin‘s heute gehen soll. In Kims Insta Story (der Däne, den ich vor gut 3 Wochen in Portugal in der Pilgerstätte kennen gelernt habe) habe ich gestern gesehen, dass er mit Josefine, seiner Freundin, irgendwo westlich von Valencia unterwegs ist. Somit fragte ich, wohin’s heute denn gehen soll.
Die Beiden sind auch allmählich auf dem Weg Richtung Dänemark und deren heutiger Stellplatz lag auch direkt auf meinem Weg. Somit entschloss ich mich kurzerhand, ebenfalls zu diesem Platz zu fahren. Die Fahrt war unspektakulär, viel Autobahn aber dafür ziemlich entspannt mit herrlichem Blick aufs Meer.
Gegen 14:15 Uhr erreichte ich den Spot direkt am Meer, einfach herrlich. Kim und Josefine waren bereits da und sie hatten ihren Camper wieder. Eine gute halbe Stunde kamen noch Linda und Oscar aus Schweden dazu. Josefine und Kim haben die beiden ebenfalls auf ihrer Reise kennen gelernt. Die 4 verbringen die aktuelle Woche miteinander und fahren die Küste allmählich wieder hoch.
Wir haben sehr sehr viel gequatscht und sind direkt auch ins Gespräch gekommen. Das finde ich immer wieder interessant, wie schnell man dann doch mit fremden Leuten ins Gespräch kommt. Durch die Affinität bzw. das Interesse fürs Camping hat man auch immer gute Gesprächsgrundlagen.
Den Abend ließen wir bei einem gemeinsamen Abendessen mit leckerem Essen sowie Wein ausklingen.
Da es nach dem Sonnenuntergang ziemlich schnell ziemlich kalt wurde und wir alle ziemlich müde waren, packten wir gegen kurz nach 10 alle Sachen zusammen (ist nämlich kein Campingplatz hier) und „parken“ jetzt hier nur mit unseren Autos.
Morgen geht’s dann für mich wieder weiter. Die anderen bleiben noch eine Nacht hier.
Soooo, die Jungs sind wieder am Flughafen und aktuell in der Luft Richtung Deutschland. Das Wochenende war sehr abenteuerlich und wir haben wirklich einige Dinge in den 3 Tagen erlebt, von Sightseeing, über schöne Landschaften, Schwimmen im Meer, Feiern im Club, leckerem Essen, einigen typischen Challenges für Phil, vielen Tausend Schritten sowie einem verlorenen Portmonee und einem daraus gefolgtem Besuch bei der Polizei, um ein Dokument zu bekommen, mit dem der Rückflug angetreten werden kann.
Das Highlight für Phil war die große Überraschung am Sonntag, von der er gar nichts wusste. Vom Campingplatz fuhren wir etwa 50km Richtung Nordosten und verbanden ihm die Augen. Nachdem der Bulli auf einer sehr schiefen Straße geparkt wurde, ging’s zu Fuß weiter.
Anfangs war das noch kein Problem, doch der Weg führte uns immer weiter in einen Canyon, dessen Zugang immer steiniger wurde.
Unter zwei Brücken angekommen durfte Phil dann seine Augenbinde abnehmen und konnte sehen, was ihn erwartet. Ein Bungee-Sprung von einer Brücke, Adrenalin pur für Phil und wir hatten natürlich auch sehr viel Spaß beim Zuschauen.
Danach ging’s nach einem Mittagessen auch schon wieder zum Flughafen in Alicante. Ich habe die drei dort abgesetzt und wir haben uns alle verabschiedet. Für die Jungs geht’s jetzt wieder Heim und ich fuhr noch ein gutes Stückchen weiter und stehe nun auf einem Schotterparkplatz, auf dem auch LKW parken. Die Aussicht auf die Berge ist traumhaft.
Somit neigt sich ein aufregendes und abwechslungsreiches Wochenende dem Ende zu. Wir hatten eine coole Zeit hier und auch das Schlafen zu viert im Bulli hat ganz gut funktioniert. Mehrere Wochen würde ich aber mit so vielen Leuten nicht unterwegs sein wollen, vor allem nicht wenn’s regnet.
Ich mache mir jetzt hier noch einen entspannten Abend und freue mich auf etwas mehr Schlaf als die letzten zwei Tage.
Die Nacht war kürzer als sonst, aber trotzdem erholsam. Mein Kumpel Phil heiratet im Mai und nach langem Hin und Her haben wir uns dafür entschieden, den Junggesellenabschied in Alicante zu machen.
Somit wird’s auf dem Blog hier übers WE etwas ruhiger, ich werde aber wieder berichten, wenn die Jungs wieder auf dem Heimweg sind.
Ich wache immer wieder gerne oben im Dachzelt auf, vor allem wenn draußen die Sonne scheint. Ein total friedlicher Morgen brach heute an mit kaum Wind und strahlender Sonne, es war jedoch ziemlich frisch, sodass ich erst einmal die Heizung einschaltete und im Erdgeschoss angenehme Temperaturen hatte. Entspannt frühstückte ich draußen in der Sonne und genoss noch einmal diese herrliche Aussicht auf dem Berg.
Fertig gepackt startete ich dann nach einem entspannten Kaffeetrinken mit Gerda und Otmar aus Aachen gegen 12 Uhr meine heutige Etappe. Kurz vor der Abfahrt hat sich eine Wespe in meiner Jacke verirrt und stach mir in den Oberarm. Es tat jedoch nur kurz weh und war weniger schlimm als erst gedacht. Die heutige Etappe führte mich hauptsächlich über Autobahnen und durch weite Täler. Sehr beeindruckend und schön. Das Wetter blieb auch sehr sonnig, aber ziemlich windig.
Nach einer kurzen Pause auf der Hälfte der Strecke ging’s weiter. Gegen 16 Uhr erreichte ich meinen heutigen Stellplatz in der Nähe von Alicante, direkt in der Einflugschneise des Flughafens. Sehr beeindruckend wie die Maschinen hier landen.
Nur etwa 3 Minuten vom Platz entfernt ist eine Konditorei, die ich natürlich erst einmal ausprobiert habe. Hier gab’s für mich köstliche Croissants, natürlich mit seeeehr wenigen Kalorien…
Als ich vom Bäcker zurückkam, lief eine ziemlich große Ziegenherde vorbei. Ich habe in den vergangen Wochen öfter mal Herden gesehen, entweder Ziegen oder Schafe. Scheint hier üblich zu sein, irgendwie cool.
Durch kaum Wolken am Himmel konnte ich auch heute wieder einen schönen Sonnenuntergang bestaunen.
Hier herrscht echt reger Flugbetrieb. Alle paar Minuten fliegt mal eine Maschine vorbei. Auf Flightradar24 schaue ich mir einige Routen der Flugzeuge an. Aus verschiedenen Städten landen hier die Flieger und trotz nur einer Start- bzw. Landebahn ist hier ziemlich viel los. Auch abends noch. Mich stört das jedoch überhaupt nicht, im Gegenteil: Ich finde es immer wieder spannend und faszinierend, das diese großen schweren Maschinen einfach durch die Luft fliegen.
Ich hab’s mir jetzt schon im Bulli gemütlich gemacht, werde gleich mal die Rückbank umklappen und schlafen gehen. Bin ziemlich müde und freue mich auf einen erholsamen Schlaf…
Neben gemeinsamen Abendessen, die hier 3-4 Mal in der Woche eingeboten werden, gibt es auch die Möglichkeit, zu frühstücken. Beim Lagerfeuer gestern Abend entschied ich mich, diesen Service mal zu nutzen und bekam heute Morgen ein herrliches Frühstück, um das ich mich nicht kümmern musste. Auch mal sehr praktisch, wenn man nach dem Aufstehen direkt Essen kann und nicht erst etwas zubereiten muss.
Nach einem entspannten Frühstück mit den Niederländern und Belgiern stellte ich erst einmal eine Maschine Wäsche an. Da das Wetter auch heute wieder traumhaft war, und oben auf dem Berg die Kombination aus Sonne und Wind zum Wäsche-Trocknen optimal war, wurde die Wäsche sogar richtig trocken.
Ich entschied mich, noch einen Tag hier zu bleiben und machte eine Fahrradtour. Hier in der Nähe gibt’s eine alte Bahntrasse, auf der keine Schienen mehr sind und die man super mit dem Rad fahren kann. Der Weg zu dieser Trasse war jedoch mal wieder ziemlich abenteuerlich. Komoot führt einen da wirklich gerne durch die kleinsten Wege…
Auf dem Trail angekommen war’s jedoch ziemlich entspannt und cool.
Größtenteils ebener Schotter. Ich fuhr den Weg ca. 15km hin und 10km wieder zurück. Die Route führte mich nämlich auf dem Rückweg etwas anders, aber nicht weniger hügelig. Die Straße hier war ziemlich ausgewaschen, hügelig und teilweise noch sehr matschig. Das Fahrrad sah danach entsprechend aus…
Zurück am Bulli gab’s dann erst einmal Mittagessen. Anschließend wurde etwas gearbeitet. Gibt definitiv schlechtere Ausblicke 🤪.
Zum Abend hin kam das Aachener Pärchen von einem Ausflug wieder zurück und stellten sich mit ihrem Kastenwagen ebenfalls auf den Spot hier oben mit der atemberaubenden Aussicht. Die Niederländer waren ebenfalls mit ihren Fahrrädern unterwegs und kamen kurz nach Sonnenuntergang zurück.
Der Sonnenuntergang hier heute hatte es auch wieder in sich und war wirklich sehr schön.
Da es hier wenig Lichtverschmutzung gibt, sind auch die Sterne gut zu sehen. Der Nacht-Modus meiner Handy-Kamera hat allerlei Arbeit geleistet würde ich sagen…
Sobald die Sonne weg war, wurde es auch direkt merklich kälter. Auch heute bin ich mal wieder sehr froh über meine Standheizung, ein sehr treuer Begleiter auf meiner Reise hier. Nach einer schönen heißen Dusche hab ich’s mir hier in meinem rollenden Zuhause wieder gemütlich gemacht. Morgen wird’s dann aber wirklich wieder weitergehen. Ich finde es irgendwie krass, einfach schon 31 Tage unterwegs zu sein. In den letzten Tagen rennt die Zeit gefühlt schneller als in den ersten Tagen der Reise. Allmählich sind auch die täglichen Abläufe hier im Bulli verinnerlicht und ich habe mich an die Gegebenheiten und Platzverhältnisse gewöhnt.
Hier oben in den Bergen ist’s schon kälter als an der Küste, doch dank des Thermo-Schlafsackes schlief ich wirklich sehr gut und wachte gut erholt auf. Den anderen Campern ist es hier oben zu windig, weshalb ich auf dem Plateau alleine stand und wirklich meine Ruhe hatte.
Den Tag verbrachte ich mit Spazieren, ins Gespräch kommen mit netten Leuten und dem Aufräumen des Bullis. Das war mal wieder fällig und hier konnte ich bei strahlendem Sonnenschein sehr gut ein wenig Ordnung schaffen. Dabei ist mir eine Kleinigkeit aufgefallen, die mir auch verdeutlicht hat, warum es im Auto die letzten Tage so gut roch…
Die Dose Haargel hat sich durch die Schlaglöcher wohl geöffnet und sich in meiner Sitztasche verteilt. Naja, jetzt riecht alles etwas nach frischen Haaren. Gibt schlimmeres. Einiges packte ich im Auto komplett um und sortierte auch neu, um die Abläufe hier noch wenig zu optimieren.
Das Abendprogramm heute war anders und wirklich sehr sehr schön. Jan und Suzy organisieren hier mehrmals die Woche Abendessen für alle Bewohner, sowohl die Menschen aus den Höhlen als auch für die Camper. Heute stand Paella auf dem Speiseplan. Laut Jan muss das natürlich auch von einem waschechten Spanier gekocht werden, weshalb aus dem Ort extra ein Koch vorbei kam und für alle gekocht hat.
Dabei gab es auch die Möglichkeit, den Kochvorgang zu beobachten. Schritt für Schritt wurden die Paellas zubereitet, eine klassische mit Fisch und eine vegetarische. Sehr beeindruckend, wie sich Schritt für Schritt die Paella daraus entwickelte. Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Gewürze, Reis und eine Menge Meeresfrüchte. Tintenfische, Garnelen, Miesmuscheln, Kabeljau und noch etwas, was ich mir nicht gemerkt habe.
Dann war es soweit. Das Essen war fertig und wir haben uns alle bedient. Ich habe vorher noch nie Paella gegessen, auch habe ich noch nie wirklich Muscheln und co. gegessen. Zwar mal Garnelen und bei Papa mal Tintenfisch probiert, aber in der Konstellation hier gab’s so etwas für mich noch nie.
Und was soll ich sagen, es war echt lecker. Es ist mal etwas ganz anderes, als man es aus Deutschland kennt. Also wirklich anders als Schnitzel und Pommes. Dennoch würde ich es nicht jeden Tag essen wollen. Da gibt es für mich andere Mahlzeiten, die mich mehr catchen. Die Qualität und Frische dieser Paella bekommt man jedoch selten, da in Restaurants die Gerichte oft warm gehalten werden und der Reis dann ziemlich weich und verkocht ist.
Es war auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich jedem mal empfehlen würde. Spezialitäten aus den jeweiligen Ländern, in denen man ist, zu probieren (vielleicht nicht unbedingt den norwegischen Stinke-Fisch). Man lernt dadurch wirklich auch mal andere Dinge und Malzeiten kennen, die man vorher noch überhaupt nicht auf dem Schirm hatte.
Der noch viel coolere Nebeneffekt dieses Abendessens waren die Gespräche und das allgemeine Zusammensein mit den Menschen, die hier sind. Mit einem Pärchen aus Aachen quatschte ich echt lange über Gott und die Welt und auch mit den 4 Schweizern unterhielt ich mich eine ganze Weile. Auffällig ist hier jedoch, dass ich definitiv zu den Jüngeren hier zähle und den Altersdurchschnitt ziemlich nach unten ziehe.
Kurz vor dem Essen kam noch ein niederländisches Pärchen mit ihrem T4 an. Die beiden sind etwa Mitte 30. Zwar immer noch gut älter als ich, aber ich habe mich etwas mehr unter Gleichaltrigen gefühlt🤪.
Wir unterhielten uns auf einem Mix aus Deutsch, Englisch und Niederländisch und hatten ein sehr schönes und interessantes Gespräch.
Am Lagerfeuer entstehen auch oft sehr interessante und schöne Gespräche. Da es jedoch ziemlich dunkel, immer kälter und alle auch müder wurden, löste sich gegen kurz vor 10 die Runde auf und alle verkrochen sich in ihre Fahrzeuge.
Der heutige Sonnenuntergang war nicht so beeindruckend wie gestern, da es sich zum Abend zugezogen hat und auch der ein oder andere Regentropfen vom Himmel kam.
Jetzt sitze ich im Bulli und die Heizung arbeitet bei ca. 6 Grad Außentemperatur sehr zuverlässig und sorgt für wohlige Wärme. Ich freue mich echt immer wieder, wie man mit eigentlich völlig fremden Menschen doch so schnell ins Gespräch kommen kann und Gesprächsthemen findet. Klar, man erzählt einige Dinge auch mehrfach, dennoch ist man meistens direkt auf einer sehr entspannten Ebene und begegnet sich auch auf Augenhöhe, egal wo man herkommt, wie alt man ist oder was man für ein Auto fährt. Das genieße ich hier sehr und bin auch sehr dankbar dafür, diese Erfahrungen hier machen zu dürfen.
Gleich geht’s dann in die Koje, mal gucken ob ich mir noch meine Mütze herauskrame, es wird wieder frisch.
Nach meinem gestrigen Spaziergang hörte der Regen gestern Abend allmählich auf und ich hatte kein Trommeln auf dem Dach. Bei strahlendem Sonnenschein wachte ich auf und startete gut gelaunt in den Tag. Nach einem kurzen Frühstück leerte ich noch meinen Abwasserkanister aus und füllte frisches Wasser nach. Da sprach mich eine Frau aus einem Nachbarwohnmobil an und meinte, dass sie mich schon einmal auf einem Platz gesehen hat und mich wiedergekannt hat. Es war Elke aus Stuttgart mit ihrem Mann, dessen Namen ich leider nicht weiß.
Platz der letzten Nacht
Ich habe echt eine Weile gebraucht, erinnerte mich dann aber an das Auto der Beiden. Das war auf dem Platz, an dem ich an Tag 22 meiner Reise war und es so unfassbar viel geregnet hat. Damals haben wir nicht miteinander gesprochen, weil es das Wetter nicht zugelassen hat, aber heute haben wir echt eine Weile geplaudert und die Kontaktdaten ausgetauscht.
Danach ging’s zum Einkaufen. Ich habe mich mal wieder gewundert, wie günstig die Lebensmittel im Supermarkt sind. Für den folgenden Einkauf habe ich nur 10 Euro bezahlt.
Mein heutiges Ziel war nur knapp 15 Minuten entfernt, auf Park4Night jedoch so extrem gut bewertet, dass ich da mal vorbeigucken musste. Der Weg dahin war teilweise ziemlich kaputt, aber für den Bulli kein Problem.
Und was soll ich sagen? Innerhalb der ersten Minuten bestätigten sich die Kommentare auf Park4Night. Ich wurde so freundlich von Jan, einem Belgier begrüßt, der mit seiner Frau Suzy hierhin ausgewandert ist. Die Beiden haben 5 Höhlenwohnungen, die vermietet werden. Außerdem bieten sie Platz für 20-30 Menschen pro Nacht, die mit Campern kommen.
Mir wurde direkt ein frischer Kaffee gekocht und zum Abendessen morgen wurde ich auch schon eingeladen.
Eine der Höhlen
Dann ging die Platzsuche los; und hier hat man wirklich die Qual der Wahl, jedenfalls heute. Jan erzählte mir, dass im Januar und Februar alles ausgebucht war. Zuerst stelle ich mich auf einen Schotterplatz und erkundete fußläufig das Gelände.
Da hinten stand ich zuerst
Ein Schild mit der Aufschrift „Espacio Privilegio“ machte mich jedoch neugierig und ich lief den Berg hinauf. Dort hat man ein herrliches Panorama auf die Täler und Berge, quasi ein 360 Grad Blick. Da hier aber keine festen Stellplätze eingezeichnet sind, fragte ich Jan noch einmal, ob ich denn hier auch stehen kann. Das bejahte er direkt und so parkte ich noch einmal um. Somit stehe ich jetzt hier:
Das Panorama ist einfach traumhaft. Zwar ist der Weg zum Toilettenhäuschen etwas weiter, damit habe ich jedoch kein Problem und das ist es definitiv wert. Außerdem komme ich so besser auf meine Schritte😂.
Das wäre die Alternative direkt neben dem Klo
Mit Suzy, Jans Frau unterhielt ich mich auch eine ganze Weile, übers Auswandern, Arbeiten, das eigene Glück, Camper und co. Und das alles auf Englisch. Sehr cool, wenn man seine Fremdsprachenkenntnisse dann auch mal gut anwenden kann.
Ich nutzte die Waschmaschine und wusch ein paar Sachen durch. Durch die Sonne und den Wind war die Kleidung in 2 Stunden trocken. Wenn morgen noch einmal so gutes Wetter ist, werde ich noch eine Maschine durchjagen.
Mit einem belgischen Pärchen unterhielt ich mich auch noch kurz mit einem Mix aus Englisch und Deutsch. Mit einem Mitarbeiter, der hier auf dem Hof arbeitet und seinem Mann quatschte ich auch noch. Zwei niederländische Schwestern um die 50 kamen mit einem alten T4 an. Auch wir kamen kurz ins Gespräch. Es standen außerdem noch zwei Schweizer-Geländewagen auf dem Gelände. Die beiden Pärchen sind auf dem Weg nach Marokko. Ich wurde auf ein Bier eingeladen und wir quatschten ein bisschen. Heute also wieder mit einigen Menschen gesprochen und einiges über deren Reiseverhalten erfahren. Immer wieder interessant, wie unterschiedlich die Menschen dann doch sind, obwohl alle Campen.
Meine Drohne ging heute auch mal wieder in die Luft, wortwörtlich. Es gibt coole automatische Flugprogramme, die dann am Ende einen fertigen Film ausspucken. Hier mal ein kleiner Einblick:
Ein kleiner Spaziergang tat echt gut und ich konnte aus der Ferne meinen Platz für die Nacht erspähen.
Zum Abendessen kramte ich mal den Omnia-Campingofen aus meiner Schublade. Da ich noch Pizzateig hatte, gab‘s heute Pizzaschnecken, sehr lecker.
Von hier oben wurde mir ein herrlicher Sonnenuntergang geboten. Pizza mit Aussicht also.
Im Auto sah‘s zwischendurch aus wie bei Hempels unterm Sofa, aber das gehört hier nimmst dazu. Jetzt geht’s aber wieder.
Morgen werde ich noch hierbleiben, abends gibt’s hier für alle eine spanische Spezialität, zu der alle eingeladen sind. Das möchte ich mir nicht entgehen lassen und mache hier morgen einen ganz Entspannten. Vielleicht unternehme ich hier was. Mal schauen.
Der heutige Sonntag startete mit der wöchentlichen Familienkonferenz via FaceTime. Danach gab‘s erst einmal Frühstück. Rührei, den Luxus habe ich mir heute mal gegönnt.
Der Platz hier war echt schön, nach 2 Nächten wollte ich aber wieder weiter und startete meinen Trip Richtung Osten. Mein erstes Ziel war eine heiße Thermalquelle westlich von Granada in Santa Fe, in der man in schön warmem Wasser baden kann. Der Weg dahin stellte sich aber als etwas sehr matschig dar, weshalb ich wieder umdrehte.
Ich wäre zwar wahrscheinlich durchgekommen, aber da stecken bleiben wäre wirklich nicht cool… Da die Region rund um Granada jedoch ziemlich bekannt für ihre Quellen ist, suchte ich einfach eine andere aus, diesmal etwa 100km östlich von Granada.
Der Weg dorthin über die Autobahn war abenteuerlich.
Man erkennt es auf dem Bild kaum, doch es war auf über 1300m so kalt, dass am Rand Schnee lag und der Regen teilweise echt als Schneeregen vom Himmel kam. Das Thermometer zeigte als Tiefwert 3,5 Grad an, schon ziemlich frisch. Am Rand standen auch Räumfahrzeuge mit Bergen an Streusalz bereit.
Die Landschaften, die ich während der Fahrt sehen durfte waren atemberaubend. Riesig große Täler, durch die man kilometerweit gucken konnte haben mich echt beeindruckt. Von der Autobahn kann man auch immer sehr gut die Landschaft beobachten.
Die zweite Quelle, die ich angesteuert habe, liegt in Zújar. Ich fuhr in ein Tal mit See. Es waren immer weniger Autos unterwegs und das Netz wurde immer schlechter. Irgendwann dann aber war die Quelle ausgeschildert. Einige Autos parkten hier.
Ich parkte auch zwischen ein paar Bäumen. Leider darf man hier nicht übernachten, sonst wäre ich direkt hier geblieben. Das erinnert echt ein bisschen an Skandinavien.
Da es ein wenig regnete und draußen ungemütlich kalt war, schnappte ich mir meine Badehose, die natürlich auch Platz in meinem Reisegepäck hat, und machte mich zu Fuß auf den Weg zu der heißen Quelle.
Solch ein See ist ja erst mal nicht außergewöhnlich, nur erwartet man, dass dieser bei 10 Grad Außentemperatur ziemlich frisch und alles andere als Wohlfühltemperatur hat. Dem war aber nicht so. Es war so warm, vergleichbar mit einem Whirlpool. Das aber ohne Heizung sondern natürlich. Irgendwie beeindruckend, dass es so etwas auf unserem Planeten gibt. Ich ging rein und genoss die Wärme. Ein paar andere Leute taten das auch.
Da ich jedoch wie schon angedeutet leider nicht übernachten darf, fuhr ich noch etwa 20 Minuten in den nächsten Ort auf einen Wohnmobilstellplatz. Auf dem Weg dorthin fielen mir große Kanäle am Straßenrand auf, die wahrscheinlich für die Bewässerung von den Feldern genutzt werden. Gewundert hat mich die Größe. Ewas später wurde mir dann bewusst, wieso. Hier blühen Mandelbäume und die brauchen sehr viel Wasser.
Jetzt stehe ich auf einem Wohnmobilstellplatz, der nicht wirklich aussergewöhnlich, aber sehr praktisch ist. Der Regen trommelt wieder fleißig aufs Dach, mal gucken ob gleich noch ne kleine Pause kommt. Dann gehe ich nochmal durch den Ort. Etwas weiter südlich, wo es auch etwas höher ist, schneit‘s gerade. Irgendwie cool.
Ich gebe die Hoffnung auf Sonne jedoch nicht auf. Morgen soll’s dann deutlich sonniger werden.
Da ich heute Nacht direkt unten geschlafen habe, war die Nacht sehr erholsam und ich wachte ausgeschlafen auf. Der Regen trommelte wie Drummer auf mein Dach, doch es war gemütlich.
Auf dem Programm heute stand die Ferienfreizeit-Planung, an der ich digital teilnahm, einfach praktisch diese digitale Technik. Somit bin ich heute nicht weitergefahren und an meinem Platz stehen geblieben.
Mittags drehte ich eine Runde durch den Ort, um mich etwas zu bewegen und den Kreislauf in Schwung zu bringen.
Nach einer weiteren produktiven Nachmittagseinheit las ich in meinem Buch weiter und kochte mir was zum Abendessen. Das Wetter heute war wieder sehr durchwachsen. Ein Wechsel aus Regen, Sonne, viel Regen, Sonne usw. Zum Abend hin klarte der Himmel aber einmal richtig auf und es herrschte eine traumhafte Sonnenuntergangsstimmung mit Regenbogen.
Ich lief noch einmal eine Runde durch den Ort und genoss die Weite, in die man hier schauen kann.
Auf dem Rückweg kam ich an einer Kirche vorbei, in der eine Jesus-Prozession stattfand. Eine Jesus-Figur wurde von mehreren Leuten durch den Ort getragen. Die Prozession war Teil einer Jubiläumsaktion der Stadt.
Ich schloss mich jedoch nicht mit an und machte noch einen kleinen Umweg, der mein Herz-Kreislaufsystem auf jeden Fall forderte. Dieser Ort ist so extrem steil, es geht schon richtig in die Richtung einer Skipiste. Aber nicht blau, sondern eher rot. Die Bewegung tat aber definitiv gut.
Zurück am Parkplatz wartete das herrlich warme Wohnzimmer schon auf mich. Dank der Standheizung ist’s wirklich muckelig warm. Da ich hier in Antequera etw 500m über dem Meeresspiegel bin, ist es auch merklich kälter. Heute nachts soll’s wieder in den niedrigen einstelligen Bereich gehen…
Der Wind frischte zum Abend sehr auf, wobei der Regen etwas nachließ. Ich probierte erst, oben zu schlafen, jedoch war durch die laute Zeitplane an Schlafen nicht wirklich zu denken. Gegen kurz vor 1 kletterte ich also nach unten, klappte das Dach zu und versuchte erst, auf dem „Sofa“ etwas Schlaf zu finden.
Nach einer weiteren Dreiviertelstunde ohne Schlaf, entschied ich mich dann doch, unten das Bett umzuklappen. Also alles nach vorne auf die Sitze, was herumflog und Bett gerichtet, nachts um halb 2. Das nächste Mal schlafe ich direkt unten, wenn so ein Sturm angekündigt ist.😂
Als ich dann erst einmal schlief war’s auch sehr erholsam.
Hier nochmal Gibraltar bei Nacht
Durch die Sonne heute Morgen konnte ich das Zelt noch einmal schön trocknen, bevor ich dann gestärkt die heutige Etappe startete.
Einen ersten Zwischenstopp legt ich in Estepone an der Playa del Cristo ein. Von hier konnte man ein paar Boote beobachten und im Hintergrund noch den Fels von Gibraltar sehen.
Sieht ein bisschen aus wie ein Schiff
Da hier jedoch Wohnmobile nicht stehen dürfen und ich noch etwas weiter wollte, fuhr ich weiter. Die Stadt Estepona ist sehr schön, gerade auch die Straßen. Die Mittelstreifen sind mit Blumen bepflanzt und alles wirkt sehr farbenfroh.
Ich fuhr an dutzenden Playas vorbei, ließ Marbella hinter mir und erreichte dann Málaga. Ich fuhr jedoch nur vorbei und genoss die Aussicht auf die Stadt von der Straße aus, die teilweise direkt am Wasser entlang führte. Um die größeren Städte war jedoch deutlich mehr Verkehr auf den Straßen als in der Pampa, irgendwie logisch, dadurch musste ich aber ziemlich aufpassen, konnte aber dennoch die Landschaft genießen.
Bei Málaga wechselte ich dann die Autobahn und fuhr Richtung Norden ins Landesinnere. Dort erlebte ich eine Seltenheit: STAU
Da ich meistens irgendwo durch die Walachei fahre und da selten viele Autos auf einmal unterwegs sind war das tatsächlich etwas ungewohnt. Durch eine Baustelle wurden hier die Spuren verengt.
Den Stau hinter mir gelassen erreichte ich nach ein paar weiteren Kilometern meinen heutigen Spot.
Neben den anderen WoMos sieht der VW-Bus so klein aus
Mit Blick auf die Stadt Antequera stehe ich nun mit einigen anderen Campern auf einem großen, schiefen Schotterplatz. Teilweise ist dieser echt ganz schön matschig. Heute Nacht soll’s mal wieder regnen.
Ich machte einen kleinen Spaziergang durch die ziemlich steile Stadt und genoss den weiten Blick ins Tal. Beim Reisen finde ich immer wieder interessant, wie schnell sich dann doch die Landschaften ändern und wie wenig man dann teilweise dafür fahren muss. Das Phänomen kann man auch sehr gut in Deutschland beobachten. Da muss man nicht immer so weit wegfahren.
Draußen wird’s langsam dunkel, ich werde mir die Stadt aber noch einmal in der Dämmerung angucken und vielleicht noch einmal runterlaufen.